Köpfe tauschen

Flexible Hammermühle für hochaktive Substanzen

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18.11.2009 Um hochaktive Substanzen zu vermahlen, muss einerseits große Sorgfalt zum Schutz des Mahlguts wie auch zum Schutz der Mitarbeiter herrschen. Aus einer Zusammenarbeit zwischen Mühlenhersteller und Pharmaproduzent wurde  eine Mühle entwickelt, die durch ihre Konstruktion wesentliche Vorteile für denUmgang mit hochaktiven oder reaktiven Substanzen bietet.

September 2008

An den Körper der Hammermühle lassen sich verschiedene Mahlköpfe koppeln

Um hochaktive Substanzen zu vermahlen, bedarf es eines besonders sorgfältigen Umgangs. Einerseits müssen Mitarbeiter vor Kontamination wie auch das Produkt vor unerwünschten Einflüssen wie Wärme oder Feuchtigkeit geschützt werden. Dafür setzen Unternehmen aus der pharmazeutischen Industrie Mühlen ein, die wenig Wärme an das Produkt abgeben und sich bei Bedarf auch in Isolatoren oder Glove-Boxen einsetzen lassen.

Erzeugt wenig Wärme

Frewitt entwickelte zusammen mit dem Pharmahersteller Roche eine Mühle, um die Oberfläche von hochaktiven Wirkstoffen zu vergrößern. Ziel war es, eine Mühle zu entwickeln, die das Produkt nicht durch die Wärme der Mühle erhitzt, die sich möglichst einfach reinigen lässt und die eine staubfreie Produktzufuhr wie die Integration in einer Glove-Box ermöglicht.

Das Produkt der Zusammenarbeit ist die Mühle Hammerwitt-Lab. Durch die einseitige Antriebslagerung wird weniger Wärme produziert. Und auch die gasgespülte Lippendichtung erzeugt nur wenig Wärme. Der organische Aufbau des Mahlraums vereinfacht die Reinigung und sorgt dafür, dass nur wenig Produkt an der Mühlenwand haften bleibt. Kreuzkontaminationen werden vermieden, die Dichtungen sind FDA-konform.

Flexible Anwendung

Die Mühle eignet sich vor allem für Batchproduktionen mit kleineren Mengen oder für Laboranwendungen. Eine Rotorgeschwindigkeit von bis zu 300 km/h sorgt für eine regelmäßige Korngrößenverteilung. Die Mühle kann bei manueller Produktzufuhr von 0,5 kg/h bis 200 kg/h über ein pneumatisches Fördersystem mahlen. Besonderes Merkmal der Mühle ist der flexible Aufbau. So können an den Körper, der Mühlenantrieb und die Elektronik, verschiedene Mahlköpfe gekoppelt werden. „Das macht die Mühle für kleine und mittelständische Unternehmen oder Lohnhersteller interessant. Sie müssen nur einen Körper kaufen und können an diesen je nach Mahlaufgabe verschiedene Köpfe ansetzen“, erklärt Carlos D. Ochoa, Leiter Business Unit Drymilling bei Frewitt.

Ab in den Isolator

Im Einsatz in der pharmazeutischen Industrie kommt noch der Aspekt Arbeitsschutz beim Vermahlen von hochaktiven Substanzen hinzu. „Auch Verbindungen, die gerade aus dem Labor kommen, werden in die höchste Sicherheitsstufe klassifiziert. Der Umgang mit diesen hochwirksamen Substanzen oder API (Active Pharmazeutical Ingredients) ist häufig nur über Glove-Boxen oder Isolatoren möglich. Dafür kann eine Mühle dann in einen Isolator integriert werden,“ so Georg Reiber von ART-Anlagenbau Reinraum Technik. Die Hammermühle eignet sich auch wegen ihres modularen Aufbaus sehr gut für diesen Einsatz.

Entscheider-Facts: Für Anwender

– Beim Mahlen hochaktiver Substanzen muss besondere Sorgfalt herrschen – zum Schutz des Mahlguts wie auch der Mitarbeiter.

– Dafür ist eine staubfreie Zufuhr des Mahlguts, eine geringe Erwärmung des Mahlguts wie auch bei bestimmten Anwendungen die Integration in einer Glove-Box oder einen Isolator nötig.

– Der einseitige Antrieb der Hammermühle Hammerwitt-Lab erzeugt wenig Wärme und ermöglicht den einfachen Austausch des Mühlenkopfs.

– Damit eignet sie sich besonders für den flexiblen Einsatz in Batchproduktionen oder Laboren.

Heftausgabe: September 2008
Dr. Etwina Gandert,  Redaktion

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