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12.03.2020: Der Chemieverband VCI meldet: Die wirtschaftliche Lage der chemischen Industrie in Deutschland hat sich im 4. Quartal 2019 verbessert. Dennoch blieb das Niveau deutlich unter Vorjahr. Und die Aussichten sind angesichts der Corona-Pandemie verhalten.

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| von Ansgar Kretschmer
Aus der Mitgliederbefragung des VCI: Anteil der Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie mit Umsatzveränderungen in Deutschland und Europa. (Bild: VCI)

Aus der Mitgliederbefragung des VCI: Anteil der Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie mit Umsatzveränderungen in Deutschland und Europa. (Bild: VCI)

Laut aktuellem Quartalsbericht, den der Verband der Chemischen Industrie (VCI) veröffentlicht hat, legten Produktion und Umsatz in Deutschlands drittgrößter Industriebranche sogar zu. Vor allem wegen einer hohen Nachfrage nach Pharmazeutika, verschiedensten Hygieneartikeln und Verpackungsmaterialien blieb die Chemie auch im März noch von größeren Rückschlägen verschont. Dennoch erwartet die Branche eine schwere Rezession, wie eine VCI-Mitgliederbefragung zeigt. Rückläufige Aufträge, gestörte Lieferketten und fehlende Transportkapazitäten machen den Unternehmen zu schaffen. Im Januar und Februar 2020 hatte sich die Krise zunächst nur im Asiengeschäft bemerkbar gemacht, weil die chinesische Wirtschaft infolge des Lockdowns schrumpfte. Ab März bremste die Corona-Pandemie dann weltweit das Wirtschaftswachstum und die Chemienachfrage. Die europäische Wirtschaft kam in weiten Teilen zum Erliegen.

„Wirtschaft braucht dringend ein Investitionsprogramm“

VCI-Präsident Christian Kullmann sagt zur Lage der Branche: „2020 wird ein schwieriges Jahr für die chemisch-pharmazeutische Industrie. Die Unternehmen werden die Corona-Folgen in den kommenden Monaten stark spüren. 75 Prozent der VCI-Mitglieder erwarten einen Umsatzrückgang in Europa. Nicht nur unsere Branche, sondern auch die gesamte deutsche Wirtschaft braucht daher dringend ein Investitions- und Wachstumsprogramm – und keine neuen Belastungen. Wir brauchen darüber hinaus echte, ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategien und keine Projekte, die sich allein an der ökologischen Komponente orientieren.“ Der VCI rechnet für 2020 mit einem deutlichen Produktions- und Umsatzrückgang in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland. Eine genaue Prognose wird der Verband erst nach dem zweiten Quartal veröffentlichen.

Die Chemieproduktion stieg im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorquartal um 3,2 % und im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 0,9 %. Die Chemikalienpreise blieben im ersten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorquartal trotz sinkender Ölpreise stabil. Der Branchenumsatz legte von Januar bis März 2020 auf 49,5 Mrd. Euro zu, was einem Plus von 0,6 % im Vergleich zum Vorquartal entspricht. Der Inlandsumsatz stieg kräftig um 3,3 %, während der Auslandsumsatz wegen der Corona-Pandemie um fast 1 % sank. Knapp 464.000 Menschen haben im ersten Quartal in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland gearbeitet. Damit blieb die Beschäftigtenzahl gegenüber dem Vorjahr stabil.

Den vollständigen Bericht des VCI zum ersten Quartal 2020 stellt der Verband auch als Download (pdf, 244 KB) zur Verfügung. (ak)

Corona-Krise in der deutschen Industrie

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