Unverzichtbar und vielfältig

CT-Produktfokus Absperr- und Regelarmaturen

10.09.2018 Ohne die Möglichkeit, flüssige oder gasförmige Stoffströme abzusperren und zu regeln, wäre kein Prozess in der chemischen Industrie denkbar. Es ist daher kein Wunder, dass sich ein breites Angebot an Armaturen für diesen Zweck entwickelt hat. Die Hersteller verwenden dabei immer neue Werkstoffe und machen die Komponenten fit für den Einsatz auch in kritischen Bereichen. Unsere Auswahl an Produkten zeigt die ganze Vielfalt an Absperr- und Regelarmaturen: vom Ventil bis zum Kugelhahn, von Nennweite 10 bis 1.200.

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1: Stellventile für kritische Anwendungen

Die Stellventile der Baureihe Stevi von ARI sind kompakt gebaut und variabel einsetzbar. Die Edelstahl-Variante ist jetzt zusätzlich mit Edelstahl-Faltenbalg erhältlich. Das Stellventil besitzt austauschbare und variierbare Innengarnituren und eine Vielzahl verschiedener Antriebsaufbauten. Das Stellventil kommt vor allem in kritischen Anwendungen zum Einsatz. Es arbeitet präzise und leistungsstark mit optimierter Kennlinien-Qualität. Das Ventil ist durch seine ausblassichere Spindel und den schaftgeführten Kegel auch unter anspruchsvollen Bedingungen sicher und ist mit doppelwandigem Faltenbalg lieferbar.

2: Schmiedeventil in Eck- und Druchgangsform

Die Regelventile der Baureihe 190 von Arca Regler kommen als Hochdruck-Regelventile für Dampf, Kondensat und andere neutrale Medien im Kraftwerksbereich zum Einsatz. Die Ausführung als Gesenkschmiedestück bietet hohe Sicherheit und Resistenz gegen Spannungsrisse – auch bei plötzlichen Temperaturwechseln. Die Ventile bestehen aus Schmiedestahl und sind mit Schweißenden nach DIN EN 12627 oder ASME/ANSI B16.25 verfügbar. Die Baureihe bietet Modelle für Nennweiten von DN 25 bis 65 und für Nenndrücke zwischen 160 und 400 bar. Bei der kostengünstigen Ausführung wurde auf Vorschuhenden verzichtet – die Schweißenden entsprechen EN 12627 und sind damit auch in eingebautem Zustand mit Ultraschall prüfbar.

3: Drehschieber regelt Kleinstmengen auch unter extremen Anforderungen

Ebenfalls von Arca stammt das Regelventil 6H. Es beruht auf einem Drehschieber, bei dem eine Feder sowie der Differenzdruck zwei eingebaute Scheiben mit geläppter Oberfläche aufeinanderdrücken. Wie bei einem Gleitschieber hat jede der Scheiben eine oder mehrere Bohrungen. Bei der hier angewandten Lösung ist in die feststehende Scheibe ein tangential verlaufender Durchflusskanal eingebracht, der mit steigendem Querschnitt in die Durchflussbohrung dieser Scheibe mündet. Damit erreicht man eine Streckung des Regelbereiches auf einen für die Regelung ausreichenden Drehwinkel von mindestens 60°. Die Scheiben können aus verschiedenen Materialien – bis hin zu Keramik – gefertigt sein und sind damit auch für schwierige Fluide geeignet. Obwohl es sich hierbei um eine Schwenkarmatur handelt, wird das Gehäuse eines normalen Hubventils benutzt. Dies spart Kosten und ermöglicht die Austauschbarkeit mit Standard-Regelventilen. Das Ventil ist erhältlich in den Nennweiten DN 15 bis 25 und in den Nenndruckstufen PN 16 bis PN 250.

4: Neue Vielfalt an Faltenbalg-Ventilen

ARI hat seine Produktpalette an Faltenbalg-Ventilen ausgebaut. Im Programm sind nun auch die für hohe Drücke geeigneten Ventile Faba Supra MD PN 63 bis PN 160. Die Faltenbalg-Ventile sind durch einen Entlastungskegel noch applikationssicherer (optional ab DN 65). Das Ventil verfügt über eine Faltenbalg-Abdichtung, eine Kammprofil-Dichtung und einen stellitierten Kegel mit Kantensitz, die dafür sorgen, dass die Armatur selbst unter hoher Druckbelastung zuverlässig dicht bleibt.

5: Segmentplatten-Technologie jetzt auch in DN 800

Das Segmentplattenventil von Schubert & Salzer Control Systems ist nun auch in der Nennweite DN 800 erhältlich. Zentrales Drosselorgan sind aufeinander gleitende und gegeneinander dichtende Segmentplatten, die im Ventilgehäuse des Segmentplattenventils senkrecht zur Strömungsrichtung positioniert sind. Auf eine drehfest ausgerichtete Segmentplatte wird eine bewegliche Platte mit gleicher Segmentanzahl durch eine tangential eingreifende Zahnstange so verschoben, dass sich die freie Querschnittsfläche der Segmente präzise und kontinuierlich an die erforderliche Durchflussmenge anpassen lässt. Ein Federpaket drückt die bewegliche Segmentplatte ständig auf die fixierte Platte. Dadurch ist die Durchflussrichtung umkehrbar. Der Nenndruck der DN-800-Version ist PN 16 und der maximale Differenzdruck ebenfalls 16 bar. Das Regelventil eignet sich für Medien im Temperaturbereich von -60 bis 120 °C. Das Gehäuse besteht aus C-Stahl 1.0570, die Dichtscheiben aus gehärtetem C-Stahl 1.7131 und die Zahnstange zum Ventilantrieb aus Edelstahl 1.4112.

