Die neue Anlage soll am bestehenden Standort in Baytown entstehen. (Bild: Covestro)

Mit dem 2018 gestarteten MDI-Anlagenprojekt im texanischen Baytown hatte Covestro Großes vor. Doch jetzt legt der Werkstoffhersteller die größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte vorläufig auf Eis. Schuld ist die Autoindustrie.

Bild: Covestro

| von Armin Scheuermann

Die von Covestro abgesetzten Mengen im Kerngeschäft sanken um 4,1 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Dies ist im Wesentlichen auf eine signifikant schwächere Nachfrage in China durch coronavirusbedingte Produktionsunterbrechungen im Februar und März 2020 bei dortigen Kunden zurückzuführen. Zusammen mit einem weltweiten Rückgang der Verkaufspreise, hauptsächlich getrieben durch erhöhten Wettbewerbsdruck in den Segmenten Polyurethanes und Polycarbonates, führte dies zu einem gesunkenen Konzernumsatz in Höhe von rund 2,8 Mrd. Euro (– 12,3 %). Das Ebitda lag mit 254 Mio. Euro (-42,5 %) im erwarteten Bereich für das erste Quartal. Das Konzernergebnis sank auf 20 Mio. Euro (-88,8 %).

Prognose für das Gesamtjahr bereits um Coronavirus-Effekte angepasst

Covestro-Vorstandschef Dr. Markus Steilemann hat derzeit alle Hände voll zu tun, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Geschäft des Kunststoffherstellers zu begrenzen. Bild: Covestro

Im Zuge deutlich absehbarer negativer Einflüsse der Coronavirus-Pandemie auf die globale Wirtschaftsentwicklung und damit auch auf die weitere Geschäftsentwicklung, hatte Covestro seine bisherige Jahresprognose bereits Mitte April angepasst. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet Covestro beim Mengenwachstum im Kerngeschäft mit einem Wert unterhalb des Vorjahres. Das Ebitda soll zwischen 700 Mio. und 1,2 Mrd. Euro liegen. Neben dem bereits im Oktober 2018 gestarteten Effektivitäts- und Effizienzprogramm hat der Kunststoffhersteller das Ziel für zusätzliche kurzfristige Kosteneinsparungen um weitere 100 Mio. Euro auf 300 Mio. Euro für das laufende Geschäftsjahr erhöht. Laufende Investitionen sollen um rund 200 Mio. Euro auf Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 700 Mio. Euro gesenkt werden.

Die ursprünglich für den 17. April 2020 geplante ordentliche Hauptversammlung wurde aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Sie soll nun gemäß der veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen ohne physische Präsenz am 30. Juli 2020 als virtuelle Veranstaltung stattfinden.

(as)

 

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