Umsatz und Ergebnis gestiegen

Evonik zurück auf Wachstumskurs

07.03.2018 Der Spezialchemie-Konzern Evonik hat 2017 Umsatz und operatives Ergebnis (Ebitda) gesteigert. Im Vorjahr waren die beiden Kennzahlen noch gesunken. Zum Erfolg trugen sowohl ein organisches Wachstum als auch gelungene Akquisitionen bei.

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Die Zahlen von Evonik im Überblick: Umsatz und operatives Ergebnis sind gestiegen, der Gewinn ist gesunken. (Bild: Evonik)

Die Konzernzahlen im Überblick: Umsatz und Ergebnis sind gestiegen. (Bild: Evonik)

Das operative Ergebnis lag mit 2,36 Mrd. Euro in der erwarteten Spanne von 2,2 bis 2,4 Mrd. Euro und über dem Vorjahresergebnis von 2,17 Mrd. Euro. Der Umsatz stieg gegenüber 2016 um 13 % auf 14,4 Mrd. Euro. Daran hatten auch die 2017 abgeschlossenen Übernahmen des Spezialadditiv-Geschäfts von Air Products sowie des Silica-Geschäfts von J. M. Huber ihren Anteil. Die Kosten für diese Akquisitionen ließen jedoch auch den Gewinn nach Steuern auf 717 Mio. Euro sinken (2016: 844 Mio. Euro).

Kunststoffe stark, Futtermittel-Additive schwach

Das Evonik-Geschäftsjahr 2017 nach Segmenten. (Bild: Evonik)

Das Evonik-Geschäftsjahr nach Segmenten. (Bild: Evonik)

Besonders erfolgreich lief für Evonik das Geschäft im Segment Performance Materials, zu dem unter anderem die Kunststoffe MMA und PMMA gehören. Eine hohe Nachfrage, besonders aus der Coatings- und Automobilindustrie, trieb hier den Umsatz um 17 % und das Ergebnis sogar um 70 % in die Höhe. Im Geschäftsbereich Resource Efficiency für energieeffiziente Systemlösungen stiegen die beiden Kennzahlen um jeweils ca. ein Fünftel, unter anderem auch durch die Air-Products-Akquisition.

Eher enttäuschend entwickelte sich 2017 hingegen das Konsumgüter-Segment unter dem Namen „Nutrition and Care“. Zwar stieg der Umsatz mit Tiernahrung sowie Gesundheits- und Kosmetikprodukten um 5 %, das Bereichsergebnis ging jedoch vor allem aufgrund gesunkener Marktpreise für Futtermittel-Zusätze um fast ein Fünftel zurück.

2018: Wachstum und Konzentration auf Spezialchemie

Evonik eröffnet Kieselsäure-Anlage in Japan

Evonik möchte sich 2018 die Konzentration auf die Spezialchemie vorantreiben. (Bild: Evonik)

Für das laufende Geschäftsjahr 2018 rechnet Evonik mit einem operativen Ergebnis zwischen 2,4 und 2,6 Mrd. Euro. Auch der Umsatz soll leicht steigen. Der Konzern will sich in Zukunft noch mehr auf die Spezialchemie konzentrieren. Ausgerechnet das profitable Geschäft mit den Methacrylaten MMA und PMMA ist daher ein Verkaufskandidat. Der Vorstand prüfe „mögliche Partnerschaften oder eine vollständige Trennung“. Desweiteren will Evonik die weltweiten Gesamtkosten für Vertrieb und Verwaltung bis Ende 2020 dauerhaft um 10 % oder 200 Mio. Euro senken. Zumindest für Beschäftigte in Deutschland schließt das Unternehmen jedoch bis 2021 betriebsbedingte Kündigungen aus.

(jg)

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