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CT-Produktfokus: Thermografiekameras

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06.12.2010 Ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für jedes Unternehmen in der Industrie ist, Fehlern und Anlagenstillständen vorzubeugen. Die verstärkte oder unregelmäßige Wärmeentwicklung in der Produktion, an Geräten oder auch im Stromnetz kann ein Hinweis auf Fehlerentwicklung sein. Der Einsatz von Wärmebildkameras nimmt mit dem beständig wachsenden Anspruch sowohl an Produktivität als auch an Qualität beständig zu. Die CT-Redaktion hat Neuheiten recherchiert.

Technik im Camcorder-Design Mit der Thermografiekamera Testo 876 bringt Testo die erste Wärmebildkamera im klassischen Camcorder-Design auf den Markt. Die 900g leichte Kamera ist ausgestattet mit einem schwenkbaren Display. Dadurch ist Thermografie selbst an schwierig zugänglichen Orten möglich. Gerade in der professionellen Industriethermografie werden dadurch ganz neue Möglichkeiten geschaffen: Durch eine mögliche Drehung des Displays um 180° ist sogar das Arbeiten über Kopf problemlos möglich. Sowohl für Anwender aus dem Bereich der Gebäudethermografie als auch der industriellen Instandhaltung und Wartung bedeutet dies auch ein Mehr an Sicherheit: Schwer erreichbare Gebäudestellen oder industrielle Anlagen können so aus anderen Winkeln thermografiert werden – für eine optimale Detailtreue sorgt dabei das flexibel einsetzbare Wechselobjektiv. Durch ihr geringes Gewicht und die einfache Bedienung passt sich die Kamera den Bedürfnissen des Thermografen optimal an – für ein schnelles und wendiges Arbeiten.

Klare Bilder in dunkler Umgebung Die Handheld-Wärmebildkameras der HM-Serie von Flir sind unempfindlich gegenüber Stößen und Vibrationen und geben auch in der Dunkelheit oder durch leichten Rauch oder Nebel klar definierte Bilder wieder. Die Kameras zeichnen sich durch ihren laut Hersteller vergleichsweise günstigen Preis aus. Die HM-224 stellt Wärmebilder mit einer Auflösung von 240 x 180 Pixel, das Model HM-324 XP+ sogar mit 320 x 240 Pixel dar. Die interne Software der Kamera stellt dabei ein scharfes Videobild sicher, ohne dass Anwender manuell fokussieren müssten. Mit einem Gewicht von nur 660 g inklusive Akkus ist die HM-Serie sehr kompakt und leicht und damit ideal für den Einsatz überall und unter allen denkbaren Umgebungsbedingungen. Sie entspricht der Schutzklasse IP67.

Probleme stets im Blick Die Wärmebildkameras Ti25 und Ti10 von Fluke sind für raue Umgebungsbedingungen ausgelegt und mit der IR-Fusion-Technologie ausgestattet, die Wärme- und Sichtbilder (sichtbares Licht) in Vollbild- oder Bild-im-Bild-Ansichten für die verbesserte Problemerkennung und -analyse integriert. IR-Fusion nutzt ein Bildkorrekturverfahren für die Überlagerung von Sicht- und Wärmebild unabhängig vom Messabstand. Die Geräte überstehen einen Fall aus zwei Meter Höhe und können mit einem stabilen Objektivdeckel geschützt werden, sie sind staubdicht und spritzwassergeschützt gemäß IP54. MitdemFarb-LCDim Widescreen-Format wird in optimierter Temperaturauflösung ein Messbereich zwischen -20 und 350°C bei Ti25 bzw. -20 und 250°C bei Ti10 dargestellt. Auf der 2-GB-SD-Speicherkarte können mindestens 3000 Standard-Wärmebilder bzw. 1200 vollständig radiometrische Wärme- und verknüpfte Sichtbilder gespeichert werden.

Nutzt das Webcam-Prinzip Die Thermografiekamera Optris PI von Optris benötigt – ähnlich einer Webcam – nur noch einen USB-Port für den Betrieb. Zum einen wird dies durch die sehr kleine und in ihrem Stromverbrauch genügsame Thermografiekamera ermöglicht. Zum anderen werden Laptops, UMPCs, Netbooks und Tablett-PCs immer leistungsfähiger und zugleich preisgünstiger. Durch Nutzung des Webcam-Prinzips im Thermografiebereich ergeben sich vor allem bezüglich der Infrarot-Videoaufnahme völlig neue Produkteigenschaften.

Feinste Details sichtbar gemacht Die Wärmebildkameras Flir P660 und P640 zur vorbeugenden Instandhaltung sind mit einem hochauflösenden, ungekühlten Mikrobolometer-Detektor ausgestattet, sind wartungsfrei und sorgen mit 640 x 480 Pixel für hochauflösende Infrarotbilder, auf denen feinste Details sichtbar werden. In der Thermografie geht es immer um die Erkennung der kleinsten Temperaturunterschiede. Das ermöglicht nicht nur die Entdeckung von minimalen Anomalien in elektrischen, mechanischen oder anderen Installationen. Eine Infrarotkamera, die in der Lage ist, extrem kleine Temperaturunterschiede zu erkennen, liefert nämlich auch wesentlich detailliertere Thermografie-Bilder. Genau deswegen hat der Hersteller die thermische Empfindlichkeit der beiden Thermografiekameras noch weiter erhöht. Dank komplizierter Algorithmen sind beide Kameras jetzt in der Lage, feinste Temperaturunterschiede von nur 0,03°C (30mK) zu „sehen“.

Sicherheit groß geschrieben Die Wärmebildkamera Testo 882 verspricht mit einem Detektor von 320 x 240 Pixeln eine hohe Detailauflösung ohne die Notwendigkeit eines Wechselobjektivs. Ausgestattet mit einem 32°-Objektiv bietet das neue Modell dem Anwender alle Bilddetails auf einen Blick und sorgt so für ein schnelles, unkompliziertes und präzises Arbeiten. Wie bei der Testo 876 wird also auch beim Modell 882 Sicherheit groß geschrieben: Selbst kleinste Mängel in schwer zugänglichen oder gefährlichen Zonen industrieller Anlagen können mit ihr präzise und zuverlässig festgestellt werden – aus sicherer Distanz. Mit der Detektorgröße von 320 x 240 Pixeln erfüllt die Kamera zudem nicht nur aktuelle Standards der Bauthermografie, sondern auch die Richtlinien des Bundesverbands für Angewandte Thermografie (VATh e.V.).

Thermografie als Dienstleistung Anlagen- und Schaltschrankinspektionen kann man vergleichsweise schnell und zuverlässig mit einer Wärmebildkamera durchführen. Beispielsweise fallen schadhafte Kontakte, überlastete Sicherungen und Phasenausfälle im Thermogramm als „hot spots“ auf. Auf dieser Basis lässt sich etwa ein Wartungs- oder Reparaturplan aufstellen. Allerdings ist eine hochwertige Thermografie-Ausrüstung sehr teuer. Vor diesem Hintergrund stellt Omnium Technic entsprechende Thermografie-Dienstleistungen zur Verfügung. Außer Schaltschrankprüfungen lassen sich überlastete Kabel im Mauerwerk aufspüren, Energieströme und -verluste visualisieren oder Leckagen in Rohrleitungen finden. Der thermografische Befund ist sofort vor Ort verfügbar.

Heftausgabe: Dezember 2010

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Lind
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