Geschäftszahlen 2019

Bilfinger: Ziele erreicht, aber noch nicht am Ziel

14.02.2020 Der Industriedienstleister Bilfinger hat seine Ziele für das Geschäftsjahr 2019 erreicht. Das Konzernergebnis fiel mit 24 Mio. Euro erstmals seit 2016 wieder positiv aus – für CEO Tom Blades noch kein Grund zur Zufriedenheit.

Tom Blades, Vorstandsvorsitzender Bilfinger SE. Bild: CHEMIE TECHNIK

Jahresziele 2019 erreicht – „aber zufrieden sind wir noch nicht“, sagte CEO Tom Blades zu den Bilfinger-Geschäftszahlen. (Bild: CHEMIE TECHNIK)

Vorläufigen Zahlen zufolge beträgt das bereinigte Ebitda 104 Mio. Euro bei einem organischen Umsatzwachstum von 6 %. Als weiteren wichtigen Meilenstein meldet Bilfinger einen Free Cashflow von 57 Mio. Euro  bei einer starken zugrundeliegenden Cash Conversion im vierten Quartal. Die Umsatzerlöse des Konzerns stiegen im Geschäftsjahr 2019 dank einer robusten Marktnachfrage um 4 % auf 4.327 Mio Euro.

„Meine Kollegen und ich freuen uns über die Fortschritte, die wir trotz erheblichen Gegenwinds im Jahr 2019 erzielt haben – aber zufrieden sind wir noch nicht“, sagte CEO Tom Blades. „In Anlehnung an die Worte eines berühmten ehemaligen EZB-Präsidenten werden wir tun, „was immer notwendig ist“, um bis 2021 unser EBITA-Ziel von 5 Prozent zu erreichen und in der Folgezeit zu halten.“ Auf der Grundlage der veröffentlichten Zahlen werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 23. April erneut die Ausschüttung einer Dividende von 1,00 Euro je Aktie vorschlagen. Der Konzern erfüllte nicht nur seine finanziellen Ziele, sondern schloss auch die Aufbauphase seiner Unternehmensstrategie ab. Bilfinger sieht sich damit gut positioniert, diese Strategie in den kommenden Jahren auszubauen.

Strategie 2020+: „Stärken stärken“

Bis 2024 sollen sich die Aktivitäten von Bilfinger weiterhin auf die Regionen Europa, Nordamerika und Naher Osten konzentrieren, wo das Unternehmen seine „Stärken stärken“ und den Bereich Technologies nutzen wird, um Chancen bei Engineering & Maintenance zu ergreifen. Der Industriedienstleister will seine Kernkompetenzen durch Mehrwertdienste ausspielen, die vor allem auf die Branchen Öl & Gas, Chemie & Petrochemie sowie Energie & Versorgung ausgerichtet sind, um globalen Trends wie alternden Anlagen, Asset Integrity, Klimawandel, Nachfrage nach Fachkräften sowie Daten und künstlicher Intelligenz zu begegnen. Während die zentrale Steuerung des Risikomanagements beibehalten wird, ermöglicht es die nun schlankere Organisationsstruktur des Unternehmens dem Management vor Ort, unternehmerische Verantwortung für das Geschäft zu übernehmen und die operative Exzellenz in Richtung einer Konzern-Bruttomarge von über 12 % voranzutreiben. Zusätzliche Effizienzmaßnahmen, wie die weitere Reduzierung der Komplexität und die bessere Nutzung der nun zunehmend harmonisierten IT-Systeme, werden zu einer Verbesserung der Vertriebs- und Verwaltungskostenquote im Jahr 2020 auf 7,5 % und danach auf 7 % oder weniger führen.

Die führenden Industrie-Dienstleister in Deutschland

Das Unternehmen will auf seiner derzeitigen Position aufbauen und weitere Verbesserungen anstreben, um das Ziel einer bereinigten Ebita-Marge von 5 % ab 2021 und in den Folgejahren auf berichteter Basis zu erreichen. Durch zusätzlich generierten Wert aus einer organischen durchschnittlichen jährlichen Steigerung der Umsatzerlöse um 5 %, kombiniert mit ausgewählten arrondierenden M&A-Transaktionen, wird der Konzernumsatz bis zum Jahr 2024 auf mehr als 5 Mrd. Euro steigen. Einer der strategischen Imperative des Unternehmens ist es, ein Asset-Light-Geschäftsmodell beizubehalten und gleichzeitig die für den Erfolg des Unternehmens notwendigen Mitarbeiter zu gewinnen, zu halten und weiterzuentwickeln. Ein klarer Fokus auf die Cash Conversion wird sich bis 2024 in einem berichteten Free Cashflow von über 200 Mio. € niederschlagen. Dies bildet die Basis für eine nachhaltige Ausschüttungsquote von 40 bis 60 % des bereinigten Konzernergebnisses und bekräftigt die Zielsetzung des Unternehmens, wieder ein Investment-Grade-Rating zu erlangen. CEO Blades erklärte: „Wir haben unseren 2-4-6-Ansatz auf die Bilfinger Strategie 2020+ abgestimmt und werden uns den Stakeholdern auf dieser Basis als berechenbares, zuverlässiges und nachhaltiges Unternehmen präsentieren.“

Ausblick 2020: stabiles Wachstum

Aufgrund einer verstärkten Fokussierung auf margenstärkere Aufträge 2019 und der Verlagerung von Großprojekten auf das Jahr 2020 rechnet Bilfinger für dieses Geschäftsjahr mit einem stabilen organischen Umsatzniveau. Auch im Segment Engineering & Maintenance Europe geht der Konzern von einer stabilen Umsatzentwicklung aus. Ein erwarteter leichter Rückgang der Umsatzerlöse im Segment Engineering & Maintenance International soll durch einen deutlichen Anstieg im Segment Technologies wieder ausgeglichen werden.

Bilfinger prognostiziert eine Steigerung des bereinigten Ebita (2019: 104 Mio. Euro) auf eine Marge von rund 4 % (2019: 2,4 %). Auch aufgrund bereits erzielter substanzieller Einsparungen bei den Vertriebs- und Verwaltungskosten in der Konzernzentrale (einschließlich positiver Einmaleffekte) und positiver Ergebnisbeiträge der Einheiten im Bereich Other Operations erwartet der Konzern ein stabiles bereinigtes EBITA und eine erneut deutlich positive Entwicklung des berichteten Free Cashflow.

Detaillierte Geschäftszahlen und Informationen zu den einzelnen Geschäfts-Segmenten finden Sie in der Mitteilung des Konzerns. (ak)

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