Mehr Output, weniger Umsatz

Covestro spürt den Wettbewerbsdruck

19.02.2020 Der Kunststoffhersteller Covestro hat im vergangenen Jahr deutlich Federn gelassen: Umsatz und Ergebnis sind deutlich gesunken und auch der Ausblick bleibt trübe.

Während die abgesetzten Mengen von Covestro in 2019 noch um 2 % gestiegen waren, ging der Konzernumsatz um 15 % auf 12,2 Mrd. Euro zurück. Als Grund dafür nannte das Unternehmen den gestiegenen Wettbewerbsdruck. Der Gewinn (Ebitda) sank um 50 % auf 1,6 Mrd. Euro. Auf dieser Basis plant Covestro eine Dividende auf Vorjahresniveau in Höhe von 2,40 Euro je Aktie auszuschütten.

Geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten

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Covestro-Chef Dr. Markus Steilemann sieht die Nachfrage nach Kunststoffen weiterhin robust, allerdings drückt das Marktangebot auf die Preise. (Bild: Covestro)

„Das Jahr 2019 war geprägt durch eine Reihe geopolitischer und gesamtwirtschaftlicher Unsicherheiten. Die Nachfrage nach unseren Materialien ist dennoch intakt, was uns bestätigt: Für die Zukunft sind Kunststoffe wertvoller als je zuvor“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Markus Steilemann. „Auch 2020 wird für uns herausfordernd bleiben. Aber wir sehen nach wie vor den langfristigen Bedarf an High-Tech-Kunststoffen für eine nachhaltigere Entwicklung über verschiedenste Schlüsseltechnologien hinweg. Aus diesem Grund richten wir unser Geschäft konsequent in Richtung Kreislaufwirtschaft aus.“ Dazu hat das Unternehmen ein weltweites Programm aufgesetzt und prüft alternative Rohstoffe zu nutzen, innovatives Recycling zu entwickeln sowie breite Kooperationen und neue Geschäftsmodelle zu etablieren.

Rekordinvestitiionen, aber Projektstopp für MDI-Anlage in USA

2019 hat der Kunststoffhersteller mit 910 Mio. Euro (Vorjahr: 707 Mio. Euro) die höchsten Gesamtinvestitionen in der Unternehmenshistorie getätigt. Aufgrund des anhaltend herausfordernden Marktumfelds hat Covestro im Januar 2020 bekanntgegeben, das MDI-Investitionsprojekt im US-amerikanischen Baytown für einen Zeitraum von 18 bis 24 Monaten zu pausieren. Vor Kurzem hat der Hersteller am Standort Brunsbüttel eine neue MDI-Anlage gestartet und die dortige Produktionskapazität auf 400.000 Tonnen pro Jahr verdoppelt.

Covestro rechnet für das Gesamtjahr 2020 mit einem Mengenwachstum im Kerngeschäft im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

(as)

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