Linde und Shell bauen Ethancracker

Mindestens zehn Jahre lang will Linde mit Shell zusammen Ethancracker im globalen Maßstab bauen (Bild: Linde)

| von Armin Scheuermann

Der Schiefer- und Erdgasboom der vergangenen Jahre hat in der Petrochemie zu einem neuen Cracker-Boom geführt. Und obwohl seit 2016 allein in den USA ein Kapazitätsanstieg um 45 % verzeichnet wurde, werden weltweit immer noch weitere Spaltanlagen gebaut. Das Marktforschungsunternehmen Wood Mackenzie sieht derzeit 30 Mio. Tonnen Ethylenkapazität im Bau – und vor der Corona-Pandemie wurden Projekte mit einer Kapazität von weiteren 50 Mio. Tonnen in Erwägung gezogen.

Cracker-Projekte unter Druck

Doch die Rahmenbedingungen haben sich inzwischen massiv verändert: Waren vor Corona noch Anlagen, die Gas als Rohstoff nutzen, besonders wirtschaftlich, hat der Preisverfall beim Rohöl dazu geführt, dass Cracker, die mit Rohöl bzw. Naphtha betrieben werden, nun wieder konkurrenzfähig werden. Woodmac rechnet damit, dass dies zum Stopp oder zumindest zur Verlangsamung von Projekten führen wird.

Nachfrage nach PA 66 bricht ein

In einer aktuellen Analyse nehmen die Marktforscher allerdings auch Absatzmärkte für Primärkunststoffe unter die Lupe. Demnach ist der für 2020 prognostizierte Bedarf an Polyamid 66 (Nylon) aufgrund der schwächeren Automobil-Nachfrage um fast 20 % zurückgegangen. Ähnlich dramatisch ist der Nachfrage-Einbruch bei PET-Fasern, die in der Bekleidungsindustrie zum Einsatz kommen. Eine gestiegene Nachfrage sieht das Unternehmen für Verpackungskunststoffe, vor allem PET-Harz.

Die Analyse lesen Sie hier.

(as)

 

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