Currenta baut neuen Düker zwischen Leverkusen und Dormagen
Chempark-Leiter Dr. Ernst Grigat (l.) und Dr. Klaus Jaeger, NRW-Standortleiter bei Bayer Materialscience, zeigten die bestehende Übergabestation mit 10 Rohrleitungen, die die Standorte Dormagen und Leverkusen verbinden (Bild: Currenta)

Chempark-Leiter Dr. Ernst Grigat (l.) und Dr. Klaus Jaeger, NRW-Standortleiter bei Bayer Materialscience, zeigten die bestehende Übergabestation mit 10 Rohrleitungen, die die Standorte Dormagen und Leverkusen verbinden (Bild: Currenta)

Der sogenannte Düker unter dem Rhein ist mit einem Schutzrohr vergleichbar. Der bestehende Versorgungstunnel besteht aus 10 Rohrleitungen für den Transport etwa von Erdgas, Stickstoff, Sauerstoff oder Kohlenmonoxid (CO). Das neue Bauwerk soll in seiner unmittelbaren Nähe entstehen, danach soll Zug um Zug die Umlegung der Versorgungsleitungen erfolgen.

Chempark-Leiter Dr. Ernst Grigat hebt die grundlegende Bedeutung des Versorgungstunnels hervor: „Eine wesentliche Stärke unseres Chempark ist der Verbund. Durch den Düker unterhalb des Rheins wird der Standort Leverkusen mit wichtigen Energien und Rohstoffen versorgt, die für die Produktion grundlegend sind.“ So ermöglicht die jetzige Rheinunterquerung eine Verbindung der Chempark-Standorte Leverkusen und Dormagen. Zum anderen wird Leverkusen mit den linksrheinischen Fernleitungsnetzen verbunden.

Der Ersatz erfolgt aus zwei Gründen: Zum einem lässt sich der jetzige Düker nicht erweitern. Für das von der Elektrizitätsgesellschaft Repower geplante Gas- und Dampf-Kraftwerk im Chempark Leverkusen ist jedoch eine neue Anbindung an das linksrheinische Erdgasnetz nötig. Zum anderen hat das Düker-Bauwerk durch seine Konstruktion Nachteile hinsichtlich der Instandhaltung. So lassen sich die seit Inbetriebnahme vermehrt aufgetretenen Schwierigkeiten mit dem kathodischen Korrosionsschutz (KKS) innerhalb des unzugänglichen Dükers nicht dauerhaft beheben. Auf Empfehlung des TÜV Rheinland wurde der KKS im Dükerbereich Anfang 2013 schließlich abgestellt.

Als Ersatz wurden zusätzliche Inspektionen („Intelligente Molchung“) für alle Rohrleitungen festgelegt. Bei diesem Verfahren werden die Rohrwandstärken mit einem hochsensiblen Messgerät ermittelt – und daraus die jeweilige Mindest-Lebensdauer der Leitungen sowie künftige Prüftermine und mögliche Instandhaltungsmaßnahmen abgeleitet. Hierzu gehören beispielsweise Ausbesserungen der Isolierung oder der Austausch von Teilstücken.

Die Sicherheitssysteme der Rohrfernleitungen wie etwa die Leckageüberwachung sind weiter planmäßig in Betrieb. Zusätzlich gibt es für das Rohrleitungsbündel einen umfangreichen Alarm- und Gefahrenabwehrplan, der detailliert Alarmierungswege und Hilfeszenarien beschreibt, so dass im Ereignisfall kurzfristig Sicherungs- und Rettungsmaßnahmen greifen können. Eine aktualisierte Fassung wird in Kürze den Behörden übergeben. Entsprechende Übungen werden nachgeholt.

Im Rahmen des Düker-Neubaus wird es im gesamten Pipeline-Verlauf zu einer Überprüfung der Erdbebensicherheit kommen. „Als die Versorgungsleitung Ende der 60er-Jahre gebaut wurde, waren diese Untersuchungen noch nicht üblich“, erläuterte Grigat. Das gelte auch für die Überprüfung auf Kampfmittelfreiheit. Im geplanten Düker-Baubereich wird eine Prüfung erfolgen.

Der neue Versorgungstunnel: Begehbar und nachrüstbar
Die flexible Ausgestaltung des neuen Versorgungstunnels ist nicht nur für die weitere Entwicklung des Chempark, sondern auch für Prüfungen, Wartungen sowie eventuelle Reparaturen von Bedeutung. „Das neue Bauwerk wird mit einem Durchmesser von 2,60 Metern geplant und ist somit begehbar und nachrüstbar“, erklärte Grigat. Das Projekt befindet sich bei Currenta in einem frühen Stadium der Planungen. Die Bezirksregierung ist über das Vorhaben informiert, das eigentliche Genehmigungsverfahren wird voraussichtlich Mitte 2014 beginnen. Im Sinne einer offenen Kommunikation hatte das Unternehmen bereits im Herbst 2013 mit der Information der Öffentlichkeit begonnen.

CO-Pipeline seit 2002 sicher in Betrieb
Eine der Versorgungsleitungen, aus denen der Standort Leverkusen im Verbund Rohstoffe aus Dormagen erhält, ist die CO-Pipeline von Bayer Materialscience. Kohlenmonoxid ist ein wichtiger Bestandteil für die Herstellung von hochwertigen Polymerwerkstoffen. Seit 2002 wird in einer bestehenden Leitung zwischen Dormagen und Leverkusen mit behördlicher Genehmigung CO transportiert. „Die Leitung wird sicher betrieben, ständig überwacht und werden regelmäßig kontrolliert“, unterstrich Dr. Klaus Jaeger, NRW-Standortleiter von Bayer Materialscience. Derzeit werden alle Prozesse und Vorgänge rund um die CO-Versorgung im Unternehmen erneut überprüft. „Wir diskutieren Details zu Instandhaltung und Prüfprogrammen mit den zuständigen Behörden unter Einbindung von unabhängigen Sachverständigen“, erläuterte Jaeger. Hierzu gehören auch behördlich verfügte Inspektionen. So erfolgt die nächste Molchung der CO-Pipeline im April 2014. Im Rahmen des dafür geplanten Anlagenstillstands sind auch Instandhaltungsmaßnahmen geplant.

Optimierung von Sicherheitsmaßnahmen wird geprüft
„Sicherheit steht bei uns immer an oberster Stelle. Das gilt besonders für die CO-Versorgung“, betonte Jaeger. Sie entspreche den Regeln der Technik. Aber auch bei Pipelines mache der Fortschritt nicht Halt. „Deshalb prüfen wir, wie wir diese Versorgungsleitung schrittweise mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen ausstatten können.“ Jaeger kündigte an, zunächst eine Optimierung des existierenden Leckageüberwachungssystems zu prüfen. Das sogenannte Massenbilanzverfahren vergleicht Menge, Druck und Temperatur des Gases bei der Einspeisung mit den Daten bei der Entnahme und meldet Differenzen. „Wir werden klären, mit welchen Maßnahmen wir die Messungen noch verfeinern können“, so Jaeger. Dabei werde Bayer weiterhin den offenen Dialog mit den beteiligten Interessengruppen suchen – also mit Anwohnern, Behörden, der Politik und anderen gesellschaftlichen Vertretern.

(dw)

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