Neuer IEA-Fortschrittsbericht

IEA: Corona-Krise bedroht Fortschritt bei sauberen Energien

15.06.2020 Nach Ansicht der Internationalen Energieagentur wirkt sich die Covid-19-Pandemie erhebliche auf die Energiesysteme in der ganzen Welt aus: Sie dämpft Investitionen und droht, die Verbreitung von Schlüsseltechnologien für saubere Energie zu verlangsamen, stellt die IEA in ihrem jüngsten Thesenpapier fest.

Der jährliche IEA-Fortschrittsbericht „Tracking Clean Energy Progress“ zeigt, dass vor der Corona-Krise nur 6 von 46 Technologien und Sektoren „auf Kurs“ waren, um die langfristigen Nachhaltigkeitsziele im Jahr 2019 zu erreichen. Zu diesen sechs gehörten Elektrofahrzeuge, Schienenverkehr und Beleuchtung. Weitere 24 zeigten einige Fortschritte, aber nicht genug, um die langfristigen Ziele zu erreichen, während die übrigen 16 die Ziele deutlich verfehlten.

Sonderausgabe des World Energy Outlooks angekündigt

Die Energieagentur will in dieser Woche ein nachhaltiges Konjunkturprogramm veröffentlichen, das Vorschläge dazu enthält, wie Regierungen drei Ziele gleichzeitig erreichen können: das Wirtschaftswachstum anzukurbeln, neue Arbeitsplätze zu schaffen und sauberere Energiesysteme aufzubauen. Dieser in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds erstellte Sonderbericht des World Energy Outlooks soll sich auf Maßnahmen und Politiken konzentrieren, die in den nächsten drei Jahren ergriffen werden können. Er wird am Donnerstag veröffentlicht. Die Ergebnisse werden eines der Schlüsselelemente für die Diskussionen auf dem bevorstehenden IEA-Gipfel für den Übergang zu sauberer Energie darstellen, der am 9. Juli veranstalt werden soll.

Neue Anlagenprojekte März bis Mai 2020:

 

Erdgas-Nachfrage eingebrochen, Subventionen ungebrochen

Zu den aktuellen Entwicklungen gehört laut IEA, dass die weltweite Nachfrage nach Erdgas den größten jährlichen Rückgang in der Geschichte verzeichnet. Als Grund nennen die Energieexperten die Kombination aus der Covid-19-Krise und einem außergewöhnlich milden Winter auf der Nordhalbkugel. Obwohl für 2021 ein Wiederanstieg erwartet wird, geht die jüngste IEA-Prognose für die Erdgasmärkte, Gas 2020, nicht von einer raschen Rückkehr zur Vorkrisenentwicklung aus.

„Es wird erwartet, dass sich die weltweite Gasnachfrage in den nächsten zwei Jahren allmählich erholt, was jedoch nicht bedeutet, dass sie schnell wieder zur Tagesordnung übergehen wird“, sagte IEA-Exekutivdirektor Dr. Fatih Birol. „Die Covid-19-Krise wird sich nachhaltig auf künftige Marktentwicklungen auswirken, die Wachstumsraten dämpfen und die Unsicherheiten erhöhen.

Ein weiterrer Themenkomplex sind die Energiesubventionen, die in Zeiten niedriger Energiepreise eiigentlich sinken sollten. Allerdings sei dies derzeit nicht zu sehen und verhindere so den Ersatz fossiler Energieträger durch erneuerbare Energien.

(as)

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