Juli 2013
  • Regelung und Überwachung industrieller Begleitheizungssysteme stellen Unternehmen in vielen Branchen vor immer größere Herausforderungen.
  • Die richtige Regelungs- und Überwachungstechnik sorgt aber nicht nur für Sicherheit und Risikominimierung, sondern kann auch die Kosten für Verkabelung und Wartung senken.
  • Angesichts des ständigen Kostendrucks ist die Auswahl der besten Lösung wichtiger als je zuvor.  

Neben einem einfachen Thermostat stehen Anlagenbetreibern drei moderne Regelungsoptionen zur Auswahl. Die erste vereint die lokale Regelung mit lokaler Überwachung. Dabei werden beide Elemente vor Ort installiert. Diese Option eignet sich besonders für kleinere Anlagen, bei denen das Wartungspersonal schnell an Ort und Stelle ist.
Bei der zweiten Option sind Regelung und Überwachung zentral, d. h., das Wartungspersonal muss bei Problemen nicht mehr zur Anlage fahren, da alles zentral gesteuert wird. Da sich alle Systeme am gleichen Ort befinden, ist dies eine praktische Lösung für die Instandhalter. Diese Variante kann aber auch teuer werden, da jeder Heizkreis über eine eigene Strom- und Signalleitung mit der Leitstelle verbunden werden muss.
Die dritte Option bietet eine Kombination aus lokaler Regelung und zentraler Überwachung. Mit dieser Lösung, die das „Beste aus beiden Welten“ vereint, lassen sich Bereiche mit engen Temperaturfenstern lokal regeln, und sämtliche Anlagendaten werden an einen zentralen Standort außerhalb der Anlage übermittelt. Diese Option ist zudem äußerst kostensparend, da sie die Spannungsversorgung per „Daisy Chain“ ermöglicht. Dabei können die lokalen Regler miteinander verbunden werden, um die Spannungsversorgung zu vereinfachen.

Atex-Zulassung für den Ex-Bereich vorausgesetzt
Sobald ein Anlagenbetreiber entschieden hat, welches Regelungs- und Überwachungssystem für seine Anlage am besten geeignet ist, muss er sicherstellen, dass es auch für Ex-Bereiche zugelassen ist. Auf dem europäischen Markt müssen sämtliche Anlagen und Schutzsysteme in explosionsgefährdeten Bereichen die Atex-Vorschriften einhalten. Es gibt zwei Atex-Richtlinien: Die Produktrichtlinie 94/9/EG, auch „Atex 95″ genannt, legt die Regeln für Produkte und Schutzsysteme fest, die in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden. Die Betriebsrichtlinie 1999/92/EG bzw. „Atex 137″ definiert die Mindestvorschriften zur Verbesserung des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes für Arbeitnehmer, die durch eine explosionsfähige Atmosphäre gefährdet werden können.
Wie kann Regelungs- und Überwachungstechnik dazu beitragen, diese Atex-Richtlinien einzuhalten? Mit einem System für die lokale Regelung und zentrale Überwachung kann ein Großteil der Wartungsarbeiten von einem zentralen Standort aus durchgeführt werden, sodass das Wartungspersonal nicht so oft vor Ort sein muss. Wenn in einem Heizkreis höhere als die gemäß  Temperaturklasse (T-Klasse) zulässigen Temperaturen  auftreten könnten, muss ein Sicherheitstemperaturbegrenzer installiert werden. Der Regler Digitrace NGC-20 vereint die lokale Regelung mit der zentralen Überwachung und kann bei Bedarf mit einem Sicherheitstemperaturbegrenzer ausgestattet werden. Der Begrenzer ist gemäß der IEC-Norm 61508 als SIL-2-Gerät klassifiziert.

Regelung und Überwachung im Einsatz: Tobolsk Polymers LLC
Beim russischen Kunststoffhersteller Tobolsk Polymers LLC wird das Regelungssystem in einem aktuellen Großprojekt zur Herstellung von Polypropylen (PP) eingesetzt. Russland ist sowohl als Hersteller als auch als Abnehmer von PP ein bedeutender Markt, der jedes Jahr beständig wächst. Allein im Jahr 2011 wurden in Russland über 800.000 Tonnen Polypropylen hergestellt . Um den wachsenden Bedarf zu decken, baut Tobolsk Polymers derzeit in Tobolsk die größte petrochemische Anlage Russlands auf. Pentair Thermal Management liefert hierfür Frostschutz- und Temperaturhaltesysteme und übernimmt im Rahmen des Projekts auch Dienstleistungen wie die technische Planung, Auslegung und Installation.
Die Arbeit an diesem Großprojekt birgt eine ganze Reihe von Herausforderungen. Der Standort ist sehr groß und viele Anlagenteile befinden sich in Ex-Bereichen. Bei der Herstellung von PP wird beispielsweise hochentzündliches Propan dehydriert. Daher wurden selbstregelnde Heizbänder sowie das Regelungs- und Überwachungssystem Digitrace NGC-20 ausgewählt, um das PP auf der richtigen Temperatur zu halten und Unfallrisiken zu vermeiden.
Das Regelungssystem vereint die Vorteile eines zentralen Regelungssystems mit denen der lokalen Steuerung. Werte wie Temperatur, Fehlerstrom und Heizstrom werden gemessen, lokal angezeigt und an einen zentralen Standort rückgemeldet. Neben den Begleitheizungslösungen für diese kritischen Bereiche wurden auch Frostschutzsysteme für Außenanlagen wie Dachrinnen, Fallrohre und Dachabläufe geliefert. Ein Mitarbeiter des zuständigen Anlagenbauers Linde Engineering Dresden kommentiert: „Bei einem Projekt dieser Größe und Komplexität war es enorm wichtig, dass wir einen Partner haben, der alle technischen Herausforderungen bewältigen kann. Ein umfangreiches Technologieangebot sowie  Erfahrung mit Großprojekten führten zu einer Lösung, die all unseren Anforderungen entspricht. Die Unterstützung durch Pentair während der ausgedehnten Planungsphase war äußerst wertvoll.“
Fazit: Bei der Auswahl der richtigen Regelungs- und Überwachungstechnik müssen Anlagenbetreiber heutzutage viele Faktoren einbeziehen.  Welche ist die kostengünstigste Variante? Ist das Wartungspersonal bei Problemen schnell vor Ort? Wie werden zuverlässiger Anlagenbetrieb und die Sicherheit in Ex-Bereichen gewährleistet, ohne die Kosten in die Höhe zu treiben? Das richtige Regelungs- und Überwachungssystem liefert Antworten auf all diese Fragen und hilft, die Kosten und das Unfallrisiko zu senken.

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