Klimaneutralität

Auf dem Weg zur Klimaneutralität sind komplexe Zusammenhänge zu berücksichtigen. (Bild: Miha Creative – stock.adobe.com)

  • Soll die Produktion dekarbonisiert werden, muss eine Vielzahl unterschiedlicher Aspekte betrachtet werden.
  • Es gibt zahlreiche technologische Optionen, aber keinen Königsweg.
  • Eine individuell erstellte Decarb-Roadmap kann als Fahrplan zur Dekarbonisierung genutzt werden.

Die Aufgabenstellung ist leicht zu umreißen: Industrieunternehmen müssen von einzelnen Produkten und Einzellösungen zu nachhaltigen grünen Wertschöpfungsketten übergehen. Aber die Umsetzung wartet mit mehr als einem Fallstrick auf: Denn auf dem Weg warten viele Herausforderungen des Übergangs wie zum Beispiel die steigenden Gaspreise und das europäische Emissionshandelssystem sowie die zunehmende Volatilität der Rohstoffpreise.

Soll die Produktion dekarbonisiert werden, muss eine Vielzahl unterschiedlicher Aspekte betrachtet werden. Dazu kommt, dass Energie selten zum Kerngeschäft von Industrieunternehmen gehört. So stehen in der Praxis – in Zeiten von schnell wechselnden und inkonsistenten regulatorischen Entwicklungen – sehr ambitionierte Ziele einem Fehlen von sachkundigem Personal mit Verständnis für Energiewirtschaft und Umsetzungswissen gegenüber. Welche Möglichkeiten eine Umstellung bietet und wie komplex diese ist, wird am Beispiel der Elektrifizierung deutlich. Diese ist einer der Haupttreiber für die Dekarbonisierung der Industrie.

Engineering Summit 2022 adressiert Dekarbonisierung

Logo Engineering Summit

Wie die Dekarbonisierung und der Trend zur Nachhaltigkeit den europäischen Anlagenbau verändern wird, ist Thema des kommenden Engineering Summit, der vom 20. bis 21. Juli 2022 in Darmstadt stattfinden wird. Unter dem Motto „Welcome to the new realities in plant engineering“ werden Führungskräfte aus dem europäischen Anlagenbau die aktuellen Entwicklungen der Branche diskutieren.

Im Zentrum steht die Frage, welche Chancen die globale Energietransformation für die Branche bietet. Denn klar ist: Ohne den verfahrenstechnischen Anlagenbau können Wasserstoff-Wirtschaft, Umstellung der Metallurgie-, Chemie- oder Zementindustrie auf grünen Strom und eine klimaneutrale Mobilität nicht gelingen. Gleichzeitig schaffen neue Verfahren und Prozesse enorme Chancen für technologie-getriebene Anlagenbau-Unternehmen, gleichzeitig allerdings auch enorme Herausforderungen im Hinblick auf eigene Investitionen zur Technologieentwicklung und Abwicklungskompetenz. Mehr Informationen unter www.engineering-summit.de

Elektrifizierung zur Dekarbonisierung von Unternehmen

Da die Preise für elektrische Geräte sinken, könnten Industrieunternehmen durch die Elektrifizierung ihrer Betriebe Kosten und Emissionen senken. Die Chance scheint groß zu sein. Industriesektoren wie Chemie, Petrochemie, Lebensmittel und Getränke sowie Papier und Zellstoff verbrauchen zusammen mehr Energie als andere Sektoren, und nur 20 % dieser Energie ist Strom. Hinzu kommt, dass elektrische Geräte für viele – wenn auch nicht alle – industrielle Anwendungen kostengünstiger und zuverlässiger sind.

Außerdem geht mit der Elektrifizierung die Möglichkeit einher, gegen einen Marktpreis zu optimieren, der eine andere Struktur hat als Gas. Allerdings muss man, um diese zu nutzen, nicht nur die Marktmechanismen von Strom verstehen, sondern auch Speicherkapazitäten in Betracht ziehen. Entweder auf der elektrischen Seite oder auf der Dampfseite des Prozesses.

