Sicheres Fördern von Kleinstmengen

Keine Abenteuer beim Pumpen

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10.12.2009 Um geringe Restmengen aus Kanistern oder Fässern zu entfernen, nutzen Mitarbeiter aus Mangel an Alternativen nicht selten abenteuerliche Methoden. Das kann gerade bei aggressiven Chemikalien zu Unfällen führen. Handpumpen können für die meisten Anwendungsfälle daher eine sichere Lösung sein.

Entscheider-Facts Für Anwender


  • Gerade beim Entleeren von Kanistern oder Fässern bestehen in der Praxis Unfallgefahren, da keine geeigneten Pumpen verwendet werden.
  • In Zeiten von ISO 9001 dürfen es sich zertifizierte Unternehmen nicht mehr erlauben, derartige Gefahrenstellen in ihren Betrieben zu dulden.
  • Von vielen Lieferanten wird daher die kostenlose Mitgabe einer Handpumpe an die Abnahme einer Mindestmenge des Mediums geknüpft.
  • Je nach Medium und Applikationsbedingungen sind Handpumpen in verschiedenen Ausführungen erhältlich.

Dezember 2009

Eine Handpumpe erleichtert die Medienentnahme aus Fässern, ohne sich das Mitarbeiter mit abenteuerlichen Methoden gefährden

Jedes Fass oder Gebinde, das von Chemieproduzenten oder Händlern ausgeliefert wird, muss auf irgendeine Art und Weise entleert werden. Für viele Anwender sind aber sowohl die Förderleistung als auch der Anschaffungspreis von Fass- oder Laborpumpen zu hoch, wenn lediglich Kleinstmengen umgefüllt werden müssen.

In der Praxis werden Kanister oder Fässer daher häufig umgekippt. Da beim Auskippen einer Flüssigkeit aber ein genaues Dosieren nicht möglich und daher ein Verschütten des Mediums kaum vermeidbar ist, passieren viele Unfälle. Speziell beim Umschütten aggressiver Chemikalien kann es zu Hautkontakt und zur Kontamination der Kleidung kommen. Zu unterschätzen ist bei aggressiven Flüssigkeiten auch nicht die Gefahr des Einatmens von gesundheitsschädlichen Dämpfen. Bei brennbaren Flüssigkeiten können sich darüber hinaus zündfähige Gemische bilden, welche unter Umständen Brände oder Explosionen verursachen. Teilweise werden sogar Flüssigkeiten über einen Schlauch mit dem Mund angesaugt, was oft zu schweren Vergiftungen und Verätzungen führt.

Abenteuerliche Fassentleerung sicher vermeiden

Aufgrund der dargestellten Gefahren können abenteuerliche Varianten der Fassentleerung nicht als sinnvolle Alternative angesehen werden. Speziell das Umfüllen kleiner Mengen aggressiver oder brennbarer Flüssigkeiten erfordert neben einer besonderen Aufmerksamkeit auch das Einhalten der sicherheitsrechtlichen Vorschriften. In Zeiten von ISO 9001 dürfen es sich zertifizierte Unternehmen nicht mehr erlauben, derartige Gefahrenstellen in ihren Betrieben zu dulden.

Die meisten Unternehmen möchten daher auch beim Umpumpen von Kleinstmengen nicht auf ein Höchstmaß an Einfachheit, Sauberkeit und Sicherheit verzichten. Abfüllhähne, die in das Spundloch des Behälters geschraubt werden, wären zwar eine Option. Bei deren Verwendung müssen die Fässer aber umständlich in einer höheren Position gelagert und vor Herunterfallen gesichert werden. Handpumpen könnten für die meisten Anwendungsfälle daher eine vernünftige Lösung sein. Aufgrund der Vielzahl der unterschiedlichen Medien kann es jedoch nicht nur ein einziges Modell geben, das für alle Flüssigkeiten einsetzbar ist. Die Suche nach einer kostengünstigen aber dennoch beständigen Pumpe stellt sich für viele Anwender mangels Kenntnissen von der Beständigkeit der Werkstoffe und der Bezugsquellen als schwierig dar.
Viele Produzenten von Flüssigkeiten haben nach der Auslieferung ihrer Medien von obigen Problemen erfahren und nach Lösungen gesucht. Von vielen Lieferanten wird daher die kostenlose Mitgabe einer Handpumpe an die Abnahme einer Mindestmenge des Mediums geknüpft. Ein derartiges Verkaufskonzept kann sich langfristig somit auch positiv auf den Absatz und die Kundenbindung auswirken.

