Achema 2012: Die Chemiebranche präsentiert sich nach überstandener Krise

Die Messe danach

10.05.2012 Die Wirtschaftskrise scheint überstanden zu sein, lange genug hat sie die Industrie in Atem gehalten. Nun aber haben sich die Märkte erholt und Unternehmen konnten ihr Vorkrisenniveau teilweise wieder erreichen, manche sogar übertreffen. Gute Vorzeichen also für die Achema, die sich in diesem Jahr zum 30. Mal als Weltforum der Prozessindustrie präsentiert.

Alles steht auf Wachstum, und Messeveranstalter Dechema geht mit gutem Beispiel voran: Mit Halle 11 erhält der Technologiegipfel für Chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie mehr Raum für neue Innovationen und Anwendungen. Auf einer Netto-Ausstellungsfläche von 140.000 m2 zeigen in diesem Jahr rund 4.000 Aussteller aus insgesamt 56 Ländern ihre Produkte. Darüber freut sich Dr. Thomas Scheuring, Geschäftsführer der Dechema: „Die Achema 2012 wird mit einem Auslandsanteil von rund 50 Prozent noch einmal internationaler als jede ihrer Vorgängerinnen.“ Noch bunter das Publikum: Mit 175.000 Besuchern aus 90 verschiedenen Nationen rechnet der Veranstalter. Sie rekrutieren sich aus Ingenieuren, Chemikern, Physikern, aber auch aus Technikern, Laboranten und Vertretern kaufmännischer Berufe. Insgesamt 30.000 sind Führungskräfte, Entscheidungsträger bei Neuanschaffungen also. Hierdurch, und auch die verschiedenen Veranstaltungen für Schüler und Studenten, ist die Achema nicht nur reine Technik-Show, sondern auch Marktplatz und Kommunikationsplattform zwischen Kunde, Unternehmen und dem Nachwuchs des naturwissenschaftlichen Bereichs. Für den stehen die Zeichen gut, wie Dr. Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), auf der Achema-Wirtschaftskonferenz mitteilte: „Die deutschen Chemieunternehmen stellten im vergangenen Geschäftsjahr rund 12.000 Mitarbeiter zusätzlich ein. Dies entspricht einem Zuwachs von drei Prozent auf jetzt 427.000 Beschäftigte.“

Effizienz und Nachhaltigkeit weiterhin Topthemen
Mit der Biobased World widmet die Achema in diesem Jahr dem Thema Nachhaltigkeit einen eigenen Schwerpunkt. Hier dreht sich alles um die Veränderungen, die das Umstellen von fossilen auf nachwachsende Rohstoffe für Verfahren und Produkte mit sich bringt. Gedacht ist die Ausstellung als Plattform, die einen interdisziplinären Austausch zwischen Ausstellern und Besuchern ermöglichen soll. Dass es sich hierbei um ein Querschnittsthema handelt, dem sich kaum ein Unternehmen entziehen kann, zeigen schon die nackten Zahlen: Rund 700 Aussteller sind der Thematik zuzuordnen. Daneben steht auch die Sonderschau „Innovative Energieträger und -speicher“ klar im Zeichen anstehender Veränderungen.
Wie keine andere, ist die energieintensive Chemiebranche von der sogenannten Energiewende verunsichert. Steigende Strompreise sind hier ein Sorgenkind, viel wichtiger steht aber die Frage nach Versorgungssicherheit im Raum. Denn kontinuierliche Prozesse brauchen eine kontinuierliche Energiezuführung. Das effiziente Speichern und Transportieren von Elektrizität spielen hier eine Schlüsselrolle für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Technologiefelder der Sonderschau sind unter anderem chemische Energiespeicherung, Batteriekonzepte und Superkondensatoren sowie die Nutzung industrieller Abwärme.

Auch die Theorie kommt nicht zu kurz
Als Gegenstück zum teils hektischen Treiben zwischen den Ständen der Aussteller findet auch in diesem Jahr wieder ein umfangreiches Kongressprogramm statt. Teilnehmer haben die Wahl zwischen über 900 Vorträgen in englischer Sprache. Die Themen sind zumeist übergreifender Natur und legen ihren Schwerpunkt auf Safety oder auch Mixing and Separation Technology. Aber auch sogenannte Special Sessions mit Themenblöcken wie Bio-Economy sind im Angebot. Eine komplette Übersicht mit Orts- und Zeitangaben können Sie der Homepage des Veranstalters entnehmen. Den Stand der Chemie Technik finden Sie im Übrigen in Halle 9.1, Stand B1. Wir sehen uns in Frankfurt![pb]

MESSE-FACTS
30. Internationaler Ausstellungskongress für Chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie
Ort: Gelände der Messe Frankfurt, Ludwig-Erhard-Anlage 1,
60327 Frankfurt am Main
Termin: Montag, 18. Juni bis Freitag, 22. Juni 2012
Öffnungszeiten: 9.00 bis 18.00 Uhr
Eintrittspreise: Tageskarte: 30 Euro (ermäßigt 6 Euro), Dauerkarte: 80 Euro (ermäßigt 60 bzw. 30 Euro)
Alle Infos unter: http://www.achema.de

Heftausgabe: Mai 2012

Über den Autor

Philip Bittermann, Redaktion
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