Die Zukunft hat ein Gesicht

Einheitliches Gerätekonzept für Zweileiter-Coriolismessgerät

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11.03.2010 Der Kostendruck in der chemischen Industrie nimmt im internationalen Wettbewerb stetig zu. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Prozess- und Anlagensicherheit. Standardgeräte gemäß Namur - Empfehlung NE 131 - sollen mindestens 80 % aller Anwendungen abdecken und alle aktuellen technischen Anforderungen erfüllen. Gleichzeitig sollen die Geräte eine typische kostengünstige Alternative zu bisher etablierten Geräten darstellen.

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Gerade die Coriolis-Technologie zur Durchflussmessung hat sich in der chemischen Industrie in den vergangenen Jahrzehnten einen sehr guten Ruf durch ihren breiten und unproblematischen Einsatz erarbeitet. Bislang ließ sich der Wunsch, diese Gerätetechnologie in der von allen favorisierten sicheren und kostengünstigen Zweileitertechnik zu bekommen, jedoch nicht erfüllen. Die Coriolis-Massedurchfluss-Messgeräte waren ausschließlich in Vierleitertechnik verfügbar; dies macht separate Versorgungs- und Signalleitungen erforderlich.

Den Entwicklern eines Messgeräteherstellers ist es – begleitet durch Entwicklung bei Low-Power-Elektronikbausteinen – gelungen, auch die Coriolis-Technologie in Zweileitertechnik umzusetzen. Noch vor wenigen Jahren wäre dies nicht vorstellbar gewesen.

Zweileitertechnik: einfach zu integrieren

Für den Anwender bietet die Zweileitertechnik im Vergleich zur Vierleitertechnik folgende Vorteile:

  • reduzierte Installationskosten;
  • einfache Integration in vorhandene Infrastruktur;
  • gängige Installationspraxis bzw. Know-how;
  • erweiterter Einsatzbereich und Flexibilität im Ex-Bereich durch eigensicheres Atex Ex-ia Konzept.

Durch die Coriolis-Zweileitertechnologie besteht vor allem bei der Planung und der Ausführung von Neuanlagen ein großes Einsparpotenzial. Im Betrieb bietet sie maximale Sicherheit. Aufgrund der erwähnten Vorteile wird die Zweileitertechnik explizit auch für Durchflussgeräte in der Breite der Chemischen Anwendungspraxis gefordert (NE 131).

Der neue Promass E verfügt über die Merkmale der Zweileitertechnik und ist universell für nahezu alle Anwendungen der chemischen Industrie geeignet:

  • alle Säuren, Laugen und Lösemittel mit einer Viskosität bis 200 mPas;
  • alle Gase;
  • Nennweitenbereich von DN 8 bis DN 50;
  • Prozess-Temperaturen bis 140 °C;
  • Systemdrücke bis PN 100.

Durchfluss und Füllstand wachsen zusammen

Aufgrund der Vielzahl von Herstellern mit unterschiedlichsten Gerätetechnologien wird die Instrumentierungspraxis immer breitbandiger und damit komplexer. Aus diesem Grund wird unter den spezifizierten technischen Anforderungen der NE 131 für zukünftige Namur-Standardgeräte vor allem der Ruf nach einheitlicher Bedienung zur Reduzierung dieser Komplexität immer lauter.

Der neue Promass E-Zweileiter wurde zusammen mit einem neuen Zweileiterkonzept für Füllstand- und Durchflussmessgeräte entwickelt. Das neue Messgerätekonzept perfektioniert die Einheitlichkeit von insgesamt sieben physikalischen Messprinzipien sowie mehr als 20 Messgerätefamilien und setzt alle geforderten Industriestandards um, die dem Betreiber vielfältigen Nutzen bringen.

Alle Geräte haben ein einheitliches Bedienkonzept, mit einem anwenderspezifisch reduziertem Funktionsumfang:

  • Bedienebene 1: Bediener/Anlagenfahrer;
  • Bedienebene 2: Wartungspersonal;
  • Bedienebene 3: Experten/Service.

