Juni 2015
| von Armin Scheuermann, Redaktion

Für Entscheider
  • Die Chemieindustrie wird in den kommenden zwei Jahrzehnten überproportional wachsen. Allerdings ändern sich die Spielregeln in den Märkten.
  • Die Rohstoffbasis der Chemie hat sich nachhaltig verändert - wo über Jahrzehnte Erdöl die gemeinsame Basis war, wird zunehmend regional diversifiziert: Erdgas, Erdöl, Kohle und Biorohstoffe.
  • Der Trend zur Spezialisierung wirkt sich auf die Technologien aus: Ein Trend geht hin zu modularen Anlagen und  der Vernetzung von Anlagenkomponenten im Sinne der Industrie-4.0-Konzepte.

Ein weiterer Aspekt ist das wachsende Interesse an biobasierter Chemie. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein wesentlicher dürfte der Wunsch der Kunden und Endkonsumenten nach aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellten Produkten sein. Bis eine Bioökonomie in der Chemie Realität werden kann, sind allerdings große Entwicklungsanstrengungen notwendig: Neue Synthesewege sollen dazu beitragen, aus den überwiegend Zellulose liefernden Pflanzen hochwertige Chemikalien herzustellen.

Lokale Leistungsanteile vom
Anlagenbau gefordert

Für den Chemieanlagenbau bedeuten die oben beschriebenen Trends zunächst einmal, dass die Projekte immer größer werden. Gleichzeitig hat sich in den vergangenen Jahren der Wettbewerb um diese Projekte deutlich verschärft. Immer häufiger treten Wettbewerber aus China und Südkorea gegen die etablierten Anbieter aus Westeuropa und Nordamerika an und punkten mit Abwicklungskompetenz beim Bau bis hin zu großzügigen Finanzierungskonzepten die, im Gegensatz zu hiesigen Anbietern, selten an politisch gewollte Regeln bei der Exportfinanzierung gebunden sind. Außerdem werden von den Kunden in aller Welt verstärkt lokale Leistungsanteile gefordert. Die Branche antwortet mit Zusammenschlüssen und Kooperationen und stärkt ihre Auslandsstandorte. Gleichzeitig werden von den Anlagenbau-Anbietern lokale Chancen genutzt, um ihre Wertschöpfungskette um Serviceangebote zu ergänzen. Gegenüber heute soll der Anteil in den kommenden Jahren um fünf Prozent auf 20 Prozent steigen. Auch die Innovationskraft sowie neue Technologien sollen weiterhin Erfolg bringen.

Auch der Großanlagenbau will die Chancen nutzen, die eine verstärkte Standardisierung und Modularisierung bietet. Kein einfaches Unterfangen – schließlich sind dazu umfangreiche organisatorische Änderungen notwendig. Für die Lieferanten von Anlagenausrüstung bedeutet dies, dass einerseits weniger Anbieter zum Zuge kommen, andererseits immer größere Leistungspakete gefordert werden – und dies weltweit. Das erklärt unter anderem auch die Konsolidierungswellen und Übernahmen im Anlagenbau und unter Anbietern von Pumpen, Armaturen und anderem Equipment in den vergangenen Jahren.

„Vor diesem Hintergrund hat sich die Achema gut behauptet und ist sogar leicht gewachsen“, stellte Dr. Thomas Scheuring, Geschäftsführer der Dechema Ausstellungsgesellschaft, im Mai auf einer Pressekonferenz fest. Während die Gesellschaft in einzelnen Ausstellungsschwerpunkten wie dem Anlagenbau einen Ausstellerrückgang zu verzeichnen hat, wachsen andere Schwerpunkte wie die in Halle 3 platzierte Pharmatechnologie und die in Halle 11 untergebrachte Automatisierung. Scheuring: „Unter dem Strich ein leichtes Wachstum, das die Führungsposition der Achema unabhäng von zyklischen Effekten untermauert.“

Zur Ausstellung
Achema

Mit knapp 3.800 Ausstellern auf rund 132.000 Quadratmetern Ausstellungfläche ist die vom 15. bis 19. Juni stattfindende Achema die weltweit größte Leistungsschau der Chemischen Technik. Erstmals werden mehr als 50 Prozent der Aussteller aus dem Ausland kommen. China wird neben Italien die meisten Aussteller aus dem Ausland nach Frankfurt entsenden.

Das CHEMIE TECHNIK-Team finden Sie in Halle 9.1 – B1

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