Eine andere Herausforderung stellt sich, wenn Energien wie beispielsweise Wärme auf einem hohen Temperaturniveau benötigt werden, die nicht durch Elektrifizierung bereitgestellt werden können. Was kann man in diesem Fall tun, wenn man von der Verwendung von Erdgas wegkommen will? Wasserstoff ist eine Option, sofern ein Anschluss an das Wasserstoffnetz besteht und ein Langzeitspeicher zur Verfügung steht. Biomasse eine andere. Aber ihr Effekt im Hinblick auf die Dekarbonisierung ist umstritten. Auch Biokohle könnte ein Weg sein. Sowohl für Biomasse als auch Biokohle kämen zudem Kohlenstoffabscheidung und -speicherung in Frage, wenn das Unternehmen sich in der Nähe einer Infrastruktur befindet, die eine solche ermöglicht.

Bei all diesen technologischen Optionen wird klar, dass es nicht den einen Königsweg gibt. Vielmehr müssen verschiedene Ansätze miteinander kombiniert werden. Es stehen also viele Werkzeuge zur Verfügung, allerdings müssen diese aber in der Praxis individuell geprüft und angepasst werden. Dies gilt für das Beispiel Elektrifizierung, aber auch für andere Ansätze wie beispielsweise die Diversifizierung der Brennstoffe oder die Verwertung von Abfallströmen.

Decarb-Roadmap: Kompass auf dem Weg zur Klimaneutralität

Vor dem Hintergrund dieser Komplexität fragen Unternehmen nach Gesamtkonzepten anstelle von Einzelprodukten. Hier kann die Erfahrung von Energieversorgern und deren Fachwissen von großem Nutzen sein. Bei Uniper wird dieses Know-how im Rahmen der Decarb-Roadmap bereits für Kunden eingesetzt. Diese ist als individuell erstellter Fahrplan zu verstehen, der ganzheitliche Lösungen zur Umsetzung anbietet.

Die Basis für die Decarb-Roadmap ist die Analyse des Energiebrauchs und die Erarbeitung von Maßnahmen, mit denen der Energiebedarf gesenkt bzw. der Energieeinsatz optimiert werden kann, beispielsweise durch Energieeffizienzmaßnahmen, Nachfragesteuerung, Flexibilitätsdienste und eine Reihe von Überwachungs- und Diagnoseinstrumenten. Zudem umfasst die Decarb-Roadmap, wenn gewünscht, Schritte zur Umstellung auf kohlenstoffärmere Energiequellen wie Biomasse und Wasserstoff und betrachtet Möglichkeiten wie die Abfallverwertung, um weitere Einspareffekte zu erzielen. Ergänzt werden kann dies mit einer Kompensationsstrategie für überschüssigen Kohlenstoff.

Auch die Frage der Versorgungssicherheit ist Teil der Roadmap. Dabei werden verschiedene technologische Optionen berücksichtigt. Denn um diese zu gewährleisten, werden neben erneuerbaren Energien auch zunehmend sauberes Gas, Energiespeicherung und andere flexible Lösungen gebraucht. So eignen sich neben Windkraftanlagen und Solarkollektoren insbesondere gasbetriebene, hocheffiziente Blockheizkraftwerke, die gleichzeitig Wärme und Strom erzeugen und dabei Wirkungsgrade von bis zu 90 % erzielen können, ideal zur Ergänzung der unternehmenseigenen Energieversorgung sowie zur effektiven Reduktion klimaschädlicher CO2-Emissionen.

Ein weiterer Aspekt ist die Finanzierungsfrage: Denn neben Fachwissen und Geduld benötigt die Energiewende Geld. Daher agiert Uniper auch als Investor und Entwickler, der gemeinsam mit der energieintensiven Industrie kohlenstoffarme bzw. kohlenstofffreie Energiesysteme implementiert und betreibt. Zudem wurden Finanzierungsmechanismen entwickelt, die dazu beitragen, die Vorlaufkosten der Anlagen zu decken, auch wenn die Amortisationszeit lang ist.

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