Grüne Energie für die Chemieindustrie

Covestro schließt großen Liefervertrag für Windstrom

05.12.2019 Covestro hat den nach eigenen Angaben weltweit größten Industriekunden-Liefervertrag für Strom aus Offshore-Windkraftanlagen geschlossen. Neben dem Motiv der Nachhaltigkeit will sich der Kunstoffhersteller damit auch „für den zu erwartenden Anstieg der Energiepreise und CO2-Kosten“ rüsten.

Den Strom soll der dänische Energieanbieter Ørsted ab 2025 aus einem neuen Windpark vor der Nordseeinsel Borkum liefern. Der Windpark Borkum Riffgrund 3 wird in den nächsten Jahren errichtet und soll eine installiere Gesamtkapazität von 900 MW haben. Covestro wird laut Vereinbarung davon 100 MW beziehen und damit seine Produktionsstandorte in Deutschland versorgen. Das Unternehmen unterhält drei große Werke in Nordrhein-Westfalen sowie ein weiteres in Schleswig-Holstein.

Die größten Chemiestandorte in Deutschland

Der Grünstrom soll aus einer neu errichteten Offshore-Anlage vor Borkum kommen. (Bild: Covestro)

Der Grünstrom soll aus einer neu errichteten Offshore-Anlage vor Borkum kommen. (Bild: Covestro)

Erneuerbaren Energien wichtig für die Chemieindustrie

Mit dem Liefervertrag wolle Covestro „Anstöße für einen beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland“ geben, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Steilemann. Ohne grünen Strom könne die Chemiebranche „nicht ihren Beitrag leisten, damit Deutschland wie im Klimaschutzplan festgelegt bis zur Mitte des Jahrhunderts weitgehend treibhausgasneutral wird.“ Gleichzeitig zeige der Liefervertrag, dass „die deutsche Offshore-Windindustrie eine zuverlässige Quelle von grünem Strom ist“, meint Martin Neubert, Executive Vice President und CEO von Ørsted Offshore.

Auch der neue VCI-Chef Christian Kullmann hatte vor kurzem in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung die stärkere Versorgung der Chemieindustrie mit Ökostrom angesprochen. „Dazu müssten wir aber in Deutschland die Erzeugung aus Sonne und Wind weiter massiv ausbauen und die Stromkosten zugleich deutlich senken“, sagte Kullmann. „Auf dem heutigen Stand der Technik erscheint mir das illusorisch.“

(jg)

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