100-Mio.-Euro-Investition

Clariant startet Bau der neuen Zellulose-Ethanol-Anlage in Rumänien

13.09.2018 Der Spezialchemie-Hersteller Clariant hat in Rumänien mit dem Bau einer ersten Großanlage zur Produktion von Zellulose-Ethanol aus Agrarreststoffen begonnen. Die Anlage soll künftig pro Jahr 250.000 t Getreidestroh zu Biokraftstoff verarbeiten.

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Clariant Sunliquid Rumänien

Mit einem ersten Spatenstich hat Clariant den Bau der Zellulose-Ethanol-Anlage in Rumänien gestartet. Bild: Clariant

Mit dem Projekt soll die konzerneigene Sunliquid-Technologie im industriellen Massstab zum Einsatz kommen. Clariant Vorstandsmitglied Christian Kohlpaintner dazu: „Nach mehr als zehn Jahren Forschungs- und Entwicklungsarbeit investiert Clariant über 100 Millionen Euro in ihre erste Sunliquid-Anlage.“ Das Projekt stellt das grösste industrielle Engagement eines internationalen Unternehmens in dieser Region dar. Jährlich soll die Anlage nach Fertigstellung 50.000 Tonnen Zellulose-Ethanol liefern. Im Prozess entstehende Nebenprodukte werden zur Erzeugung erneuerbarer Energie verwendet. Ziel ist die Unabhängigkeit der Anlage von fossilen Energiequellen. Daher ist das entstehende Zellulose-Ethanol ein praktisch treibhausgasneutraler, fortschrittlicher Biokraftstoff.

300 Arbeitsplätze in der Region um Craiova

Die Entscheidung für Craiova fiel sowohl aufgrund der gesicherten regionalen Versorgungslage mit dem Ausgangsmaterial Stroh als auch wegen der dort vorhandenen logistischen und industriellen Infrastruktur. Für die Region um Craiova bietet der Bau der Anlage eine ganze Reihe von Vorteilen. So können Bauern den bisher kaum zu nutzenden Agrarreststoff Stroh erstmals industriell vermarkten. Beim Bau der Anlage werden mehrere Hundert Arbeitskräfte aus Betrieben beschäftigt, die soweit wie möglich aus der näheren Umgebung kommen sollen. Nach Fertigstellung werden rund 300 dauerhafte Arbeitsplätze in Gewerbebetrieben im Umland geschaffen, die für die Unterstützung des Standortes und für Transport und Lagerung des Strohs sorgen. In der Anlage selbst werden 100 bis 120 Mitarbeiter beschäftigt sein. Clariant plant die Stellen mit Arbeitnehmern aus der Region zu besetzen, die dafür in den Laboren in Planegg bei München und der Pilotanlage in Straubing in Bayern ausgebildet werden sollen.

(as)

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