Niedriger Rheinpegel belastet Quartalsergebnis

BASF-Gewinn bricht um 59 Prozent ein

26.02.2019 Der Chemiekonzern BASF musste im letzten Quartal 2018 deutlich Federn lassen: Der Gewinn sank gegenüber dem Vorjahr um 59 Prozent. Für 2019 rechnet das Unternehmen mit einem leichten Gewinnanstieg.

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Steamcracker im BASF-Werk Ludwigshafen / Steam cracker at BASF's Ludwigshafen site

Die BASF hatte im Geschäftsjahr 2018 mit verschiedenen Widrigkeiten zu kämpfen. (Bild: BASF)

Im Gesamtjahr 2018 erzielte die BASF einen Umsatz von 62,7 Milliarden Euro und damit  2 % mehr als im Vorjahr. Das Ergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen sank von 7,6 Milliarden € auf 6,4 Milliarden €. Dazu trug vor allem das Segment Chemicals bei, das rund zwei Drittel des gesamten Ergebnisrückgangs ausmachte. Die Isocyanat-Margen sanken im zweiten Halbjahr stark. Auch die Crackermargen fielen 2018 in allen Regionen geringer aus als erwartet.

Insgesamt war 2018 ein von schwierigen weltwirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen geprägtes und von Handelskonflikten belastetes Jahr. Im zweiten Halbjahr hat BASF eine wirtschaftliche Abkühlung in wichtigen Märkten gespürt, insbesondere in der Automobilindustrie, der größten BASF-Kundenbranche. Vor allem die Nachfrage chinesischer Kunden ließ deutlich nach. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China trug hierzu bei. Weltweit wuchsen die Unsicherheiten. Viele Marktteilnehmer agierten deshalb sehr vorsichtig.

„Wir nehmen diese Herausforderungen an. Mit unserer neuen Unternehmensstrategie werden wir 2019 als Übergangsjahr nutzen, um gestärkt daraus hervorzugehen. In diesem Jahr passen wir Strukturen und Prozesse an und fokussieren unsere Organisation deutlich auf die Bedürfnisse unserer Kunden“, so BASF-Vorstandsvorsitzender Dr. Martin Brudermüller, der die Zahlen des Geschäftsjahres 2018 gemeinsam mit Finanzvorstand Dr. Hans-Ulrich Engel vorstellte.

Niedriger Rheinpegel und Ausfall der Citral-Anlage belasteten 2018 das Geschäft

Das Unternehmen konnte in allen Segmenten und Bereichen 2018 Preiserhöhungen durchsetzen. Die Mengen stiegen im Vergleich zum Vorjahr leicht an: Höhere Mengen bei Functional Materials & Solutions und Agricultural Solutions wurden teilweise durch geringere Mengen bei Performance Products und Chemicals ausgeglichen. Vor allem der Ausfall der seit dem 2. Quartal wieder produzierenden Citral-Anlage in Ludwigshafen trug zu den niedrigeren Mengen bei Performance Products bei. Die Mengenentwicklung bei Chemicals wurde durch den Niedrigwasserstand des Rheins negativ beeinflusst. Währungseffekte beliefen sich insgesamt auf minus 4 %, Portfolioeffekte auf plus 1 %.

Niedrigere Ergebnisse von Functional Materials & Solutions, Agricultural Solutions sowie Performance Products trugen ebenfalls zum Rückgang des EBIT vor Sondereinflüssen bei. Das Ergebnis bei Agricultural Solutions wurde durch negative Wechselkurseffekte in allen Regionen belastet. Hinzu kam ein stark negativer Beitrag aus den von Bayer akquirierten Geschäften, die BASF erst im August übernehmen konnte. Dies war aufgrund der Saisonalität des Saatgutgeschäfts, das vor allem im ersten Halbjahr Erträge abwirft, ein Nachteil. Zudem fielen Kosten für die Eingliederung der erworbenen Aktivitäten an.

Auch der außergewöhnlich lang andauernde niedrige Wasserstand des Rheins hat BASF zu schaffen gemacht. Die Rohstoffversorgung in Ludwigshafen per Schiff kam über weite Teile des 3. und 4. Quartals fast zum Erliegen. Infolgedessen musste BASF die Anlagenauslastung in Ludwigshafen reduzieren. Dies belastete das Ergebnis 2018 mit rund 250 Millionen €.

Neue Strategie betrifft 14.000 Mitarbeiter

Dr. Martin Brudermüller übernimmt ab Mai 2018 den Vorstandsvorsitz bei BASF. (Bild: BASF)

BASF-Chef Dr. Martin Brudermüller setzt auf eine neue Unternehmensstrategie. (Bild: BASF)

BASF hat ihre Unternehmensstrategie weiterentwickelt und setzt sie konsequent und mit einer Vielzahl von Maßnahmen um. Deshalb hat das Unternehmen in einem ersten Schritt zum 1. Januar die organisatorische Zuordnung für rund 14.000 Mitarbeiter geändert, die bislang in zentralen Einheiten tätig waren. Dieser Transfer in die operativen Bereiche verlief reibungslos.

„Bis Ende des dritten Quartals 2019 wird der gesamte Prozess abgeschlossen sein. Dann werden rund 20.000 Kolleginnen und Kollegen näher an unseren Kunden arbeiten. Damit wir Kundenwünsche besser erkennen, Ideen entwickeln und schneller umsetzen“, so Brudermüller. Die Veränderung der Organisation betrifft Bereiche wie Forschung und Entwicklung, Engineering, Supply Chain, Beschaffung, Personal, Informationsdienstleistungen sowie Umwelt, Gesundheit und Sicherheit.

Ausblick für das Jahr 2019: regional Licht und Schatten

Für das laufende Jahr geht BASF von einem mit 2,8 % voraussichtlich deutlich schwächeren Wachstum der Weltwirtschaft aus als 2018 (3,2 %). Das Unternehmen erwartet, dass in der Europäischen Union die Inlands- und auch die Exportnachfrage aus Drittländern schwächer wächst. Für die USA geht BASF dagegen von einem soliden Wachstum aus. Die Impulse aus der US-Steuerreform sollten aber weniger stark als im Jahr 2018 wirken. Das Wachstum in China wird sich tendenziell weiter abschwächen. Es dürfte allerdings im Vergleich zu den fortgeschrittenen Volkswirtschaften weiterhin hoch bleiben. Für Brasilien prognostiziert BASF dagegen eine weitere konjunkturelle Erholung. Dem Ausblick legt das Unternehmen folgende wirtschaftliche Rahmenbedingungen für das Jahr 2019 zugrunde:

  • Wachstum der globalen Chemieproduktion im Jahr 2019 von 2,7 %
    (2018: +2,7 %)
  • Durchschnittlicher Ölpreis der Referenzrohölsorte Brent von 70 US$/Barrel
  • Wechselkurs von durchschnittlich 1,15 US$ pro €

(as)

Hier finden Sie die vollständige Pressemeldung der BASF.

 

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