Bayer- und Syngenta-Wirkstoffe betroffen

Kanada beschränkt Einsatz von bienenschädlichen Insektiziden

16.08.2018 Kanada wird die Zulassungen für zwei bienenschädliche Insektizide voraussichtlich über die kommenden drei bis fünf Jahre auslaufen lassen. Je ein Mittel von Syngenta und eines von Bayer sollen auf die Weise vom Markt genommen werden.

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Die umstrittenen Nikotinoide können Bienen schaden, ihr Einsatz ist deshalb in der EU und nun auch in Kanada eingeschränkt. (Bild: The physicist – Fotolia)

Die umstrittenen Nikotinoide können Bienen schaden, ihr Einsatz ist deshalb in der EU und nun auch in Kanada eingeschränkt. (Bild: The physicist – Fotolia)

Konkret betroffen sind die Wirkstoffe Thiamethoxam von Syngenta und Clothianidin von Bayer. Dies teilte die zuständige kanadische Behörde laut Reuters am Mittwoch, 15. August, mit.

Die Insektizide gehören zur umstrittenen Klasse der Neonikotinoide. Sie dienen dem Pflanzenschutz, vor allem beim Anbau von Getreide, Soja und Mais. Studien haben jedoch gezeigt, dass die Mittel den Orientierungssinn von Bienen beeinträchtigen und so Bienenvölker schädigen können. Auch gibt es Anzeichen, dass sie Insekten schädigen, die Fischen als Nahrung dienen. Aus diesen Gründen hat die EU den Einsatz dieser Mittel sowie eines weiteren Wirkstoffs, dem ebenfalls von Bayer vermarkteten Neonikotinoid Imidacloprid, bereits beschränkt.

Die Entscheidung aus Kanada unterliegt noch einer Beratungsperiode von 90 Tagen. Eine endgültige Entscheidung soll bis Ende 2019 fallen. Bis Ende des Jahres will die Behörde außerdem über eine Einschränkung von Imidacloprid entscheiden. Syngenta warf der Bhörde vor, den Beschluss anhand von unvollständigen Daten getroffen zu haben. Bayer erklärte, Clothianidin verfüge über ein “günstiges Umweltprofil”.

Für Bayer ist die Entscheidung eine weitere Absage für einen seiner Wirkstoffe in Amerika: Vor Kurzem hatte Brasilien den Einsatz des umstrittenen Herbizids Glyphosat gestoppt. (ak)

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