Helping Hands

Im Rahmen der Hilfsaktion „Helping Hands“ engagiert sich BASF mit zahlreichen Initiativen und Beiträgen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Zum Beispiel spendet BASF in vielen Ländern Desinfektionsmittel an Einrichtungen des Gesundheitswesens. Das Bild zeigt die Sokalan & Uvinul-Fabrik in Ludwigshafen. Dort werden seit Mitte April rund 100 Tonnen Handdesinfektionsmittel pro Woche hergestellt – zusätzlich zur eigentlichen Produktion von UV-Absorbern und Additiven für verschiedenste Anwendungen, etwa Wasch- und Reinigungsmittel sowie industrielle Formulierungen. Desinfektionsmittel gehören normalerweise nicht zum Produkt-Portfolio von BASF. Zur Bewältigung der Corona-Pandemie wurden daher in Ludwigshafen und an weiteren Standorten binnen kürzester Zeit Anlagen umgerüstet.

| von goebelbecker

Der Umsatz der BASF-Gruppe stieg im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahresquartal um 7 % auf 16,8 Mrd. Euro. Wesentlicher Grund hierfür waren um 4 % gesteigerte Mengen. Der Gewinn (Ebit vor Sondereinflüssen) lag mit 1,6 Mrd. Euro dagegen um 6 % unter dem ersten Quartal 2019. Grund dafür waren vor allem die deutlich geringeren Beiträge der Segmente Chemicals und Materials. „Das erste Quartal 2020 war kein normales Quartal. Das wird auch für das zweite Quartal gelten und wohl für das gesamte Jahr“, erklärte Dr. Martin Brudermüller, Vorsitzender des Vorstands.

Agrar und Pharma trotzen der Corona-Krise

In den derzeitigen unsicheren Zeiten kann sich dder Chemiekonzern vor allem auf ihr diversifiziertes Portfolio verlassen: „Nicht alle unsere Kundenindustrien sind gleichermaßen von der Pandemie betroffen. Sie zeigen in diesem Umfeld unterschiedliche Resilienz. Zum Beispiel die Bereiche Pharma, Reinigungs­mittel oder Ernährung. Sie erleben derzeit sogar eine zusätzliche Nachfrage“, weiß Burdermüller. Dies ist bei der BASF deutlich beim Auftragseingang im Segment Nutrition & Care zu sehen. Auch die Nachfrage in der Agrarindustrie ist wenig betroffen.

Im Segment Nutrition & Care stieg der Gewinn (Ebit vor Sondereinflüssen) gegenüber dem Vorjahresquartal um 14 % auf 254 Mio. Euro. Das Segment Agricultural Solutions steigerte das Ergebnis um 9 % auf 809 Mio. Euro. Der höhere Umsatz vollziehe sich hier jedoch „im Wesentlichen infolge einer zeitlich vorgezogenen Nachfrage“.

Chemie-Nachfrage in der Autoindustrie bricht ein

Dr. Martin Brudermüller übernimmt ab Mai 2018 den Vorstandsvorsitz bei BASF. (Bild: BASF)

Der Nachfragerückgang in der Autoindustrie "setzt uns aktuell am stärksten zu“, sagt Dr. Martin Brudermüller. (Bild: BASF)

Andere Kundenindustrien spüren die Folgen der Pandemie dagegen stark. Sie werden gebremst von der geringen Nachfrage der Endkunden. Dazu kommen Produktions­schließungen und Unterbrechungen der Lieferketten. Die Transport- und Automobilbranche verzeichnet derzeit die stärksten Rückgänge. Brudermüller: „Dieser Nachfragerückgang in unserer wichtigsten Kundenindustrie setzt uns aktuell am stärksten zu.“

Verglichen mit dem Vorjahresquartal brach das Ebit vor Sondereinflüssen der Segmente Chemicals und Materials um fast 40 % auf insgesamt 383 Mio. Euro ein. Im Quartalsvergleich rückläufige Margen in der Ethylen- und Propylen-Wertschöpfungskette sowie von Isocyanaten und Polyamid-Vorprodukten belasteten die Erträge in diesen Segmenten erheblich. Hinzu kamen höhere Fixkosten. Im Segment Materials konnten deutlich höhere Erträge von Performance Materials den Rückgang bei Monomers nur teilweise ausgleichen.

Weitere Segmente im Plus

Im Segment Industrial Solutions stieg das Ergebnis (Ebit vor Sondereinflüssen) um 3 % auf 273 Mio. Euro. Hier legte der Unternehmensbereich Dispersions & Pigments deutlich höhere Ergebnisse vor. Dies war vor allem auf gesunkene Fixkosten zurückzuführen. Das konnte den leichten Ergebnisrückgang in Performance Chemicals mehr als ausgleichen. Die Einbringung des Geschäfts mit Papier- und Wasserchemikalien in die Solenis-Gruppe Anfang 2019 war der Hauptgrund für den Ergebnisrückgang in Performance Chemicals.

Das Segment Surface Technologies konnte das Ebit vor Sondereinflüssen im ersten Quartal 2020 um 46 % auf 220 Mio. Euro steigern. Das Ergebnis von Catalysts stieg vor allem durch Bewertungseffekte aus dem Edelmetallhandel kräftig an. Bei Coatings ging das Ergebnis deutlich zurück. Grund war auch hier die geringere Nachfrage aus der Automobilindustrie. Niedrigere Rohstoff- und Fixkosten konnten den Ergebnisrückgang des Bereichs Coatings teilweise ausgleichen.

Die von BASF am 28. Februar 2020 für das Geschäftsjahr 2020 prognostizierte Umsatz- und Ergebnisentwicklung wird nicht zu erreichen sein. Deshalb zieht das Unternehmen seinen Ausblick 2020 zurück. Da sowohl die Dauer und weitere Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie als auch künftige Maßnahmen zu ihrer Eindämmung derzeit nicht verlässlich abschätzbar sind, lassen sich aktuell keine konkreten Aussagen zur zukünftigen Umsatz- und Ergebnisentwicklung treffen.

Ausblick: „Deutlicher Absatzrückgang im zweiten Quartal“

BASF erwartet, im zweiten Quartal 2020 erheblich von den wirtschaftlichen Folgen der globalen Nachfrageschwäche und Produktionsausfälle betroffen zu sein, insbesondere aufgrund der anhaltenden Produktionsunterbrechungen in der Automobilindustrie. Die Folgen der Coronavirus-Pandemie wirken sich auch auf andere Kundenindustrien aus, weshalb das Unternehmen mit einem deutlichen Absatzrückgang im zweiten Quartal 2020 rechnet. Für das dritte und vierte Quartal 2020 erwartet man in Ludwigshafen momentan eine langsame Erholung, allerdings sei die Entwicklung zum jetzigen Zeitpunkt äußerst unsicher und nicht planbar. Der Chemiekonzern will die erwartete zukünftige Umsatz- und Ergebnisentwicklung quantifizieren, sobald eine solide Prognose wieder möglich ist.

Vor diesem Hintergrund haben die Mitglieder des Aufsichtsrats beschlossen, vom 1. April bis Ende des Jahres auf 20 % ihrer Festvergütung zu verzichten. Die Mitglieder des Vorstands wollen zumindest für das zweite Quartal 2020 auf den gleichen Teil ihrer Festgehälter verzichten. Abhängig von der weiteren Entwicklung im Laufe des Jahres würden weitere Schritte in Betracht gezogen.

Die 10 größten Chemieunternehmen der Welt

Der Eintrag "freemium_overlay_form_cte" existiert leider nicht.