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Bild: Adobe Stock – Sergey Nivens

| von Ansgar Kretschmer, Redaktion

Warum ist noch niemand früher darauf gekommen? Logische Datenverarbeitung klingt so revolutionär wie die Idee im Fußball, dass nur der Tore schießen kann, der den Ball hat. Oder die jüngst umgesetzte Idee der österreichischen Regierung, im Krisenfall Ministerposten mit Personen zu besetzen, die tatsächlich Ahnung vom Thema haben.

Zwar ist nichts so alt wie die Zeitung von gestern. Daten von gestern verwandeln sich dagegen in heißen Scheiß, wenn man Technologien von morgen nutzt. Denn die Daten, auf denen die logische Allwissenheit der digitalen Anlagenzwillinge basieren soll, sind nicht neu – die hat nur jemand anderes. In diesem Fall das jeweilige Feldgerät, das mangels Anschlüssen gar nicht weiß, wohin mit den ganzen Daten.

Service as a Service

Die einträgliche Verwertung dieser Daten bieten nun verschiedene Hersteller als Dienstleistung an. Noch so eine geniale Idee: „Machen wir zu Geld, was wir schon haben, dann müssen wir nix Neues kaufen.“ Oder noch besser: „Ihr bezahlt uns dafür, dass wir zu Geld machen, was Ihr schon habt.“ So ungefähr lassen sich auch die verschiedenen „… as a service“-Geschäftsmodelle im digitalen Umfeld beschreiben. Ganz neue Idee: Service as a Service.

Das verwerten, was schon da ist – das beschreibt auch die vielbeschworene Kreislaufwirtschaft. Zur Klarstellung: Kreislaufwirtschaft bedeutet nicht, dass man beim Messebesuch stundenlang im Kreis läuft. Auch nicht, dass sich Pharmakonzerne an Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine goldene Nase (oder gar ein goldenes Herz) erwirtschaften. Schon eher, dass man sich bei der Suche nach Lösungen im Kreis dreht und dabei nicht von der Stelle kommt.

Denn etwa im Bereich Kunststoff-Recycling hat sich bislang außer Symbolpolitik nicht viel getan. Zwar sind Plastiktüten in Verruf geraten, und die Verbannung von vielerlei Einweg-Kleinkram steht ebenfalls an. Aber abgesehen davon scheint es noch nicht so recht zu klappen mit dem Konzept, Abfall in Rohstoff zu verwandeln. Es sollte ja auch skeptisch machen, wenn Staaten wie China auf einmal den Import von westeuropäischem Plastikmüll stoppen. Warum lässt sich ein solches Wirtschaftswunderland diesen Deal entgehen? Etwa weil der Müll nur Müll ist?

Vielleicht steckt das Problem im System: Bevor man recyceln kann, braucht es einen Kreislauf, in den man Material zurückschicken kann. Vor dem Re-Cycling kommt funktionierendes Cycling.

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