BASF legt Fokus auf Automobil-Kunststoffe

14.09.2011 Die BASF hat ein Composite-Leichtbau-Team gegründet, das sich mit der Entwicklung von marktfähigen Materialien und Technologien zur Fertigung von Hochleistungsfaserverbund-Bauteilen für den Automobilbau befasst. Ziel ist es, mehr Metall zu ersetzen sowie Energieverbrauch und CO2-Emission zu vermindern.

BASF legt Fokus auf Automobil-Kunststoffe

Der nächste große Sprung im automobilen Leichtbau wird nach Ansicht der BASF durch den Einsatz endlosfaserverstärkter Hochleistungsverbundwerkstoffe gelingen (Bild: BASF)

Die BASF untersucht parallel drei verschiedene Kunststoffmatrix-Systeme, bietet sie zum Verkauf an und entwickelt sie in enger Zusammenarbeit mit den Kunden maßgeschneidert für ihre Bedürfnisse weiter. „Wir können hier auf das BASF-Know-how in der Epoxidharz-, der Polyurethan- und der Polyamid-Chemie zugreifen, wollen im Team die Synergien nutzen und werden in den nächsten Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag in die Entwicklung investieren“, erläutert Willy Hoven-Nievelstein, Leiter der Geschäftseinheit Engineering Plastics Europe bei der BASF.

Durch das Verfahren „Resin Transfer Molding“ (RTM), das die BASF einsetzt, entstehen große und komplexe Verbund-Bauteile in einem Press-Form-Prozess, die trotz ihres geringen Gewichts hoch belastbar sind. Für gutes Fließvermögen, kurze Aushärtezeit der Kunststoffkomponenten und mechanische Leistungsfähigkeit des fertigen Faserverbundbauteils sollen Epoxidharz bzw. Polyurethan-Systeme sorgen.

Beide Materialien haben neuartige Härtungsmechanismen, sind selbsttrennend und lassen sich auf gängigen Hoch- und Niederdruckanlagen verarbeiten. Die neuen Polyamid-Systeme, die sich zurzeit in der Entwicklung befinden, lassen sich zudem thermoplastisch recyclen und leicht schweißen. Besonderen Aufwand steckt die BASF in das beschleunigte Aushärten der drei Kunststoff- Matrixsysteme und damit in die weitere Verkürzung der Zykluszeiten.

Die Gesamtsysteme aus Kunststoff-Matrix und Faserverstärkung müssen prozesssicher sein und sollten sich zügig in die Großserie übertragen lassen. Sie führen zu einer Gewichtsreduktion gegenüber konventionellen Metallteilen von etwa 50 Prozent. Etablierte Technologien, die Metalleinleger oder endlosfaserverstärkte Einleger auf Basis von Organoblechen oder UD-Tapes (unidirektionale Fasergelege) im Kunststoff einbetten, ergänzen den neuen Ansatz.

Die komplette Pressemitteilung der BASF lesen Sie hier.

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