Geringqualifizierte bedroht

Digitalisierung: OECD fordert schnelle Maßnahmen gegen Arbeitsplatzverluste

26.04.2019 In Sachen Digitalisierung hat Deutschland ein Problem: Nirgendwo sonst in den Industrieländern der OECD klaffen die Weiterbildungsbemühungen von hoch- und geringqualifizierten Erwachsenen so stark auseinander. Die OECD fordert deshalb in ihrem jüngsten Bericht Maßnahmen.

People with cogs of business

Die Arbeitswelt verändert sich – deshalb wird Weiterbildung immer wichtiger. Bild: alotofpeople – stock.adobe.com

In Deutschland ist aus Sicht der OECD – einer Organisation für die wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung – die Gefahr besonders groß, dass Jobs durch Computer und Roboter verdrängt werden. So schätzt die Organisation, dass in den nächsten 20 Jahren 18,4 % der Arbeitsplätze entfallen werden, das Automatisierungsrisiko sei 4,4 % höher, als im Durchschnitt der OECD-Länder. Weitere 36 % der Jobs in Deutschland werden sich laut OECD radikal verändern – auch hier überdurchschnittlich viele, weil der Anteil des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland vergleichsweise hoch ist und bislang Arbeitsstellen mit geringen Qualifikationsanforderungen bietet. Die OECD plädiert deshalb den Regierungen „schnell zu handeln, weil sonst insbesondere die Geringqualifizierten Arbeitnehmer in der sich schnell ändernden Arbeitswelt zurückfallen werden“. Empfohlen wird eine 4-Punkte-Agenda bestehend aus Schutz der Arbeit, sozialer Absicherung, Weiterbildung und dem sozialen Dialog. „Um die Qualität und Reichweite der Erwachsenenbildung zu steigern, braucht es eine umfassende Überarbeitung der Programme. Zu den Maßnahmen sollten die Beseitigung zeitlicher und finanzieller Beschränkungen für die Teilnahme an Schulungen, die Übertragung von Trainingsrechten sowie die Bereitstellung hochwertiger Informationen und Beratung gehören“, konstatiert die OECD in ihrem aktuellen Beschäftigungsausblick.

(as)

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