Umbau Energiewirtschaft

Energiewirtschaft wird wieder zur Wachstumsbranche

09.05.2019 Nach Einschätzung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Berlin, kann die Energiewirtschaft wieder zur Wachstumsbranche werden. Die Wachstumschancen lassen sich mit dem Dreiklang ‚Mehr Erneuerbare Energie, mehr Elektromobilität, mehr Power-to-Gas‘ beschreiben.

Anzeige
1707_BDEW_BruttostromerzeugerEnergieträger_03

Bruttostromerzeugung in kWh nach Energieträgern in Deutschland 2016. (Bild: BDEW)

„Um die Energiewelt von morgen aufzubauen, muss massiv in die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien und in neue Speichertechnologien investiert werden“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des Verbandes. Basis für das neue Wachstum seien die energie- und klimapolitischen Beschlüsse mit Blick auf das Jahr 2050, erläuterte Kapferer. Die Branche habe zudem die große Chance, sich mit der Elektro-Mobilität ein ganz neues Geschäftsfeld zu erschließen. Der Umbau der Energieerzeugung vollzieht sich auf folgenden Gebieten:

  • Erneuerbare Energien: Um das Ziel von 65 Prozent Erneuerbarer Energien bei der Stromerzeugung bis 2030 zu erreichen, müssen nach einer vorläufigen Abschätzung des BDEW im gleichen Zeitraum bis zu 100 GW zugebaut werden: Das bedeutet einen Zuwachs von 83 Prozent auf die derzeit 120 Gigawatt (GW) Erneuerbare-Energien-Anlagen.
  • Ausstieg Kohle und Kernkraft: Mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung (2038) und der Kernkraft (2022) müssen innerhalb von knapp 20 Jahren 50 GW gesicherte Leistung – das entspricht mehr als der Hälfte unserer gegenwärtigen konventionellen Kapazität – aus dem System genommen und durch Windenergie und Solaranlagen, Speicher sowie Gaskraftwerke ersetzt werden.
  • Elektromobilität: Sollte der Anteil der E-Pkw-Neuzulassungen bis 2030 auf 9 Millionen E-Autos (10 % des Fahrzeugbestandes) steigen, wären dazu etwa 24 Terrawattstunden Strom jährlich erforderlich. Dies entspricht rund 4 Prozent des Bruttoinlandstromverbrauchs 2018.
  • Power-to-Gas (PtG): Diese Technik ermöglicht eine verlässliche und stabile Rund-um-die Uhr-Nutzung von grünem Strom in allen Sektoren und kann zudem zur Stabilisierung der Stromnetze beitragen. Der Bedarf dafür wird steigen. Annahmen zu Potenzialen bis 2030 aus verschiedenen Studien zeigen große Bandbreiten, etwa 2 bis 3 GW PtG-Kapazitäten (NEP 2030) bis 15 GW (dena Leitstudie). Deutschlandweit gibt es mehr als 30 Pilotprojekte mit einer Elektrolyse-Leistung von insgesamt rund 25 MW (Quelle: https://www.powertogas.info/projektkarte/). Zuletzt wurden mehrere größere Projekte angekündigt, deren jeweilige Elektrolyse-Leistung im dreistelligen MW-Bereich liegt.
Loader-Icon