August 2012
| von Philip Bittermann, Redaktion
Mit der Laserkanone auf Unkrautjagd (Bild: apfelweile - Fotolia.com)

Mit der Laserkanone auf Unkrautjagd (Bild: apfelweile - Fotolia.com)

Die schlechte Nachricht vielleicht zuerst: In diesem Sommer werden uns die fliegenden Helfer noch nicht bei der Gartenarbeit entlasten, das oben beschriebene Szenario steckt noch in einer frühen Entwicklungsphase. Doch arbeiten Forscher des Instituts für Biologische Produktions-Systeme der Uni Hannover derzeit an einem Gerät, das Unkraut zielgenau per Laser vernichtet und den breit streuenden Einsatz von Chemie obsolet machen soll. Für diesen Zweck entwickelte die Gruppe um Projektleiter Prof. Thomas Rath eine Anlage, die automatisch Felder oder Beete überfahren und mittels Kamera aufsprießendes Unkraut erkennen kann. Ist der „Feind“ erkannt und anvisiert, nimmt ihn die Anlage per Laserstrahl unter Beschuss. Mögliche Einsatzgebiete für die Anwendung sieht Rath viele: „Überall dort, wo eine Überfahrt über das Beet relativ leicht zu realisieren ist, könnte das System zum Einsatz kommen – zum Beispiel in Gewächshäusern oder Baumschulen.“

Völlig losgelöst von der Erde

Für größere Flächen ist das System in seiner jetzigen Form allerdings weniger geeignet. Eine Montage auf Schleppern kommt nicht in Frage, da die Strahlen bei Erschütterungen ihr Ziel verfehlen. Daher denken die Wissenschaftler über eine luftige Form der Mobilität nach: „Wir forschen im Moment an Drohnen – kleinen Robotern, die im Schwarm über das Feld fliegen“, erklärt Roth. Diese würden dann völlig autonom vorher definierte Gebiete überfliegen und die Konturen der dort wachsenden Flora vermessen. Algorithmen übernehmen dann die Freund-Feind-Erkennung und erteilen gegebenenfalls das Signal zum Angriff. Bis es soweit ist, wird wohl aber noch ein wenig Zeit vergehen und uns der Griff zum Herbizid nicht erspart bleiben.

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