Batterien und Displays

Evonik verstärkt Entwicklung druckbarer Elektronik

28.05.2020 Evonik hat mit dem kanadische Unternehmen Ynvisible Interactive eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet der druckbaren Elektronik vereinbart. Damit will sich der Spezialchemie-Konzern weiter einen Bereich erschließen, der als Schlüssel für viele Zukunftstechnologien gilt.

In einem Technologiedemonstrator wurden die direkt nutzbaren Tintenformulierungen für druckbaren Batterien von Evonik und die elektrochromen Displays von Ynvisible in ein Gesamtsystem integriert, das einen besonders geringen Stromverbrauch, wenig Gewicht sowie eine hohe Flexibilität, Transparenz und Robustheit aufweisen soll. Schon bei der Entwicklung des Technologiedemonstrators haben die beiden Partner auf effizientes Design geachtet: Baugruppen, die sowohl von der Batterie als auch vom elektrochromen Display benötigt werden, sind nur einmal vorhanden und werden gemeinsam genutzt.

Schlüsseltechnologie für das „Internet der Dinge“

Gedruckte elektronische Komponenten könnten künftig in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen. (Bild: Evonik)

Gedruckte elektronische Komponenten könnten künftig in verschiedenen Bereichen zum Einsatz kommen. (Bild: Evonik)

„Bei der zunehmenden Vernetzung von Gegenständen des alltäglichen Lebens im ‚Internet der Dinge‘, wird druckbarer Elektronik eine Schlüsselrolle zukommen“, ist sich Dr. Michael Korell sicher. Er ist bei der Creavis, der strategischen Forschungseinheit von Evonik, zuständig für die Entwicklung von druckbaren Batteriematerialien unter dem Markennamen Taettooz. Produkte, die gedruckte elektronische Komponenten enthalten, könnten künftig an vielen Stellen eingesetzt werden. Zum Beispiel in der Logistik: Dort können intelligente, mit gedruckten Batterien betriebene Sensoren in Verpackungen etwa Lieferketten von empfindlichen Gütern, wie Lebensmitteln oder Impfstoffen, überwachen. Werden Grenzwerte zur Temperatur oder Beschleunigung überschritten, gibt ein elektrochromes Display sofort eine leicht verständliche, visuelle Rückmeldung.

Plattformen der beiden Partner ergänzen sich

„Wir freuen uns sehr über dieses gemeinsame Entwicklungsprojekt mit Evonik“, sagt auch Jani-Mikael Kuusisto, Chief Executive Officer von Ynvisible. „Wir sind davon überzeugt, dass sich unsere jeweiligen Technologieplattformen optimal ergänzen.“ Aus seiner Sicht erscheint Taettooz besonders vielversprechend, da es nach seinen Angaben die einzige am Markt verfügbare Technologie sei, mit der wiederaufladbare Batterien vollständig im Siebdruckverfahren hergestellt werden können.“ Für Evonik-Entwickler Korell wiederum ist der Partner Ynvisible „fraglos Vorreiter bei der Entwicklung von elektrochromen Displays. Deswegen unterstützen wir das Unternehmen gern, diesen Displays zum Durchbruch auf dem Massenmarkt zu verhelfen.“ (jg)

Die Chemiewelt im Wandel

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