Chemiearbeitgeber erwarten schwierigere Zeiten für die Branche

07.10.2014 Der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) in Wiesbaden sieht konjunkturell schwierigere Zeiten auf die Chemieindustrie zukommen. In seiner aktuellen Publikation „Impuls“ heißt es, dass von Rezession zwar nach wie vor keine Rede sein könne, aber die Erwartungen zunehmend nach unten geschraubt werden.

Chemiearbeitgeber erwarten schwierigere Zeiten für die Branche

Der Bundesargeberverband warnt vor, dass bei einem fortgesetzten Negativtrend in der Chemieproduktion auch die Gewerkschaften die Erwartungen an die anstehenden Tarifrunden zurück nehmen müssten (Bild: BAVC)

Die Zuspitzung der geopolitischen Krisen gehe an der deutschen Wirtschaft nicht spurlos vorbei, zumal Europa als Wachstumsmotor ausfalle, solange die notwendigen Reformen in Frankreich und Italien nicht in Schwung kommen. Die anhaltende Unsicherheit führe zu Zurückhaltung bei Aufträgen und Investitionen. Hinzu komme, dass Deutschland durch die Rente mit 63, die Mütterrente und den gesetzlichen Mindestlohn zusätzlichen Ballast an Bord genommen habe, schreibt der Verband.

Auch die chemische Industrie musste im 2. Quartal 2014 einen Dämpfer hinnehmen. Umsatz und Produktion lagen gegenüber dem 1. Quartal im Minus. Insbesondere das Inlandsgeschäft fiel schwächer aus, weil viele industrielle Kunden ihre Produktion gedrosselt haben. Die Aussichten für die Chemie werden mittlerweile schlechter eingeschätzt als noch vor einigen Monaten.

Die sinkenden Geschäftserwartungen spiegeln sich auch in den beiden wichtigsten Konjunkturindikatoren wider: So ist der ifo-Geschäftsklimaindex mittlerweile 5 Monate in Folge gefallen, der ZEW-Konjunkturindex sogar 9 Monate hintereinander. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat seine BIP-Prognosen für 2014 und 2015 bereits deutlich reduziert, jeweils um mehr als einen halben Prozentpunkt.

Wenn sich der konjunkturelle Negativtrend fortsetze, heißt es in der BAVC-Veröffentlichung weiter, werden weitere Institute und auch die Bundesregierung dem schwierigeren Fahrwasser Rechnung tragen und ihre Erwartungen zurücknehmen. Diesen Schritt müssten dann auch die Gewerkschaften gehen, wenn sie sich nun auf die anstehenden Tarifrunden vorbereiten (Die bestehenden Tarifverträge laufen im Februar/April 2015 aus).

(dw)

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