VCI-Quartalsbericht

Chemiebranche wächst stärker als erwartet

08.03.2018 Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat das Jahr 2017 mit einem unerwartet starken vierten Quartal beendet: Sowohl die Produktion als auch die Erzeugerpreise und der Umsatz sind gestiegen. Das geht aus dem VCI-Quartalsbericht hervor.

Anzeige
EN Global erhält Engineering-Auftrag für Biomasse-Energieprojekt

Viel Licht, wenig Schatten: Der deutschen Chemiebranche geht es glänzend. (Bild: industrieanlage – Fotolia)

Die Chemieproduktion ist demnach zwischen Oktober und Dezember gegenüber dem Vorquartal um 2,8 % gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahr produzierten die Unternehmen 7,3 % mehr. Die Kapazitätsauslastung der Anlagen betrug 85,1 % und lag damit zum vierten Mal in Folge über dem langjährigen Durchschnitt. Auch die Erzeugerpreise für Chemieprodukte sind im letzten Quartal 2017 wieder gestiegen – nach einem leichten Rückgang im Zeitraum Juli bis September. Chemikalien kosteten 0,3 % mehr als im Vorquartal und 2,7 % mehr als noch 2016.

Höhere Preise sorgen für mehr Umsatz

Die höheren Preise bescherten den Chemie-Unternehmen mehr Einnahmen: Der Branchenumsatz lag im vierten Quartal mit 46,3 Mrd. Euro ca. 2,6 % über dem Vorquartal. Der Vorjahres-Zeitraum wurde dank einer starken Nachfrage nach Chemieprodukten – besonders aus dem Inland sowie aus dem restlichen Europa und aus Asien – um 9,5 % übertroffen. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche wuchs auf 453.770. Das sind 1,5 % mehr als ein Jahr zuvor.

Boomjahr 2018?

Für das laufende Geschäftsjahr 2018 rechnet der VCI mit einem erneuten kräftigen Produktionswachstum von 3,5 %. „Die Chemie ist mit Rückenwind ins neue Jahr gestartet“, freut sich Hauptgeschäftsführer Utz Tillmann. Trotz Unwägbarkeiten wie der zukünftigen Ausrichtung der US-Handelspolitik, beurteilten die deutschen Chemie-Unternehmen „ihre Situation ähnlich positiv wie in der letzten Boomphase von 2004 bis 2008.“ Die Chemikalienpreise werden 2018 nach Schätzungen des VCI um 1 % steigen. Der Branchenumsatz soll dadurch um 4,5 % auf ca. 204 Mrd. Euro zulegen.

(jg)

Loader-Icon