Sicheres Dosieren von Chemikalien

Für das Fördern von Frostschutzmittel bietet der Hersteller die Handpumpe JP-03 an, die für nahezu alle dünnflüssigen, nicht aggressiven und nicht brennbaren Medien eingesetzt werden kann. Der Pumpenkörper und das Tauchrohr werden aus PP, die Welle aus Werkzeugstahl gefertigt. Die Dichtungen der Pumpe bestehen aus NBR. Sie kann auch mit einer Welle aus Edelstahl und Dichtungen aus Viton produziert werden (JP-02). Sie ist für leicht aggressive Medien wie Reinigungsmittel oder die Harnstofflösung Ad Blue geeignet. Aufgrund des Teleskopsaugrohrs mit einer Länge von 340 bis 900mm und einem Durchmesser von 40mm sind die Pumpen für fast alle Behältergrößen geeignet. Das Pumpengehäuse besitzt zwei Gewinde mit G2Zoll und G1½Zoll und kann in alle Norm-Stahlfässer eingeschraubt werden kann. Der Pumphebel lässt sich in drei Stellungen montieren, so dass ein Dosieren von 0,3l, 0,37l oder 0,45l pro Hub möglich ist.

Um aggressive Medien zu fördern, steht mit der JP-04 eine echte Chemikalienpumpe zur Verfügung, mit denen einige Chemieproduzenten ihre Fässer bereits standardmäßig ausrüsten. Bei der Handpumpe wurde die Welle mit Polypropylen ummantelt, so dass lediglich die Dichtungen aus PP und Viton mit den zu fördernden Medien in Kontakt kommen. Dadurch ist die Pumpe gegen Säuren, Laugen und Reiniger beständig. Die Handpumpe verfügt über ein Teleskopsaugrohr mit einer Länge von 480 bis 950mm. Der Durchmesser beträgt unten 23 und oben 34mm, das Gewinde hat eine Größe von zwei Zoll. Zusätzlich sind neun PE-Adapter erhältlich. Anstelle eines Auslaufbogens befindet sich am Auslaufstück ein Schlauchanschluss von ¾Zoll. Die Handpumpe fördert 0,3l pro Hub.

Sicherheitskonformes Umfüllen brennbarer Medien

Ein Produzent aus der Chemieindustrie wollte die Handpumpe JP-03 mit seinem Scheibenfrostschutz ausliefern. Da bei diesem aber explosive Dämpfe auftreten können, war von Seiten des TÜVs der Einsatz einer Plastikpumpe aufgrund der fehlenden Leitfähigkeit nicht zulässig. Der Kunde durfte daher nur eine Handpumpe aus Edelstahl einsetzen. Die Edelstahlhandpumpe JP-05 ist zum Fördern nahezu aller leicht aggressiver Flüssigkeiten, aber speziell zum Umpumpen von brennbaren Medien geeignet. Die Tauchrohrlängen mit 700 bzw. 1000mm wurden so gewählt, dass die Pumpe für die gängigsten Fässer geeignet ist. Alle Pumpenteile werden aus Edelstahl und Teflon gefertigt. Infolgedessen ist neben einer langfristigen Beständigkeit auch die Leitfähigkeit gewährleistet. Aufgrund der Tatsache, dass das Pumpwerksmaterial aus hochwertigem Edelstahl V4A gefertigt wird, ist die Pumpe auch für Lösungsmittel wie Aceton geeignet. Die Förderleistung der JP-05 beträgt etwa 0,3 bis 0,6l pro Hub und ermöglicht in Verbindung mit dem Potenzialausgleichskabelset ein sicheres und sauberes Abfüllen. Des Weiteren ist die Handpumpe JP-17 erhältlich, die in Edelstahl 1.4571 und 1.4301 verarbeitet ist. Die Dichtungen der Pumpe werden wiederum aus Teflon gefertigt. Beide Handpumpen dürfen gemäß einer explosionsschutztechnischen Risikoanalyse nach EN 1127–1:2007 des TÜVs München zum Fördern brennbarer Medien oder auch in explosionsgefährdeter Umgebung eingesetzt werden.

 

Heftausgabe: Dezember 2009
Tobias Jessberger,

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