Power-to-Liquid-Anlagen

Ineratec erhält Preis für chemische Reaktortechnologie

12.12.2018 Das Start-up Ineratec hat den erstmals verliehenen Lothar-Späth-Award erhalten. Das Unternehmen baut kompakte chemische Reaktoren, die mithilfe von erneuerbaren Energien synthetische Kraftstoffe klimafreundlich produzieren.

Im Bild: Die Start-up-Geschäftsführer Paolo Piermartini und Tim Böltken sowie Peter Pfeifer vom KIT und Juror Hans-Jörg Vetter. (Bild: KIT) Aufsichtsratschef von Herrenknecht

Im Bild: Die Start-up-Geschäftsführer Paolo
Piermartini und Tim Böltken sowie Peter
Pfeifer vom KIT und Juror Hans-Jörg Vetter. (Bild: KIT)

Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Power-to-Liquid-Verfahren. Das Prinzip besteht im Herstellen von Benzin, Kerosin, Diesel oder Methan aus Treibhausgasen wie zum Beispiel bisher ungenutztem CO2 – etwa aus Biogasanlagen oder direkt aus der Atmosphäre – und regenerativ erzeugtem Wasserstoff. Die Produktion in chemischen Großanlagen war dabei bisher meist unwirtschaftlich. Die Technologie von Ineratec passt nun in einen Schiffscontainer. Die Anlagen sind nach dem Baukastensystem konzipiert, sodass sich die Kapazität nach Bedarf erweitern lässt.

Anlage nach Spanien geliefert

Das Start-up Ineratec ist eine Ausgründung aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Das Unternehmen hat bereits mehrere seiner Anlagen ausgeliefert. Im spanischen Sabadell etwa steht eine Power-to-Gas-Anlage, die aus Kohlenstoffdioxid von Klärschlamm synthetisches Methangas produziert, das direkt ins Netz gespeist werden soll.

Der Lothar-Späth-Award, der die Technologie nun ausgezeichnet hat, prämiert innovative Kooperationen aus Wirtschaft und Wissenschaft in Baden-Württemberg und Thüringen aus. Der Award ist insgesamt mit 40.000 Euro dotiert, der Hauptpreis beträgt 25.000 Euro.

(jg)

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