BAVC: Wachstumsaussichten bleiben gedämpft

16.04.2012 Die Wachstumsaussichten der globalen Wirtschaft bleiben gedämpft, so der BAVC (Bundesarbeitgeberverband Chemie). Die Chemie-Konjunktur hatte zuletzt bereits deutlich an Fahrt verloren; die Unternehmen mussten sich auf eine merkliche Abkühlung der Geschäfte einstellen.

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Zurückzuführen ist dies laut Verband auf die anhaltende Unsicherheit im Euro-Raum, der Sparanstrengungen der europäischen Staaten zur Konsolidierung ihrer Haushalte sowie Spannungen im Nahen und Mittleren Osten. Diese Umstände wirken sich negativ auf wichtige Abnehmerbranchen der chemischen Industrie aus. Für das Jahr 2012 erwartet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) eine stagnierende Chemie-Produktion. Der Umsatz soll einer aktuellen Prognose zufolge bei leicht steigenden Erzeugerpreisen um 1 Prozent zulegen.

Diese für das laufende Jahr eher verhaltenen Aussichten der Chemie-Branche spiegeln sich auch in den Ergebnissen der BAVC-Konjunkturumfrage 2012 wider, an der sich im Februar/März insgesamt 679 Unternehmen beteiligten. Per Saldo erwarten die Unternehmen gegenüber 2011 keine Verbesserung der Geschäftsentwicklung. Dem Anteil der Unternehmen, die eine bessere Entwicklung erwarten (21 Prozent), steht ein nahezu gleich hoher Anteil von Unternehmen gegenüber (20 Prozent), die schlechtere Geschäfte als im Vorjahr befürchten. In den beiden Jahren zuvor war der Saldo der Geschäftserwartungen hier noch deutlich positiver ausgeprägt. Bei den Ertragsaussichten für das laufende Jahr sind die Einschätzungen noch zurückhaltender. 22 Prozent der Unternehmen gehen für 2012 von einer schlechteren Ertragssituation als im Vorjahr aus, während 20 Prozent mit einer Verbesserung rechnen. Ein Drittel der antwortenden Unternehmen kalkuliert für das laufende Jahr mit einer Nettoumsatzrendite von höchstens 3 Prozent oder muss sogar damit rechnen, in die Verlustzone zu geraten.

Die aktuell größten Sorgen bereiten den Unternehmen der Chemie-Branche die anhaltend hohen Rohstoffkosten. Hier stieg alleine der Preis für Rohöl in 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent. Ebenfalls steht die Befürchtung im Raum, dass die Strompreise im Zuge der Energiewende in Deutschland weiter ansteigen.

(pb)

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