Die Gläserne Lösung

Borosilicatglas 3.3 für viele Anwendungszwecke und Branchen geeignet

Anlagenbau
Chemie
Pharma
Ausrüster
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

10.10.2012 Der Einsatz von Geräten oder Armaturen aus Glas bietet für den Anwender viele Vorteile. Nahezu totraumarme Verbindungen, die eine hohe Resistenz gegenüber aggressiven Substanzen aufweisen, sich leicht reinigen lassen und hohen Hygieneanforderungen genügen, ermöglichen einen großen Einsatzbereich des Werkstoffes Glas.

Anzeige

Entscheider-Facts Für Ausrüster

  • Borosilicatglas 3.3 ist korrosions- und temperaturbeständig, transparent,
  • chemisch inert, hat eine glatte und
  • porenfreie Oberfläche und bietet katalytische Inaktivität. Zudem ist es vakuumfest, unbrennbar und ökologisch
  • unbedenklich.
  • Der Pharmareaktor ist speziell für die Verfahrensschritte Reaktion und Destillation ausgelegt, arbeitet unter totalem Rücklauf und destilliert das Lösemittel effektiv ab.
  • Die Flanschverbindungen sind aufgrund ihrer Geometrie mechanisch fest und bieten hohe Sicherheit im Prozess.

Schon im alten Ägypten wurden aus Glas Perlen für Schmuck und später auch Gefäße und Vasen hergestellt. Seit dieser Zeit hat sich der Werkstoff Glas aufgrund seiner positiven technischen Eigenschaften – glatte und gut zu reinigende Oberflächen sowie relative Inertheit – neue Applikationen erschlossen. Neue Glasarten und Bauformen kamen auch durch die Weiterentwicklung der Alchimie zur Chemie und Pharmazie hinzu. Für den heutigen Einsatz in der Chemie- und Pharmaindustrie eignet sich das international genormte Borosilicatglas 3.3 aufgrund seiner Eigenschaften sehr gut: Hohe Korrosions- und Temperaturbeständigkeit, Transparenz, chemische Inertheit, glatte und porenfreie Oberfläche sowie katalytische Inaktivität gehören dazu. Hinzu kommen je nach Anwendungsbereich seine Vakuum­fes-
tigkeit und Unbrennbarkeit sowie die ökologische Unbedenklichkeit, die sich bei der Entsorgung positiv bemerkbar macht.

Glas als sicherer Werkstoff in
der Pharmaindustrie

Aus der pharmazeutischen Anwendung leitete De Dietrich Process Systems die Anforderungen für die Gestaltung von Pharmareaktoren ab. Hohe Reinheit sowie optimierter Wärme- und Stoffaustausch bei gleichzeitiger Eignung für den GMP-Einsatz lauteten die Entwicklungsziele. Um den räumlichen Gegebenheiten der meisten Labore gerecht zu werden, hat das Unternehmen Pharmareaktoren für Kesselvolumina von 16 bis 63 Litern in höhenreduzierter Kompaktbauweise entwickelt.
Das Konzept ist speziell für die Verfahrensschritte Reaktion und Destillation ausgelegt. Bei der Reaktion wird unter totalem Rücklauf gearbeitet, in der Konzentrierungsphase wird das Lösemittel möglichst effektiv abdestilliert. Beide Schritte sind sowohl unter Überdruck (0,6 bar), als auch unter Vakuum möglich. Zum Einsatz kommen die produktberührenden Werkstoffe Borosilicatglas 3.3, Stahl-Emaille und PTFE.

Weites Einsatzgebiet für
Borosilicatglas

Das Komponentensystem QVF Supra-Line kombiniert die Vorteile des Werkstoffes Borosilicatglas 3.3 mit weiteren Vorzügen. So bestehen beispielsweise die Flanschverbindungen dieser Serie aus einem Spannelement, einem tiefgezogenen VA-Ring (1.4301) mit Erdungsnut, einer temperaturbeständigen Beilage aus VA (1.4310), einer Silikon-Unterlage, die verhindert, dass die VA-Beilage direkt auf das Glas drückt sowie einer Universaldichtung aus PTFE. Die Flansche sind aufgrund ihrer Geometrie mechanisch fest und bieten hohe Sicherheit im Prozess. Beim GMP-gerechten Anlagenbau schafft die speziell entwickelte Universaldichtung, die mittels Zentrierung in der Nut direkt am Innendurchmesser abschließt und dadurch eine totraumarme Verbindung bei den Planflanschen schafft, einen großen Nutzen für den Betreiber. Bei Anwendungen, für die GMP-Aspekte eine untergeordnete Rolle spielen, lassen sich die Kugelflansche mit den flexiblen Kugel/Pfanne-Verbindungen nutzen. Die integrierte Schulter fixiert die PTFE-Dichtung und ermöglicht eine leckagefreie Verbindung. Beide Flanschformen sind feuerpoliert, sodass sie eine glatte Oberfläche bieten, die resistenter gegen Basen ist als eine geschliffene und so eine längere Lebensdauer der Anlage ermöglicht.
Die Flanschverbindungen wurden in robuster Leichtbauweise konstruiert. Die fettfreie Montage durch innen beschichtete Muttern ermöglicht einfaches, fettfreies Handling. Das Festspannen der Potenzialausgleichsleitung ist in der Klemmnut am Flanschring möglich, sodass ein Verschrauben mit einzelnen Erdungslaschen unnötig wird. Ableitfähige Glasbeschichtungen werden über das Verbindungssystem miteinander leitend verbunden. Ein weiterer Vorteil der Supra-Flanschverbindungen ist, dass sie sich auch in einer Isolierung bis zu einer maximalen Betriebstemperatur von 200 °C betreiben lässt, sodass sich die Anlagen auch unter anspruchsvollen und rauen Bedingungen einsetzen lassen.[tw]

Heftausgabe: Oktober 2012

Über den Autor

Tina Walsweer, Redaktion
Loader-Icon