6: Kompakte Kugelhähne

Die Kugelhähne der Baureihe 790 von Gemü zeichnen sich durch ein kompaktes sowie robustes Design aus. Sie sind für den Einsatz bis 125 bar geeignet. Die hochpolierte und präzise gefertigte Kugel des Kugelhahns schmiegt sich luftdicht schließend an die innere Dichtkontur. Ein Entlastungsschlitz der Dichtung sorgt für eine Druckentlastung im Ventilvorlauf. Dies reduziert nicht nur die Abnutzung der Sitzdichtungsabnutzung, sondern auch das aufzubringende Betätigungsmoment zur Drehung der Kugel. Die zusätzliche Druckentlastungsbohrung an der Kugel erlaubt einen Druckausgleich und verhindert eine mögliche Betriebsstörung bei innerem Druckaufbau. Eine wellenseitige Ausblassicherung sorgt für eine hohe Betriebssicherheit und die Anti-statik-Einheit für eine dauerhaft leitende Verbindung zwischen der Kugel und der Welle.

7: Kugelhähne sperren doppelt

Die Kugelhähne der Taurus-Baureihe von AS-Schneider bestehen als „Double-Block-and-Bleed“-Ausführung aus zwei Absperr-Kugelhähnen und einem Entlüftungsventil. Sie verbinden so hohe Dichteigenschaften mit einer effektiven Entlüftung. Die Kugelhähne halten je nach Ausführung Drücken bis 420 bar stand. Die Erst- und Zweitabsperr-Kugelhähne können mit schwimmend gelagerter oder zapfengelagerter Kugel, das Entlüftungsventil als integriertes Nadelventil mit eingeschraubter oder geflanschter Spindelführung sowie als angeflanschte Armatur oder Monoflansche ausgeführt sein. Nennweiten sind von 1 bis 6 Zoll möglich.

8: Hastelloy-Armaturen – wenn Edelstahl nicht mehr hilft

VSM Engineering bietet für sehr kritische Bereiche Armaturen aus Hastelloy an. Lange Lieferzeiten umgeht der Hersteller, indem er Standardgrößen im Lager vorhält. Um Wartungs- und Reparaturintervalle von Anlagen zu verlängern, fertigt das Unternehmen Präzisionsarmaturen, deren Material gezielt an das zu fördernde Medium angepasst ist. Dadurch lässt sich auch die allgemeine Lebensdauer der Anlage erhöhen, und Anschaffungskosten relativieren sich. Hastelloy kommt dann zum Einsatz, wenn Edelstahl die Ansprüche des zu fördernden Mediums nicht erfüllt. Mit seiner Nickelbasislegierung ist es gegen viele aggressive Chemikalien beständig. Flexible Anschlussmöglichkeiten sparen Kosten durch weniger Verschraubungen und machen weniger Dichtstellen nötig.

9: Neue Magnetventil-Baureihen mit mehr Leistung

Die direktgesteuerten, druckentlasteten 2/2-Wege-Prozessmagnetventile M75 und M76 von Gemü sollen ab Mitte 2019 die bisherigen fünf Baureihen ersetzen. Die Neuentwicklungen bieten dabei eine höhere Leistungsfähigkeit. Die Ventile besitzen einen kunststoffummantelten Antriebsmagneten, welcher in verschiedenen Anschlussspannungen erhältlich ist. Die neuen Baureihen werden einen durchgängigen Nennweitenbereich sowie verschiedene genormte Anschlussmöglichkeiten bieten. Die breite Auswahl an Körperwerkstoffen und die hermetische Trennung zwischen Medium und Antrieb über O-Ringe sorgen für die Beständigkeit gegen aggressive Medien. Eine Haltestromabsenkung spart Energie und Ressourcen. Die robuste Konstruktion kompensiert dynamische und statische Druckkräfte und ermöglicht einen Betriebsdruck von maximal 6 bar. Bei Typ M75 handelt es sich um ein Auf-Zu-Ventil, während M76 mit Proportionalfunktion auch präzise Regelanwendungen ermöglicht.

10: Absperrklappe hält rauen Umgebungen stand

Die dreifach exzentrische Absperrklappe FKX 9000 von Crane Chempharma & Energy ist für raue Umgebungen und kritische Prozessanwendungen geeignet. Die Armatur kommt zur Dampfabsperrung sowie bei Prozessen mit extremen Temperaturschwankungen zum Einsatz und zeichnet sich durch ihre Betriebssicherheit aus. Damit lassen sich Strömungen gut regeln. Außerdem zeichnet sich die Absperrklappe durch optimierte Cv-Werte und einen niedrigen Druckverlust aus. Die Dichtung verhindert das Austreten flüchtiger Emissionen (VOC) und hat eine hohe Lebensdauer.

11: Schnelle Quetschventile für problematische Fördergüter

Die Quetschventile der Serie VMC, VMP & VF von AKO Armaturen sind pneumatisch gesteuert und dienen zum Absperren und Regeln problematischer Fördergüter. Sie zeichnen sich durch eine schnelle Reaktionszeit aus, und ihre einzelnen Komponenten lassen sich frei konfigurieren. Der verjüngungsfreie Durchgang beugt Verstopfungen im Bereich des Ventils vor. Die totraumfreie Konstruktion ermöglicht den Einsatz unter anderem in Lebensmittel- und Pharmaprozessen. Die In-Place-Reinigung und die einfache In-House-Wartung spart Zeit und Kosten. Die Quetschventile sind in den Nennweiten DN10 bis DN300 erhältlich. Sie können aus verschiedenen Werkstoffen zusammengestellt, bei Betriebsdrücken bis 6 bar eingesetzt werden und sind kompatibel mit allen gängigen Rohrleitungsanschlüssen.

Heftausgabe: September/2018
Jona Göbelbecker, Redaktion

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