Eon baut Power to Gas-Pilotanlage in Falkenhagen

17.09.2012 Eon hat in Falkenhagen in Brandenburg mit dem Bau einer Pilotanlage zur Umwandlung von Windenergie in Wasserstoff begonnen. Die so genannte ‚Power to Gas-Anlage‘ wird ab 2013 überschüssigen Strom aus Windkraft aufnehmen, der sonst nicht in das Stromnetz eingespeist werden könnte.

Eon baut Power to Gas-Pilotanlage in Falkenhagen

E.ON will mit einer Pilot-Elektrolyseanlage (Power to Gas-Anlage) überschüssigen Wind-Strom in Wasserstoff umwandeln und in das Ferngasnetz einspeisen (Bild: Eon)

Die Anlage hilft so, eine andernfalls notwendige Abschaltung von Windkraftanlagen bei Netzengpässen zu vermeiden. Durch einen Elektrolyseprozess (für 2 MW Strom) werden rund 360 m3 Wasserstoff pro Stunde erzeugt. Dieser wird vor Ort in das regionale Ferngasnetz eingespeist und steht damit der Erzeugung von Wärme und Strom zur Verfügung.

Der besondere Reiz der Power to Gas-Technik liegt in dem großen Speichervolumen, das die bestehende Erdgasinfrastruktur bietet. Bereits heute kann Wasserstoff im einstelligen Prozentbereich in die Erdgasinfrastruktur eingespeist werden. Zudem kann man ihn in einem zweiten Schritt zu synthetischem Erdgas weiterverarbeiten. Somit wäre theoretisch die gesamte Speicherkapazität des Erdgasnetzes nutzbar.

Mit dem Pilotprojekt will der Energieversorger Eon dazu beitragen, die Effizienz des Gesamtprozesses von der Aufnahme des Windstroms bis hin zur Einspeisung des Wasserstoffs in das Erdgasnetz zu steigern. Dies ist erforderlich, um die Power to Gas-Technik zukünftig im Großmaßstab wirtschaftlich nutzen zu können.

Dazu Klaus-Dieter Maubach, der im Vorstand von Eon für Technologie und Innovation verantwortlich ist: „Wenn Deutschland in den nächsten Jahren die erneuerbaren Energien plangemäß ausbaut, wird das Angebot künftig bei starkem Wind oder hoher Sonneneinstrahlung immer häufiger und in immer größerem Umfang den Strombedarf übersteigen. Damit kommt das Stromnetz auch immer stärker an die Grenzen seiner Belastbarkeit. Deswegen investiert E.ON in die Entwicklung von Techniken zur Speicherung großer Energiemengen. Power to Gas ist dabei eine vielversprechende Lösung für das Energieversorgungssystem der Zukunft.“

Weblink zum Thema

Das Projektprofil der ‚Power to Gas-Anlage‘ in Falkenhagen steht in englischer Sprache als pdf „Converting surplus energy to hydrogen“ zur Verfügung.

(dw)

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