Knifflige Förderaufgabe elegant gelöst

Exzenterschneckenpumpe nach API-Standard in der Entwässerung von Flüssiggas-Prozessen

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29.05.2018 Aggressive Flüssigkeiten in Flüssiggas können ein echter Pumpenkiller sein. Ein Anlagenbauer suchte dafür eine Pumpenlösung – und fand sie in einer Exzenterschneckenpumpe nach dem API-Standard 676.

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Entscheider-Facts für Planer und Betreiber

  • Pumpen für den Einsatz in Drainage- und Entwässerungssystemen bei der Flüssiggas-Produktion müssen aggressiven Inhaltsstoffen standhalten.
  • Circor hat für einen Generalunternehmer im Nahen Osten die Spezifikation für solche Förderprobleme ausgearbeitet und den Einsatz einer Exzenterschneckenpumpe nach API 676 empfohlen.
  • Die Pumpen sind für diese Anwendung mit doppelt wirkenden Gleitringdichtungen gemäß API Plan 53B ausgestattet.

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Die Exzenterschneckenpumpen erfüllen die Norm API 676 und sind für diese Anwendung mit doppelt wirkenden Gleitringdichtungen gemäß API Plan 53B ausgestattet. Bild: Allweiler

Eine staatliche Ölgesellschaft im Nahen Osten hatte ein Projekt zur Verbesserung des Flüssiggas-Ableitungssystems in einer Verarbeitungsanlage für Flüssiggas auf einem der weltweit größten Ölfelder an einen Generalunternehmer vergeben. Das rohe Flüssiggas wird aus Erdgaskondensaten gewonnen, die in Verbindung mit großen Mengen Rohöl entstehen. Ein hoher Gehalt an flüchtigen Schwefelverbindungen ist sowohl im Hinblick auf Sicherheit als auch die Einhaltung von Emissionsgrenzwerten ein kritischer Aspekt.

Der EPC-Generalunternehmer hatte hinsichtlich der Modernisierung der geschlossenen Ablass- und Entwässerungssysteme Probleme, die beste Pumpenlösung zu finden. Diese musste mit einer Vielzahl von Kohlenwasserstoffprozessflüssigkeiten fertigwerden, einschließlich eines hohen Schwefelgehalts sowie Sediment- und Wassereinschlüssen.

Doppelt wirkende Gleitringdichtung schafft Sicherheit

Die Zusammenarbeit mit einem Anbieter, der fundierte Erfahrungen bei der Einhaltung der Spezifikationen des Kunden hat, war unabdingbar. Das Unternehmen entschied sich für das amerikanische Technologienunternehmen Circor als Partner und arbeitete eng mit dessen Vertriebs- und Anwendungstechnik-Teams zusammen, um die Pumpenspezifikation zu erarbeiten. In Folge dieser Kooperation empfahl Circor die Exzenterschneckenpumpen von Allweiler, einem Tochterunternehmen von Circor. Die Pumpen erfüllen die Norm API 676 und sind für diese Anwendung mit doppelt wirkenden Gleitringdichtungen gemäß API Plan 53B ausgestattet. Dadurch wird ein hohes Maß an Sicherheit und Zuverlässigkeit sichergestellt.

Exzenterschneckenpumpen-Materialien eignen sich besonders gut für stark kontaminierte oder stark sediment- und wasserhaltige Flüssigkeiten wie Rohgaskondensat und halten schwankenden Betriebsdrücken, niedrigen NPSH-Werten und variablen Flüssigkeitskonsistenzen mit Leichtigkeit stand. Eine Exzenterschneckenpumpe besteht aus einem Rotor (bzw. einer Exzenterschnecke), umgeben von einem Elastomer- oder Metallstator. Allweiler ist einer der weltweit wenigen Hersteller von Exzenterschneckenpumpen, der speziell ausgearbeitete Elastomerstatoren vollständig selbst produzieren kann, die einem breiten Spektrum von Anwendungen gerecht werden.

Um sicherzustellen, dass der Kunde bei der Auswahl des Statormaterials angesichts der hochschwefelhaltigen Prozessflüssigkeiten eine gute Wahl treffen konnte, stellte Circor Materialproben bereit, um zu zeigen, dass der ausgewählte Fluorelastomer-Statorwerkstoff mit den tatsächlichen Eigenschaften der Prozessflüssigkeiten kompatibel ist und diesen dauerhaft standhält.

Komplette Skids zur einfachen Einbindung in die Gesamtanlage

Die letztendliche Wahl fiel auf eine waagrecht eingebaute Allweiler AE 2N, die gemäß API 676 (3. Edition) mit medienberührenden Werkstoffen wie Edelstahl 316 und einem hartverchromten Rotor für eine bessere Korrosions- und Verschleißfestigkeit konzipiert wurde. Das Skid umfasste des Weiteren extern angebrachte Druckbegrenzungsventile mit einer unterstützenden Verrohrung und Flanschanschlüssen an der Grundplattenkante, für eine einfachere Installation und Einbindung seitens des Anlagenbauers.

Durch die Zusammenarbeit mit den Experten von Circor war der Generalunternehmer in der Lage, seine Spezifikation zu präzisieren und eine akzeptable und anwendungskonforme Lösung auszuarbeiten. Das Komplettpaket wurde entsprechend den Anforderungen der staatlichen Ölgesellschaft hinsichtlich Technik, Qualität und Test-Standards geliefert. 1807ct904

Achema Halle 8.0 D63

Heftausgabe: Juni/2018

Über den Autor

Simon Pistilli, Regional Sales Director - Middle East, Circor Industrial Pumps
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