Das Vereinheitlichen der Bedienelemente und -ebenen, der Funktionen sowie der Navigation erleichtert dem Anwender die Bedienung der Geräte. Selbstverständlich lassen sich einzelne Komponenten vielfältig einsetzen. Das Display von einem Durchflussmessgerät Promass kann zum Beispiel bei einem Füllstandmessgerät Micropilot genutzt werden. Das einheitliche Human Machine Interface (HMI) Bedienkonzept reduziert die Komplexität und senkt die Kosten bei Schulung, Inbetriebnahme, Wartung und Betrieb.

Das modulare Gerätekonzept senkt die Lagerkosten durch Reduzierung der lagerhaltigen Ersatzteilkomponenten und erhöht die Verfügbarkeit der Anlage durch flexible Austauschbarkeit von Teilkomponenten. Die Zweikammer-Gehäuse sind für alle Geräte des Konzeptes einheitlich umgesetzt. Zur Verfügung stehen Varianten in den Materialien Aluminium und Edelstahl. Auch die Elektronikeinsätze sind mechanisch, elektrisch und Ex-technisch kompatibel. Einheitliche Ersatzteile sind zum Beispiel Gehäusegrundkörper mit HistoROM, Gehäusedeckel, I/O-Module, Mainboard, Sensorik (gerätespezifisch), Display etc. Reduzierter Engineeringaufwand und harmonisiertes Software-Versionsmanagement gewährleisten stabilen Anlagenbetrieb. Die gesamte Bestellstruktur und Dokumentation aller Geräte des Konzeptes ist harmonisiert: Alle technische Spezifikationen zu Zertifikaten, Versorgung/Signalausgang, Display/Bedienung, Gehäuse, Kabeleinführung, Prozessanschluss etc. sind vereinheitlicht und aus diesem Grund problemlos zu finden – ein wichtiger Beitrag zu weniger Komplexität bei Planung und Bestellung.

Sicherheit geht vor

Alle Produkte des neuen Gerätekonzeptes beruhen auf einem einheitlichen Zulassungskonzept: Die Gerätezulassungen basieren auf Komponenten, die jeweils einzeln zugelassen sind; dadurch ist höchste Sicherheit gewährleistet. Bei Änderungen muss nur eine Komponente neu zugelassen werden, nicht das ganze Gerät. Das ermöglicht maximale Flexibilität und eine sehr viel schnellere Verfügbarkeit von Zertifikaten.

Die Diagnoseanforderungen der NE 107 sind vollständig umgesetzt. Die Meldungen stehen in einheitlicher Form zur Verfügung. Unterstützend werden Klartexthinweise auf dem Gerätedisplay oder dem Bedientool angezeigt. Sie bieten schnelle Entscheidungshilfe im Fehlerfall gemäß NE 107 und vermeiden oder verkürzen Anlagenstillstände.

Die automatische Datensicherung ermöglicht den einfachen Austausch von Elektroniken ohne Neuabgleich. Das HistoROM (Datenspeicher) speichert automatisch alle Geräteeinstellungen, Messwerte, Grenzwertverletzungen, Signalverläufe (auch ereignisgesteuert) etc. Das Ergebnis sind eine schnellere Verfügbarkeit der Messstelle im Fehlerfall sowie die Multiplikation von gleichartigen Geräteeinstellungen bei der Inbetriebnahme.

Das konsequente Umsetzen der relevanten Industriestandards ermöglicht hohe Betriebssicherheit. Der Coriolis Zweileiter Promass E fügt sich sich nahtlos in das neue, einheitliche Zweileiter-Messgerätekonzept für Durchfluss und Füllstand ein. Hierdurch können Kosten gesenkt und die Betriebssicherheit entlang des gesamten Life Cycle erhöht werden. Der neue Promass E-Zweileiter in Kombination mit dem ersten durchgängigen Zweileiter-Gerätekonzept für Durchfluss- und Füllstandmessgeräte sichert großen Nutzen für den Anwender in der chemischen Industrie.

Zweidraht-Massemessgerät Promass E

Heftausgabe: März 2010
Peter Dietrich, Fachverantwortlicher Marketing Durchfluss, Endress+Hauser

Über den Autor

Peter Dietrich, Fachverantwortlicher Marketing Durchfluss, Endress+Hauser

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