Monsanto-Übernahme zeigt Folgen

Bayer-Bilanz von Sondereffekten getrübt

27.02.2019 Auch der Chemie- und Pharmakonzern Bayer musste im vergangenen Jahr deutlich Federn lassen. Schuld sind allerdings Sonderbelastungen, beispielsweise aus der Monsanto-Übernahme. Der Gewinn (Ebitda) legte um mehr als ein Viertel auf 11,1 Mrd. Euro zu.

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Big, bigger, Bayer: 62 Mrd. US-Dollar für Monsanto geboten

Bayer-Chef Baumann ist mit der Bilanz des Unternehmens für das abgelaufene Jahr zufrieden. Bild: Bayer

Das Konzernergebnis von Bayer verringerte sich um 76,9 % auf 1,695 Milliarden Euro, unter anderem weil im Vorjahr ein Ertrag in Zusammenhang mit der Entkonsolidierung von Covestro enthalten war. Das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführendem Geschäft übertraf mit 5,94 Euro (-10,5 %) die Erwartung. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr war nach Unternehmensangaben portfolio- und finanzierungsbedingt – den Finanzierungskosten für den Erwerb von Monsanto stand ein saisonal bedingt geringerer Ergebnisbeitrag des erworbenen Geschäfts gegenüber. „Auch für 2018 können wir trotz eines herausfordernden Markt- und Währungsumfeldes erneut ein weiteres Wachstum von Umsatz und Ergebnis verzeichnen“, sagte der Vorstandsvorsitzende. So erhöhte sich der Konzernumsatz wpb. um 4,5 (nominal 13,1) Prozent auf 39,586 Milliarden Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen stieg um 2,8 % auf 9,547 Milliarden Euro, obwohl negative Währungseffekte allein das bisherige Bayer-Geschäft mit 457 Millionen Euro belasteten. Das Ebit reduzierte sich um 33,7 % auf 3,914 Milliarden Euro. Darin enthalten waren Sonderaufwendungen in Höhe von 2,566 (Vorjahr: 1,227) Milliarden Euro. Der Großteil davon entfiel auf Wertminderungen (rund 3,3 Milliarden Euro) oder stand in Verbindung mit dem akquirierten Geschäft (rund 2,0 Milliarden Euro). Dem stand ein einmaliger Sonderertrag von rund 4,1 Milliarden Euro aus Veräußerungsgewinnen gegenüber.

Mehr Geschäft in China, aber auch höhere Kosten

Bayer mit Rekord-Bilanz

Im Pharmasegment sind die Herstellkosten im vergangenen Jahr gestiegen. (Bild: Bayer)

Der Umsatz mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln (Pharmaceuticals) stieg wpb. um 3,4 % auf 16,746 Milliarden Euro. „Maßgeblich dafür waren deutliche Zuwächse in China sowie erneut die insgesamt starke Entwicklung unserer Hauptwachstumsprodukte“, sagte Baumann. Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Pharmaceuticals verringerte sich um 2,0 % auf 5,598 Milliarden Euro. Währungsbereinigt legte es jedoch um 2,5 % zu. Ergebnismindernd wirkten sich im Wesentlichen höhere Herstellungskosten, Effekte aus den vorübergehenden Lieferengpässen sowie höhere Aufwendungen für Marketing und Vertrieb aus. Der Umsatz bei Consumer Health lag mit 5,450 Milliarden Euro (wpb. minus 0,7 %) auf dem Niveau des Vorjahres. Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Consumer Health ging um 11,0 (wb. 5,5) % auf 1,096 Milliarden Euro zurück. Der Rückgang ist primär zurückzuführen auf geringere Absätze und niedrigere Einmalerträge insbesondere aus dem Verkauf kleinerer Marken.

Nachgelegt: Bayer erhöht Angebot für Monsanto erneut

Im Agrargeschäft setzte Bayer 2018 14,3 Mrd. Euro um, 5,3 Mrd. davon stammen aus der Monsanto-Übernahme. (Bild: Doreen_Salcher – Fotolia)

Im Agrargeschäft (Crop Science) setzte Bayer 14,266 Milliarden Euro um. Rund 5,3 Milliarden Euro davon trug das akquirierte Geschäft bei. 1,5 Milliarden Euro entfielen auf die an BASF veräußerten Geschäfte bis zum Abschluss der Desinvestitionen im August 2018. Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Crop Science erhöhte sich um 29,8 Prozent auf 2,651 Milliarden Euro. Der Anstieg ist auch auf den Ergebnisbeitrag des neu akquirierten Geschäfts von 705 Millionen Euro zurückzuführen sowie auf die im 2. Quartal des Vorjahres deutlich erhöhten Rückstellungen für Produktrückgaben in Brasilien. Dem gegenüber stand der anteilige Ergebnisbeitrag der Geschäfte im Vorjahr, der nach Veräußerung an BASF entfiel. Hinzu kamen niedrigere Absatzmengen in Europa, sowie allein auf das bisherige Bayer-Geschäft bezogen ein negativer Währungseffekt in Höhe von 101 Millionen Euro.

Umsatz soll um 4 % steigen

Bayer bestätigt die Prognosezahlen vom Capital Markets Day am 5. Dezember 2018 sowohl für 2019 als auch für die mittelfristigen Ziele für das Jahr 2022. Für das Jahr 2019 erwartet der Konzern einen Umsatz von etwa 46 Milliarden Euro. Dies entspricht einer wpb. Steigerung um etwa 4 %. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ebitda will Bayer auf rund 12,2 Milliarden Euro steigern.

(as)

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