Chemie-Arbeitgeber rechnen nach starkem 2011 mit weniger Wachstum

05.01.2012 Das Jahr 2011 ist für die chemische Industrie wirtschaftlich erfolgreich verlaufen. Produktion und Umsatz haben deutlich zugelegt, wenn auch nicht so stark wie zuletzt erwartet. Die Werte liegen damit wieder höher als vor der Krise, teilt der Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V. (BAVC) mit. Mit Blick auf 2012 zeichnet sich allerdings eine spürbare Verlangsamung der Chemie-Konjunktur ab.

Chemie-Arbeitgeber rechnen nach starkem 2011 mit weniger Wachstum

Der BAVC prognostiziert für 2012 wenig Dynamik in der Konjunktur der Cheniebranche (Bild: BAVC)

Mit Werten von 1 % bei der Produktion, 1 % bei den Erzeugerpreisen und 2 % beim Umsatz in 2012 wird das Wachstum laut jüngster Prognose des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) nur noch moderat ausfallen, berichtet der BAVC. Nach vorläufigen Berechnungen hat die Chemie-Produktion 2011 gegenüber dem Vorjahr um 4 % zugelegt. Da die Erzeugerpreise aufgrund höherer Rohstoffkosten im Schnitt um 5 % gestiegen sind, wuchs der Umsatz um 9 % auf gut 186 Mrd. Euro.

Der positive Konjunkturverlauf der Chemie-Branche lässt sich auch an der Entwicklung der Beschäftigtenzahlen ablesen. Die Chemie-Unternehmen haben im Jahr 2011 neue Stellen geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten (nach amtlicher Abgrenzung) ist gegenüber dem Vorjahr um 2,5 % auf 425.000 angewachsen. Für das Jahr 2012 ist von einer stabilen Beschäftigungsentwicklung auszugehen.

Als frühzyklischer Wirtschaftszweig hat die chemische Industrie bereits im Jahresverlauf 2011 die ersten Anzeichen der konjunkturellen Abkühlung verspürt. Gegenüber dem jeweiligen Vorquartal sank die Produktion sowohl im 2. als auch im 3. Quartal 2011. Wegen zunehmender Unsicherheiten sind viele Kunden auf der Abnehmerseite zudem bei ihren Bestellungen zuletzt vorsichtiger geworden. Dies lässt sich an der insgesamt nachlassenden Dynamik in der zweiten Jahreshälfte 2011 ablesen, insbesondere bei den konjunktursensiblen chemischen Grundstoffen.

Im Vergleich zum abgelaufenen Jahr werden die Chemie-Geschäfte 2012 spürbar an Tempo verlieren. Vor dem Hintergrund der Schuldenkrise in Europa prognostizieren die Wirtschaftsforschungsinstitute für Deutschland nur ein moderates BIP-Wachstum von etwa 1 %. Auch die Chemie-Produktion wird vor¬aussichtlich nur um 1 % zulegen. Impulse für die Chemie werden vor allem aus Asien, Lateinamerika und aus Osteuropa erwartet, wobei sich auch in China eine Verlangsamung des Wachstums abzeichnet, erklärt der BAVC.
Hinter der weiteren Entwicklung des für die Chemie-Exporte nach wie vor zentralen Heimatmarktes Europa steht derzeit ein großes Fragezeichen. Vor dem Hintergrund der eskalierten Schuldenkrise hatte die EU-Kommission im November 2011 das Wachstum in der Euro-Zone für 2012 auf nur noch 0,5 % beziffert.

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