Bis zu 20 % Wasserstoff-Anteil

DVGW will das Erdgasnetz für Wasserstoff-Einspeisung fit machen

11.04.2019 Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW), Bonn, hat das Startsignal gegeben für die Weiterentwicklung technischer Regeln für Erzeugung, Einspeisung, Beimischung, Transport, Verteilung und Speicherung von Wasserstoff in der Erdgas-Infrastruktur. Ziel ist es, die bestehende Gasinfrastruktur für eine schrittweise Erhöhung des Wasserstoffanteils fit zu machen.

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Über Power-to-Gas erzeugter Wasserstoff mittels Wasserelektrolyseanlagen kann mit einer entsprechenden Systemanpassung direkt in die Erdgasnetze eingespeist und bedarfsgerecht in den verschiedenen Sektoren weiterverwendet werden. Im Bild eine Elektrolyseanlage. (Bild: Thyssenkrupp)

„Die Regelwerks-Weiterentwicklung schafft in der Praxis der Gasversorgung eine wichtige Voraussetzung, um den klimaschonenden Energieträger Wasserstoff technisch sicher in das vorhandene Leitungssystem zu integrieren“, erklärte der DVGW-Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Gerald Linke zum Beginn der Regelsetzung.

Das künftige Regelwerk soll zunächst eine Zielgröße von etwa 20 Volumenprozent Wasserstoffeinspeisung anpeilen. Das bestehende DVGW-Regelwerk ermöglicht bereits heute überall dort, wo es keine Einschränkungen durch spezifische Anwendungen gibt, Beimischungen von knapp 10 % in das vorhandene Gasnetz. Bis zum Jahr 2030 soll dieser Wert von 10 % ohne Einschränkungen regelwerksseitig verbindlich gelten. Das Ziel liegt jedoch deutlich höher: „20 Prozent erscheinen uns nach heutigem Kenntnisstand technisch machbar. Wahrscheinlich können dann einige Netzteile sogar mehr. Doch wir müssen auch immer die Endanwendungen im Blick behalten“, so Gerald Linke. „Unabhängig davon glauben wir, zukünftig über das System in Summe mehr als 50 Prozent grüne Gase, wie zum Beispiel Biomethan, zu transportieren“.

Netz- und geräteseitige Anpassungen

Steigende Wasserstoffanteile erfordern netz- und geräteseitige Anpassungen. Aufgrund der spezifischen Eigenschaften müssen bei höheren Wasserstoffbeimischungen zum Beispiel andere Werkstoffe in Verdichtern, Heizkesseln oder Fahrzeugtanks zum Einsatz kommen. Wird Wasserstoff in einem weiteren Prozessschritt in synthetisches Methan umgewandelt, ist sogar eine unbegrenzte Beimischung ohne Geräteanpassung möglich. „Dennoch ist es absolut sinnvoll, die Erdgasinfrastrukturen zunächst auch für die Wasserstoffbeimischung zu öffnen und zu ertüchtigen. Dadurch werden weitere Umwandlungsverluste durch die Methanisierung vermieden und Effizienzen gesteigert“, bekräftigt Linke.

Damit bald ein zukunftsweisendes System technischer Regeln für die gesamte Power-to-Gas-Prozesskette zur Verfügung steht, soll langfristig das bestehende Regelwerk gemeinsam mit dem Kooperationspartner DWV (Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Verband) um ein neues für 100 Prozent Wasserstoff ergänzt werden. Hierfür werden die zukünftigen Forschungsergebnisse des DVGW und seiner Institute als Grundlage dienen.

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