Anlagenbau-Großprojekt

Atomkraftwerk Hinkley Point C wird 3 Mrd. Euro teurer

02.10.2019 Ein eindrückliches Beispiel für Kostenrisiken im Anlagenbau: Der französische Energiekonzern EDF hat bekanntgegeben, dass das Atomkraftwerk-Projekt Hinkley Point C in Südengland um 1,9 bis 2,9 Mrd. Pfund (ca. 2,1 bis 3,3 Mrd. Euro) teurer werden soll als zuletzt geplant. Diese Mehrkosten sollen dabei nicht zu Lasten der britischen Steuerzahler, sondern der Projektpartner gehen.

Die Bauarbeiten am Atomkraftwerk Hinkley Point C haben mit schwierigen Bodenverhältnissen zu kämpfen. (Bild: EDF)

Die Bauarbeiten am Atomkraftwerk Hinkley Point C haben mit schwierigen Bodenverhältnissen zu kämpfen. (Bild: EDF)

Das sieht der sogenannte Differenzvertrag vor, der dem Betreiber wiederum einen einen Abnahmepreis von 92,5 Pfund/MWh (ca. 104 Euro) garantiert. Aufgrund der Kostensteigerungen rechnet EDF nunmehr mit einer niedrigeren Projektrendite von höchstens 7,8 %. Das Projekt sieht vor, das bestehende Atomkraftwerk Hinkley Point in der Grafschaft Somerset um zwei weitere Blöcke mit einer Gesamtleistung von 3,2 GW zu erweitern. Die geschätzten Gesamtkosten des Projekts liegen nun zwischen 21,5 und 22,5 Mrd. Pfund. Neben EDF ist auch der chinesische Kraftwerksbetreiber China General Nuclear (CGN) beteiligt.

„Schwierige Bodenverhältnisse“

Die Kostensteigerungen begründet EDF vor allem mit schwierige Bodenverhältnisse, die den Erdbau teurer machten als erwartet. Neben den Kosten habe sich außerdem das Risiko einer zeitlichen Verzögerung des Projektes weiter erhöht. Dieses Risiko hatte EDF bereits vor den jetzt bekanntgewordenen Problemen auf 15 Monate für Block 1 und neun Monate für Block 2 beziffert. Das Unternehmen sei jedoch weiterhin bemüht, den ersten Kraftwerksblock bis Ende 2025 fertigzustellen. (jg)

 

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