Gaspipeline: Aserbaidschan entscheidet sich für Nabucco-West-Route

17.07.2012 Das Shah Deniz II Konsortium hat seine Entscheidung für das Nabucco-West-Projekt als bevorzugte Pipelineroute nach Zentraleuropa bekanntgegeben. Nabucco-West ist eine 1.300 km, 48 Zoll-Gaspipeline, die durch Bulgarien, Rumänien, Ungarn und Österreich verläuft. Die Pipeline soll nach Fertigstellung eine technischen Kapazität von bis zu 23 Milliarden Kubikmetern haben.

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Die Entscheidung wurde vom Nabucco-Konsortium, zu dem die österreichische OMV und der Energiekonzern RWE gehören, begrüßt. Nach Informationen der Wikipedia-Seite zum Projekt sieht das Projekt den Bau einer ErdgasPipeline vor, beginnend in der Türkei bis in das österreichische Baumgarten an der March, wo das zentrale Verteilerzentrum der OMV für Erdgas liegt. Sie soll die EU mit den kaspischen Erdgasvorkommen verbinden (möglicherweise auch mit iranischen, ägyptischen und irakischen) und so neue Gasquellen für Europa erschließen. Die Pipeline soll laut Wikipedia ca. 14 Milliarden Euro kosten, die zu einem Drittel durch das Betreiberkonsortium selbst, zu zwei Dritteln durch Kredite aufgebracht werden sollen. Der Baubeginn wurde schon mehrfach verschoben und ist derzeit für 2013 vorgesehen. Die erste Ausbaustufe soll bis 2017 fertiggestellt sein.

Das von allen sechs Anteilseignern unterstützte Nabucco-West-Angebot wurde am 16. Mai 2012 von der Nabucco Gas Pipeline International GmbH vorgelegt. Hierzu der Geschäftsführer der Nabucco Gas Pipeline International GmbH, Reinhard Mitschek: “Diese Entscheidung ist ein wichtiger Meilenstein für das Nabucco-Projekt und ein wichtiger Schritt für die endgültige Investitionsentscheidung. Nabucco bietet den Gaskonsumenten mehr Wahlfreiheit und liefert einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherung in Europa. Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Produzenten.”

Die 1.300 km lange und 48 Zoll (1.219 mm) starke Gaspipeline wird Gas von der türkisch-bulgarischen Grenze über Bulgarien, Rumänien und Ungarn nach Österreich transportieren, mit Entnahmestellen in jedem Transitland. Nabucco-West basiert auf den gleichen Grundsätzen wie das ursprüngliche Nabucco-Konzept. Das bedeutet, dass die Pipeline skalierbar für die Einspeisung von mehreren Erdgasquellen konzipiert wird. Je nach Marktnachfrage kann die Kapazität von 10 Milliarden Kubikmetern bis 23 Milliarden Kubikmetern skaliert werden. Das im Juli 2009 unterzeichnete zwischenstaatliche Abkommen (IGA) und die Projektunterstützungsvereinbarungen mit allen Transitstaaten, bilden weiterhin die Grundlage für einen harmonisierten Rechtsrahmen.

 


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