KWK-Kraftwerk versorgt Radici Chimica in Zeitz mit Energie

11.02.2013 Nach vier Monaten Bauzeit hat Radici Chimica Deutschland Richtfest für ein hocheffizientes Industriekraftwerk im Chemiepark Zeitz gefeiert. Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) von Getec, Magdeburg, wird das Chemieunternehmen ab Juni mit Dampf und Strom versorgen.

KWK-Kraftwerk versorgt Radici Chimica in Zeitz mit Energie

Um flexibel auf den Energiebedarf des Werkes reagieren zu können, werden zwei separate Großwasserraumkessel von VKK Standardkessel Köthen in dem neuen KWK-Kraftwerk von Radici Chimica in Zeitz eingesetzt (Bild: Getec)

Es wird einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz erbringen: Künftig wird der Ausstoß von etwa 100.000 t CO2-Äquivalenten pro Jahr vermieden.

Nachdem feststand, dass die Dampfversorgung aus dem Kraftwerk Mumsdorf im Sommer 2013 stillgelegt wird, entschied sich die Geschäftsführung der Radici Chimica Deutschland im Chemiepark Zeitz für eine zukunftsfähige Weichenstellung: Gesucht wurde eine hocheffiziente und wirtschaftliche Energieversorgung, die zudem das vor Ort anfallende klimaschädliche Lachgas vernichten sollte. „Dieser besonderen Herausforderung wird das moderne Industriekraftwerk von Getec hervorragend gerecht“, sagte Volker Schulz, Vorstand der Getec, anlässlich des Richtfestes der Anlage. Planung, Errichtung, Finanzierung und Betrieb der etwa 9 Mio. Euro teuren Anlage erfolgt durch den Magdeburger Energiedienstleister im Contracting-Modell.

Das Kraftwerk verfügt über eine installierte Feuerungsleistung von 37 MW und hat eine Spitzenleistung von mehr als 45 t/h Dampf. „Damit wird der gesamte Dampfbedarf von Radici ganzjährig rund um die Uhr sichergestellt. Mittels Kraft-Wärme-Kopplung wird zudem ein Teil des Stromverbrauchs des Chemieunternehmens abgedeckt und ein Wirkungsgrad von deutlich über 90 Prozent erreicht“, sagt Getec-Vorstand Schulz. „Um flexibel auf den Energiebedarf des Werkes reagieren zu können, haben wir uns für zwei separate Großwasserraumkessel von VKK Standardkessel Köthen entschieden. Einer wird mit besonders wirtschaftlichem Braunkohlenstaub befeuert, der zweite mit Erdgas.“

Bei der Herstellung von Adipinsäure, einem Ausgangsstoff der Kunststoffproduktion, entsteht auch Lachgas. Dessen Potenzial, den Treibhauseffekt zu verstärken, ist um den Faktor 310 größer als bei Kohlendioxid. Bereits jetzt werden 97 % des bei Radici anfallenden Treibhausgases zerstört. „Das neue Getec-Kraftwerk kann diesen Wert auf etwa 99 Prozent steigern“, erläutert Schulz.

(dw)

Loader-Icon