Gewinne im Pharmabereich gesunken

Bayer: Agrargeschäft rettet zweites Quartal

05.09.2018 Bayer hat die Zahlen für das zweite Quartal 2018 vorgelegt. Die Milliardenübernahme von Monsanto belebte bereits das Agrargeschäft des Konzerns, die Gewinne in den Bereichen Arzneimittel und Gesundheitsprodukte gingen dagegen zurück.

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Das Agrargeschäft von Bayer entwickelte sich trotz schlechter Nachrichten bei Monsanto positiv. (Bild: Bayer)

Das Agrargeschäft von Bayer entwickelte sich trotz schlechter Nachrichten bei Monsanto positiv. (Bild: Bayer)

Bayer hat die Zahlen für das zweite Quartal 2018 vorgelegt. Die Milliardenübernahme von Monsanto belebte bereits das Agrargeschäft des Konzerns, die Gewinne  in den Bereichen Arzneimittel und Gesundheitsprodukte gingen dagegen zurück.

Der Konzernumsatz stieg zwischen April und Juni 2018 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,5 % auf rund 9,5 Mrd. Euro. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda vor Sondereinflüssen) wuchs insgesamt um 3,9 % auf 2,3 Mrd. Euro. Diese Entwicklung ist vor allem auf das Agrargeschäft zurückzuführen: Der Unternehmensbereich Crop Science steigerte seinen Umsatz deutlich. Das erst Anfang Juni übernommene Monsanto-Geschäft steuerte dabei  bereits rund ein Sechstel des Umsatzes von 3 Mrd. Euro bei. Der Gewinn verdoppelte sich nahezu auf 631 Mio. Euro.

Pharma-Gewinne schrumpfen

Weniger positiv entwickelte sich dagegen das Geschäft mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln. Die Pharmaceuticals-Sparte von Bayer konnte ihren Umsatz zwar leicht auf 4,2 Mrd. Euro steigern. Das Ebitda ging jedoch um 8 % auf unter 1,4 Mrd. Euro zurück. Wesentliche Ursachen waren dafür nach Bayer-Angaben vor allem höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie gestiegene Herstellungskosten und Lieferengpässe.

Eine noch schwierigere Entwicklung zeigt der Bereich der rezeptfreien Gesundheitsprodukte. Neben um 18,5 % sinkenden Gewinnen, ging hier auch der Umsatz leicht  auf 1,4 Mrd. Euro zurück. Dafür war vor allem das schrumpfende Geschäft in Europa und Nordamerika verantwortlich. Beispielhaft für diese Entwicklung ist die Fußpflegeproduktlinie Dr. Scholl’s, deren Umsatz im zweiten Quartal 2018 währungsbereinigt um knapp 10 % sank.

Dagegen konnte der Unternehmensbereich Animal Health sowohl die Absätze als auch die Gewinne steigern. Das Tiergesundheitsgeschäft fällt mit einem Umsatz von 453 Mio. Euro und einem Ebitda von 128 Mio. Euro jedoch deutlich weniger ins Gewicht als die anderen Bereiche.

Ausblick auf 2018 – Börse reagiert skeptisch

Weniger als die Gesundheitssparten ist daher wiederum die Monsanto-Übernahme dafür verantwortlich, dass Bayer seinen Jahresausblick nach oben angepasst hat. Und das, obwohl die Akquisition zuletzt eher für negative Schlagzeilen gesorgt hatte. Der Konzern plant nun mit einem erwarteten Umsatz von 39 Mrd. Euro etwa 4 Mrd. Euro mehr ein als noch im Februar 2018. Für das Ebitda vor Sondereinflüssen prognostiziert Bayer einen Anstieg im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich, während der Konzern zuvor mit einer Verringerung im unteren einstelligen Prozentbereich gerechnet hatte. In der Börse stießen die Quartalszahlen dennoch auf wenig Begeisterung: Der Bayer-Kurs in Frankfurt gab nach der Mitteilung um 2 % nach.

(jg)

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