Aktueller Quartalsbericht

Evonik mit besseren Zahlen als erwartet

04.08.2020 Der Spezialchemie-Konern Evonik kommt besser als befürchtet durch die Corona-Krise. Gleichwohl gingen Umsatz und Ergebnis im zweiten Quartal infolge deutlich schwächerer Nachfrage in einigen Märkten gegenüber dem Vorjahr zurück.

Der Konzernumsatz von Evonik sank um 14 % auf 2,83 Mrd. Euro, das bereinigte Ergebnis (Ebitda) um 19 % auf 456 Mio. Euro. „Evonik hält der Krise stand“, kommentiert Christian Kullmann, Vorsitzender des Vorstandes, diese Zahlen. „Im zweiten Quartal haben wir die Folgen der Pandemie durchaus zu spüren bekommen. Der strategische Portfolioumbau und die Umsetzung unserer Effizienzprogramme trugen aber dazu bei, dass wir besser durchs erste Halbjahr gekommen sind als zunächst erwartet. Dies gilt insbesondere für unsere starken Wachstumssegmente.“

Märkte unterschiedlich betroffen

Christian Kullmann, Vorstandsvorsitzender der Evonik Industries AG, ist seit dem 27. März 2020 Präsident des VCI. Bild: Evonik

Konzernchef Christian Kullmann zeigt sich zufrieden mit dem Weg durch die Krise. (Bild: Evonik)

Die beiden Wachstumssegmente Resource Efficiency und Nutrition & Care zeigten sich im zweiten Quartal robust und erzielten eine gute bereinigte Ebitda-Marge von jeweils 20 %. Das Segment Performance Materials wurde dagegen deutlich härter vom Einbruch der Nachfrage getroffen und litt zudem unter den Folgen des niedrigen Ölpreises. Das bereinigte Konzernergebnis ging im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 30 % auf 160 Mio. Euro zurück. Der Free Cashflow war mit 96 Mio. Euro deutlich positiv. Geringere Bonuszahlungen sowie Steuererstattungen haben die Effekte aus dem niedrigeren operativen Ergebnis sowie einem Aufbau des Nettoumlaufvermögens mehr als kompensiert.

Erste Erholungstendenzen: Prognose bestätigt

„In der Krise zeichnen wir uns durch hohe Cash- und Kostendisziplin aus“, sagt Finanzvorstand Ute Wolf. „Inzwischen sehen wir in einigen Märkten auch erste Erholungstendenzen. Von einer generellen wirtschaftlichen Erholung kann bislang aber noch keine Rede sein. Die Corona-Krise ist noch nicht überstanden.“ Für das Gesamtjahr 2020 bestätigt Evonik den Ausblick vom 7. Mai. Der Konzern erwartet weiterhin einen Umsatz zwischen 11,5 Mrd. und 13,0 Mrd. Euro sowie ein bereinigtes Ebitda zwischen 1,7 Mrd. und 2,1 Mrd. Euro.

Entwicklung in den einzelnen Segmenten

Resource Efficiency: Im Segment Resource Efficiency waren einzelne Geschäfte deutlich vom Rückgang der Nachfrage betroffen, andere behaupteten sich stabil. Bei den Vernetzern (Crosslinkers) verzeichneten Produkte für den Windenergiemarkt sogar eine höhere Nachfrage. Auch der Umsatz der Aktivsauerstoffprodukte stieg aufgrund der erstmaligen Einbeziehung von PeroxyChem, dem Anfang Februar erworbenen, US-amerikanischen Hersteller von Wasserstoffperoxid und Peressigsäure, sowie einer guten Entwicklung bei den Spezialitäten, etwa für Desinfektionsmittel. Dagegen führten die weltweite konjunkturelle Abschwächung sowie Einschränkungen der Produktion von Kunden, insbesondere im Automobilbereich, zu einem Mengenrückgang in den Geschäften mit Hochleistungskunststoffen sowie mit Kieselsäuren und Silanen für die Reifenindustrie. Auch die Nachfrage nach Öladditiven ging zurück. Der Umsatz von Resource Efficiency ging insgesamt im zweiten Quartal um 14 % auf 1,24 Mrd. und das bereinigte Ebitda um 22 % auf 255 Mio. Euro zurück.

Nutrition & Care: Das Segment Nutrition & Care behauptet sich gut. Der Umsatz verringerte sich im zweiten Quartal lediglich um 4 % auf 1,09 Mrd. Euro. Das bereinigte Ebitda verbesserte sich um 14 % auf 217 Mio. Euro. Die essenziellen Aminosäuren für die Tierernährung profitierten von höheren Verkaufspreisen und einer gestiegenen Mengennachfrage. Das Health-Care-Geschäft verzeichnete erneut eine erfreuliche Entwicklung bei Pharma und Food Ingredients sowie Pharma Polymeren. Additive für Polyurethanschäume verspürten dagegen eine rückläufige Nachfrage.

Performance Materials: Im Segment Performance Materials verringerte sich der Umsatz im zweiten Quartal um 42 % auf 319 Mio. Euro. Die rückläufige Nachfrage insbesondere aus der Automobil- und Kraftstoffindustrie traf besonders Performance Intermediates. Zudem belastete der massive Rückgang des Ölpreises das Geschäft. Auch der Umsatz von Functional Solutions ging nachfragebedingt zurück. Das bereinigte Ebitda des Segments sank um 85 % auf 11 Mio. Euro. (jg)

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