Klimaschutz

Clariant will Anlagen in Knapsack komplett mit Ökostrom betreiben

03.02.2020 Clariant wird seine Additiv-Produktion am Standort Knapsack bei Köln künftig komplett mit Strom aus erneuerbaren Quellen betreiben. Den Beschluss hat das Unternehmen nun nach einem erfolgreichen einjährigen Pilotbetrieb getroffen.

Am Standort Knapsack betreibt Clariant vier Anlagen zur Herstellung von umweltverträglichen Flammschutzmitteln. Die halogenfreien Exolit-Produkte des Schweizer Spezialchemie-Unternehmens werden im Brandschutz für Gebäude, Transport sowie in elektrischen Komponenten und Geräten eingesetzt.

30 % weniger Energie, 35 % weniger indirekte Treibhausgase

Clariant betreibt seine Produktionsanlagen am Standort Knapsack zukünftig komplett mit Ökostrom - Bild Clariant

Clariant betreibt seine Produktionsanlagen am Standort Knapsack zukünftig komplett mit Ökostrom – Bild Clariant

Die 100%ige Umstellung von Knapsack auf Strom aus Wasser- und Windkraft wird durch Unbundled Energy Attribute Certificates bestätigt. Die Umstellung erfolgte im Rahmen der Verpflichtung des Standorts und von Clariant, die Scope-2-Treibhausgasemissionen – das sind indirekte Emissionen aus dem Stromverbrauch – zu reduzieren und sei Teil des unternehmensweiten Übergangs zu einer nachhaltigeren Produktion und einem reduzierten CO2-Fussabdruck. Dazu gehört auch die Beschaffung von nachwachsenden Rohstoffen als Ausgangsmaterial. Das Chemieunternehmen strebt bis zum Jahr 2025 (Basisjahr 2013) eine Senkung des Energieverbrauchs um 30% sowie der direkten und indirekten Treibhausgasemissionen um 35% an.

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7.300 Tonnen weniger CO2-Emissionen

Speziell in Knapsack rechnet das Chemieunternehmen durch die Umstellung auf erneuerbaren Strom mit jährlich ca. 7.300 t weniger CO2-Emissionen. Darüber hinaus hat der Standort Ethylen aus erneuerbaren Ressourcen als Rohstoffoption für die neue Reihe von Exolit OP Terra-Flammschutzmitteln eingeführt. Stephan Neunerdt, bei Clariant Leiter Produktion & Technologie Flammschutzmittel, BU Additive, kommentiert: „Grüner Strom ist bereits Teil des Energiemixes von Clariant in Anlagen in Polen, Schweden und darüber hinaus. Die Produktionsanlage für Additive in Knapsack ist der erste Standort in Deutschland, der gemeinsam mit dem Konzern die Umstellung von Clariant auf die Nutzung erneuerbarer Energien anführt. Knapsack ist ein weiteres Beispiel, das die Machbarkeit eines ganzheitlichen Ansatzes für industrielle Hersteller zur Verringerung ihrer Umweltauswirkungen, ihres CO2-Fussabdrucks und ihrer Abhängigkeit von fossilen Ressourcen – vom Energieverbrauch bis zur Nutzung von Rohstoffen – aufzeigt.

Knapsack trägt die vom TÜV Nord bestätigte REDcert2-Zertifizierung, die die auf der Massenbilanz basierende Nutzung von erneuerbarem Ethylen als Alternative zu fossil basierten Rohstoffen für bestimmte Produkte anerkennt.
(as)

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