Umstrittenes Pflanzenschutzmittel

Gericht in Brasilien setzt Glyphosat-Einsatz aus

07.08.2018 Keine Anmeldungen neuer Produkte und ein Ende bestehender Zulassungen innerhalb von 30 Tagen: In Brasilien hat ein Gericht den Einsatz des umstrittenen Herbizids Glyphosat gestoppt.

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Syngenta-Übernahme: Monsanto erhöht Angebot

Das Pflanzenschutzmittel Glyphosat darf nach einer Gerichtsentscheidung in Brasilien bis auf weiteres nicht neu zugelassen werden. (Bild: Marianne Mayer – Fotolia)

Der Einsatz-Stopp gilt auch für das Insektizid Abamectin und das Fungizid Thiram, die bis auf weiteres nicht genutzt werden dürfen. Die Regierung soll nun über die Giftigkeit der Pflanzenschutzmittel und deren zukünftigen Einsatz entscheiden.

Agrar-Markt Brasilien

Brasilien ist für die Agrarchemie einer der wichtigsten Absatzmärkte, das südamerikanische Land ist beispielsweise der größte Exporteur von Sojabohnen. Dort werden auch genetisch veränderte Pflanzen angebaut, etwa solche mit Resistenzen gegen das von Monsanto bzw. Bayer vermarktete Glyphosat-Präparat Roundup. Der Konzern hat zu der Gerichtsanordnung bislang nicht Stellung genommen. Die Agentur Reuters zitiert die Kritik des Direktors des Agrar-Branchenverbandes Abag, Luiz Lourenco: “Ohne diese Produkte kann keine Landwirtschaft betrieben werden.”

Umwelt- und Verbraucherschützer machen Glyphosat für das Artensterben insbesondere bei Insekten verantwortlich, besonders die Wirkung auf Bienen ist umstritten. Außerdem existieren widersprüchliche Studien, ob und mit welchem Risiko der Wirkstoff krebserregend ist. Eine entsprechende Klage ist in den USA zugelassen worden.

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