Energiemanagement nach ISO 50001

Borealis senkt CO2-Ausstoß um 360.000 t/a

31.07.2018 Der Polyolefinkonzern Borealis hat den internationalen Energiemanagement-Standard ISO 50001 implementiert. Das Unternehmen erwartet, dadurch seinen Ausstoß von Treibhausgasen um eine Menge zu reduzieren, die dem Betrieb von 80.000 Autos entspricht.

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Standort Linz: Borealis plant millionenschwere Investition

Borealis, hier der Standort Linz, will mit einem Energiemanagement-System nach ISO 50001 seine CO2-Emissionen um mehr als 360.000 t senken. (Bild: Borealis)

Unterstützt wurde Borealis bei der Implementierung von der Beratungsgesellschaft und Zertifizierungsstelle DNV GL. Die ISO 50001-Zertifizierung ist ein weltweit anerkannter Energiemanagementstandard, der Organisationen dabei hilft, ihre Energieperformance zu managen und kontinuierlich zu verbessern, um Kosten und Emissionen zu reduzieren. So will Borealis dadurch in der Lage sein, seine Emissionen jährlich um mehr als 360.000 t CO2  zu senken. Dies entspricht dem Treibhausgasausstoß von 80.000 Autos, die ein Jahr lang in Betrieb sind. Der gesenkte Energieverbrauch verbessert außerdem die Kosteneffizienz des Unternehmens.

Praktische Umsetzung geplanter Strategie

DNV GL arbeitete vier Jahre lang mit Borealis an der Entwicklung und Implementierung eines Energiemanagementsystems (EnMS), das die ISO 50001-Norm erfüllt. Dafür nutzte DNV GL sein unternehmenseigenes Bewertungsprotokoll, das eine quantitative Auswertung der EnMS-Performance eines Unternehmens ermöglicht und das Verständnis für Prozesse und Praktiken fördert, um eine entsprechende Energieverbrauchsplanung und -analyse sicherzustellen. Die Berater bewerteten, wie Borealis’ Standorte in Relation zur Energieperformance abschnitten, beleuchtete die Stärken, Schwächen und Fokusbereiche des Unternehmens, prüfte die bestehenden Unternehmensprozesse und aktualisierte diese, falls es erforderlich war. Diese Aufgaben wurden anfangs an einigen ausgewählten Standorten durchgeführt, um ein besseres Verständnis dafür zu erlangen, wie das Unternehmen funktioniert. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse wurden in der Folge überprüft und die nötigen Änderungen umgesetzt. Im Zuge einer „Energy Efficiency Engagement Tour“ (E³T) durch Europa band das Unternehmen sämtliche Stakeholder in den Prozess ein. Die Tour diente dazu, das Bewusstsein der Mitarbeiter zu schärfen und sie dazu zu animieren, die Energieeffizienz bis zum Jahr 2020 im Vergleich zu 2015 um 10 % zu steigern.

Nach der Entwicklung der ISO 50001-Strategie für das gesamte Unternehmen unterstützte DNV GL acht regionale Standorte dabei, die Unternehmenstheorie in die Praxis umzusetzen. Den Startpunkt bildete eine Gap-Analyse und ein High-Level-Screening der bestehenden Managementprozesse sowie die Entwicklung eines Implementierungsplans, der die standortspezifischen Erfordernisse berücksichtigte und sämtliche für die ISO 50001-Zertifizierung erforderlichen Maßnahmen auflistete. Die Unterstützung bei der Umsetzung umfasste die direkte Zusammenarbeit mit den Energieteams, um angemessene Kennzahlen (KPIs) zu entwickeln und den Energieverbrauch zu kontrollieren, die Kommunikation mit allen Unternehmensebenen, technischen Support, um Energie-Baselines und -ziele zu definieren, sowie die verwaltungstechnische Unterstützung zur Aktualisierung standortspezifischer Prozesse, um diese ISO-50001-fit zu machen. Ein Pre-Audit an jedem Standort diente dazu, etwaige Lücken bei der Vorbereitung auf die Zertifizierung zu schließen.

„Eine der wichtigsten Herausforderungen“

„Die globale Erwärmung ist eine der wichtigsten Herausforderungen, mit denen die Welt aktuell konfrontiert ist. Daher hat Borealis die Steigerung seiner Energieeffizienz sowie die Senkung seiner Emissionen als zentrales Thema erkannt und dieses zu einem der drei Fokusbereiche unserer Nachhaltigkeitsstrategie gemacht. Durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit DNV GL sind wir auf dem besten Weg, unser ehrgeiziges Ziel, unsere Energieeffizienz bis 2020 um 10 % zu steigern, zu erreichen“, erklärt Borealis EVP & HSE Martijn van Koten. Prajeev Rasiah, Vice President und Regional Manager North Europe, Middle East & Africa bei DNV GL – Energy, merkte zum Projekt an: „Mit der Implementierung der ISO 50001-Norm kann Borealis sein Ziel, durch ein kontinuierliches Senken seines Energieverbrauchs, der Energiekosten sowie der Treibhausgasemissionen energieeffizienter zu werden, erreichen. Unsere Partnerschaft und langjährige Beziehung zu Borealis ist der Beweis dafür, dass durch spezielles Knowhow und technische Unterstützung maßgebliche ökologische und wirtschaftliche Einsparungen erzielt werden können.“

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