Herausforderung gemeistert

Kühlturmreparatur bei Dow in Stade

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17.07.2013 Kühlturm-Austausch, ohne die Produktion lahmzulegen? Geht das überhaupt? Dieses Projekt stand bei Dow Chemical in Stade, einem der größten Industriebetriebe in Niedesachsen, an. Es  produziert Grund- und Spezialitätenchemikalien in 16 voneinander getrennten Produktionsanlagen.

Entscheider-Facts

Für Betreiber

  • Bei der inneren Inspektion der mittleren Zelle des Kühlturms der MDI-Anlage von Dow ergab sich, dass umgehend eine Reparatur von drei Zellen erforderlich ist.
  • Zum Einsatz kamen 20 Module der mobilen Kühltürme mit einer Leistung von je 2,5 MW. Diese wurden dann mit flexiblen Leitungen an die Sammelrohre angeschlossen.
  • Die für diese Installation notwendige zusätzliche Stromversorgung erfolgte über ein Miet-Trafo mit 3,15 MVA/6 kV.

Juli 2013

Die Reparatur des Kühlturms ging reibungslos vonstatten Bild: Aggreko

Seit dem Baubeginn im Oktober 1969 und der Produktionsaufnahme 1972 hat sich das Werk Stade zu einem der bedeutendsten und größten Industriebetriebe in Niedersachsen entwickelt. Über 2,7 Mrd. Euro wurden bisher in den hochmodernen, integrierten Anlagenkomplex auf dem Bützflether Sand investiert. 1.500 eigene Mitarbeiter und einige hundert Angehörige von Vertragsfirmen stellen jährlich in 16 Produktionsanlagen auf einer Fläche von etwa 550 ha rund 3 Mio. t Grund- und Spezialitätenchemikalien für den Eigenbedarf und für internationale Kunden her – insgesamt eine Palette von 22 Produkten und Produktfamilien.

Viel Zeit blieb nicht
Bei der inneren Inspektion der mittleren Zelle des Kühlturms der MDI-Anlage ergab sich, dass umgehend eine Reparatur von drei Zellen erforderlich ist. Eine Reparatur ohne Ersatzmaßnahmen würde gleichzeitig einen Ausfall der gesamten Kühlwasserversorgung der MDI-Anlage bedeuten. Dieser Ausfall des Kühlwassers würde zweifellos einen wochen- oder gar monatelangen Stillstand der MDI-Produktion bedeuten, der eine immense wirtschaftliche Bedrohung sowie ein enormer finanzieller Verlust für die Anlage und das gesamte Dow-Polyurethanes-Business zur Folge hätte.
Auf der Suche nach geeigneten Ersatzmaßnahmen und kompetenten Partnern wurde der Kunde über das Internet auf Aggreko aufmerksam und bat um Unterstützung, um eine schnelle und einfache Alternativlösung für das Sicherstellen und Aufrechterhalten der Produktion zu bekommen. Das Projektteam erarbeitete gemeinsam mit dem Kunden in kürzester Zeit einen Projektplan.
Nach der Präsentation des Lösungsvorschlags, die Kühlwasserversorgung mittels provisorischen Kühleinheiten auszuführen, war sehr schnell die Vorgehensweise abgestimmt und der Auftrag erteilt. Dow bekundete das Vertrauen, den richtigen Partner gefunden zu haben, um solch ein Vorhaben zeitnah und im Sinne des Kunden realisieren zu können.
In einer Rekordzeit von nur drei Monaten ab der ersten Aufgabenbeschreibung bis zur örtlichen Umsetzung und Inbetriebnahme der Kühlanlage hat das Team sich dieser Herausforderung angenommen und effektiv und erfolgreich zusammengearbeitet.

Anlagenproduktion nicht unterbrochen
Zum Einsatz kamen 20 Module der mobilen Kühltürme mit einer Leistung von je 2,5 MW. Diese wurden dann mit flexiblen Leitungen an die durch andere von der Dow beauftragte Unternehmen erstellten Sammelrohren angeschlossen. Über Steuerschränke und das für diesen Auftrag eigens erstellte Programm wurden Temperaturen und Level gemessen sowie die Lüfter und pneumatischen Ventile geregelt. Die für diese Installation notwendige zusätzliche Stromversorgung erfolgte über ein Miet-Trafo 3,15 MVA/6kV.
Aufgrund der Größe war dies auch eine logistische Herausforderung. Die Installation war nach nur einer Woche betriebsbereit und konnte dann Schritt für Schritt, ohne Unterbrechung der Dow-Anlagenproduktion, den defekten Kühlturm ersetzen, so dass dieser im Zuge einer Reparaturmaßnahme ohne Ausfallrisiko ersetzt werden konnte.

Zur Firma
Umweltschutz und Arbeitssicherheit

Mit hochentwickelten Technologien zum Beispiel bei der Abwasserreinigung setzt Dow neue Standards. So gewährleistet etwa die Hochbiologie in Stade im Vergleich zu herkömmlichen Klärbecken eine bis zu zehnmal niedrigere Abluftmenge. Auch in der Abfallreduzierung ist das Unternehmen führend: In Stade ist dank des konsequenten Einsatzes moderner Technologie die nahezu abfallfreie Chemiefabrik realisiert.

Hier gelangen Sie auf die Homepage von Dow in Stade

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Heftausgabe: Juli 2013

Über den Autor

Wulf Müller, Temperature Control Project Engineer Aggreko
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