Sitz von Adnoc

In den Vereinigten Arabischen Emirate sollen künftig große Mengen Wasserstoff hergestellt werden. (Bild: Adnoc)

Das Abkommens wurde während des Besuchs des deutschen Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) verkündet. Neben Uniper und Hydrogenious ist auch das Unternehmen Jera Americas beteiligt.

LOHC-Technologie für den einfachen Wasserstoff-Transport

Gemeinsam wollen die Partner die Möglichkeit prüfen, die bestehende LOHC-Technologie zu erweitern, um die wachsende weltweite Nachfrage nach Wasserstofftransporten zu decken. LOHC steht für Liquid Organic Hydrogen Carrier. Die Technologie bietet eine einfache und sichere Möglichkeit zur Speicherung und zum Transport von Wasserstoff in großen Mengen, indem Wasserstoffmoleküle chemisch an ein nicht entflammbares Thermalöl gebunden werden. In diesem Beitrag hatten wir über einen LOHC-Speicher im Chempark Dormagen berichtet.

Als Trägermaterial kommt dabei Benzyltoluol zum Einsatz. Bei der Bindung des Wasserstoffs an das Benzyltoluol durch einen katalytischen Prozess treten keine Wasserstoffverluste auf, was die Speicherung großer Mengen auch über lange Zeit ermöglicht. Es bietet einfache Handhabung unter Umgebungsdruck und -temperaturen, was die Nutzung bestehender Infrastruktur für Flüssigbrennstoffe erlaubt. Seine volumetrische Energiedichte ist vorteilhaft, da ein Transportbehälter im Vergleich zu komprimiertem Wasserstoff nach Angaben von Hydrogenious etwa fünfmal mehr Energie speichern kann.

Benzyltoluol ist in der Industrie weit verbreitet und daher in großen Mengen kommerziell verfügbar. Außerdem kann es viele hundert Mal mit Wasserstoff be- und entladen werden. Für großvolumige Hafen-zu-Hafen-Lieferketten hat LOHC das Potenzial, eine Alternative zu Ammoniak oder flüssigem Wasserstoff zu sein. Der Energiedienstleister Getec, der jetzt ebenfalls einen Vertrag mit Adnoc geschlossen hat, setzt bei seinen Wasserstoff-Lieferungen auf Ammoniak.

Wertschöpfungskette von der Energieerzeugung bis zum Verbraucher

Der Staatskonzern Adnoc hat das Ziel, einer der weltweit führenden Hersteller von Wasserstoff und seinen Trägerbrennstoffen zu werden. Die wettbewerbsfähige Wasserstoffproduktion in den Vereinigten Arabischen Emiraten soll durch den reichhaltigen und kostengünstigen Zugang zu erneuerbaren Energien und Kohlenwasserstoffen, sowie durch die bestehende Infrastruktur für die Wasserstoffproduktion in großem Maßstab ermöglicht werden.

„Wir können uns kein besseres Projektkonsortium vorstellen, das die gesamte Wertschöpfungskette von der Quelle bis zum Verbrauch abdeckt. Auf Basis der Energieerzeugung durch Adnoc, der Kundenkontakte von Uniper und der Erfahrung im Energiehandel durch Jera Americas wird eine nahtlose Wertschöpfungskette geschaffen, um saubere Energie auf den europäischen Markt zu bringen“, erklärte Dr. Daniel Teichmann, Gründer und CEO von Hydrogenious. Wie Siemens LOHC im Schienenverkehr nutzen will, erfahren Sie hier.

Engineering Summit 2022 adressiert Dekarbonisierung

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Wie die Dekarbonisierung und der Trend zur Nachhaltigkeit den europäischen Anlagenbau verändern wird, ist Thema des kommenden Engineering Summit, der vom 20. bis 21. Juli 2022 in Darmstadt stattfinden wird. Unter dem Motto „Welcome to the new realities in plant engineering“ werden Führungskräfte aus dem europäischen Anlagenbau die aktuellen Entwicklungen der Branche diskutieren.

Im Zentrum steht die Frage, welche Chancen die globale Energietransformation für die Branche bietet. Denn klar ist: Ohne den verfahrenstechnischen Anlagenbau können Wasserstoff-Wirtschaft, Umstellung der Metallurgie-, Chemie- oder Zementindustrie auf grünen Strom und eine klimaneutrale Mobilität nicht gelingen. Gleichzeitig schaffen neue Verfahren und Prozesse enorme Chancen für technologie-getriebene Anlagenbau-Unternehmen, gleichzeitig allerdings auch enorme Herausforderungen im Hinblick auf eigene Investitionen zur Technologieentwicklung und Abwicklungskompetenz. Mehr Informationen unter www.engineering-summit.de

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