März 2015
| von Philip Bittermann, Redaktion

Aber neben all den mal mehr, oft weniger ernstzunehmenden Ängsten: Die Kontinente trennt nicht nur der Atlantik, sondern auch ihr jeweiliger „way of life“. Man vergleiche nur die Internetauftritte der beiden Chemie-Verbände VCI (Deutschland) und ACC (USA). Surft der User auf vci.de, empfängt ihn (Stand: 17. Februar 2015) kalte Nüchternheit: Startbild sind ein Glaskolben mit blauer Flüssigkeit, im Hintergrund eine Tabelle mit blauen Balken. Der Verband titelt „Chemiestandort Deutschland im internationalen Vergleich“. Eine halbe Weltreise, beziehungsweise 10 s später erscheint dann der Startschirm des ACC: Blauer Himmel im unscharf gestellten Hintergrund, davor jede Menge Tarnfleck. Der Verband titelt „Chemistry helps keep troops safe on the battlefield“.

Der kleine Unterschied
Chemie als Freund und Helfer des Militärs? Ganz dünnes Eis, das würde sich hierzulande wohl kein Lobbyist der Branche trauen – da kann General Familienfreundlich (auch bekannt als Ursula von der Leyen) noch so viele Kitas auf den Kasernengeländen des Landes aus dem Boden stampfen. Statt offensiv mit der Flinte im Anschlag fungiert der Verband hier meist nur defensiv, verteidigt Freihandelsabkommen und sucht Verständnis für Sonderbehandlungen bei Energie und CO2. Soviel Zurückhaltung ist unseren amerikanischen Freunden definitiv unbekannt: Chemie, das ist nur ein anderes Wort für Patriotismus. Support our functional groups! [pb]

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