Druckluft für Schotten

Comvac zeigte Möglichkeiten zur Energieeinsparung – Messevideos abrufbar

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27.11.2009 Die diesjährigte ComVac – Fachmesse für Druckluft- und Vakuumtechnik im Rahmen der Hannover Messe – stand ganz im Zeichen des Themas Energieeinsparung. Die CT war vor Ort und hat nachgefragt, welche Lösungen Prozessbetreibern helfen können, Energie zu sparen. Einige Hersteller haben außerdem an unserer Videoaktion teilgenommen: Die Videos können unter chemietechnik.de/comvac abgerufen werden.

Am Anfang jeder Energieeinsparmaßnahme – so das Credo unseres Comvac-Rundgangs – steht die Analyse: Wie viel Druckluft wird in welchen Zeiträumen benötigt? Wie ist die Lastverteilung, und wie werden die im Betrieb vorhandenen Kompressoren gesteuert? Die Druckluftanaylse war zwar bereits vor Jahren im Rahmen der Dena-Aktion „Druckluft Effizient“ ein wichtiges Thema, nun aber setzen die Anbieter von Kompressoren und Drucklufttechnik auf breiter Front vergleichsweise einfache Werkzeuge ein, um den Druckluftbedarf einer Anlage zu analysieren. Bei Almig heißt die dazu eingesetzte Technik „Energiebilanzierungssystem“ (EBS) und basiert auf den drei Schritten „Messen“, „Analysieren“ und „Simulieren“. Via Messkoffer und Stromzange wird der Strombedarf einer Kompressorstation ermittelt. Nachdem der Jahresbedarf an Energie errechnet wurde, kann per Simulation der Einsatz drehzahlgeregelter Kompressoren oder unterschiedlicher Steuerungsvarianten getestet werden. Analog dazu führt Boge Druckluftaudits durch. Die Ist-Aufnahme erfolgt ebenfalls mit einem Messkoffer – „Boge Airreport“ genannt. Bei den anschließenden Effizienzmaßnahmen legt der Hersteller großen Wert auf die optimale Steuerung: Die Verbundsteuerung Airtelligence Provis dient unter anderem dazu, per Bildschirm-Visulaisierung Energieeffizienz sichtbar zu machen.

Ölfreie Kompressoren: Magnetlager und wassergekühlte Schraube

Gleich komplett neue Kompressorbauarten für die ölfreie Drucklufterzeugung waren bei den Herstellern Compair und Aerzener zu sehen. Die „Quantima-Kompressoren“ von Compair wurden für den Hermes-Award nominiert: Ein drehzahlgeregelter High-Speed-Elektromotor treibt eine Rotorwelle an, die an beiden Seiten mit jeweils einem Impeller verbunden ist. Die direkt angetriebene Rotorwelle wird von adaptiven Magnetlagern völlig berührungslos geführt. Der Kompressor benötigt nach Angaben des Herstellers bis zu 25 % weniger Energie als vergleichbare konventionell angetriebene Maschinen.

Die Aerzener Maschinenfabrik zeigte einen ölfreien wassergekühlten Schraubenverdichter, der nach Angaben des Unternehmens genauso effizient wie eine ölgekühlte Schraube sein soll, dabei aber einerseits keine Ölabscheidung erfordert und sich andererseits durch niedrige Wartungskosten auszeichnet. Daneben stellte der Anbieter ein Vakuumgebläse mit hermetisch dichtem Antrieb vor, bei dem ein nichtmetallischer Spalttopf Wirbelstromverluste vermeidet und gegenüber der Vorgängerversion 30 % Energie einspart.
Aber auch die Druckluftaufbereitung spielt bei den Maßnahmen zur Energieeinsparung eine wichtige Rolle. Ultrafilter fokussierte in Hannover verschiedene Maßnahmen entlang der kompletten Wertschöpfungskette der Drucklufterzeugung. So bietet das Unternehmen Contracting-Modelle an, bei denen ein Betreiber nicht selbst in Drucklufttechnik investieren muss, sondern lediglich für den Druckluftbezug bezahlt. Die Investitionen werden von Ultrafilter getätigt, wobei der Anbieter im Hinblick auf die Betriebskosten daran interessiert ist, effiziente Lösungen einzusetzen. Daneben zeigte der Hersteller unter anderem besonders effiziente Druckluftfilter: Mit plissierten Nanofiltern lassen sich bei der Druckluftfiltration die Energiekosten gegenüber konventionellen Filtern laut Hersteller um 70 % – und damit bei einem Filter mit 1“-Anschlusspro Jahr um 270 Euro senken.

Effizient Filtern und Trocknen

Bei SPX Dehydration & Filtration bildete die Effizienz bei der Drucklufttrocknung einen Schwerpunkt. Beim Drucklufttrockner Hybridryer ist der Adsorberteil integriert. Er erzeugt mit einem Bruchteil an Adsorptionsmittelfüllung, Regenerationsheizung sowie -gebläse die gleiche Druckluftqualität wie ein auf Standard-Bedingungen ausgelegter Adsorber. Das Gerät kommt bei Drucktaupunkten unter 0 °C und Volumenströmen ab etwa 1000 m3/h zum Einsatz.

Beim Drucklufttechnik-Spezialisten Beko Technologies stand wiederum ein ganzheitlicher Ansatz zur Energieeinsparung im Fokus, der mit Schulung und Beratung beginnt: Dabei bildet eine neue, webbasierte E-Learning-Lösung für die Ausbildung von Vertriebspersonal, Betreibern und anderen interessierten in Sachen Drucklufttechnik eine Grundlage. Daneben stellte der Hersteller strömungsoptimierte Kondensatableiter sowie Druckluftttrockner und -filter vor. Ein weiteres Novum ist die nun nach ISO 8573 Klasse 1 TÜV-zertifizierte Druckluftaufbereitungsanlage Bekokat.

All dies wird unter www.chemietechnik.de/comvac gezeigt. Die Videos können direkt im Webbrowser betrachtet werden. Weitere Neuheiten und Lösungen zur energieeffizienten Drucklufterzeugung sind unter www.chemietechnik.de recherchierbar.

Heftausgabe: Juni 2009

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Scheuermann
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